Österreich

Auf Platz sieben bei visumsfreien Reisepässen

In der Rangliste der Reisepässe mit der größten Reisefreiheit landet das österreichische Dokument aktuell auf Platz sieben: 185 Länder kann man damit besuchen, ohne vorher ein Visum zu beantragen. Angeführt wird das von der internationalen Beratungsfirma Henley jährlich erstellte Ranking erneut von asiatischen Ländern, allen voran Japan.

Der Henley Passport Index reiht alle Reisepässe weltweit gemessen an der Anzahl von Zielen, die ihre Inhaber ohne vorher beantragtes Visum besuchen können. Mit einer Punktzahl von 191, die für 191 Länder mit Visumsfreiheit/Visum bei Ankunft steht, hat sich Japan zum dritten Mal in Folge den Spitzenplatz gesichert, gab das Unternehmen unter Berufung auf Daten der Internationalen Luftfahrtgesellschaft (IATA) am Dienstag bekannt. Singapur belegt Platz zwei mit einer Punktzahl von 190, während Südkorea mit Zugang zu 189 Destinationen auf den dritten Platz abgerutscht ist, den es sich mit Deutschland teilt.

Mit Österreich auf Platz sieben landeten Irland, die Niederlande, Portugal und die Schweiz. Die USA und Großbritannien setzten ihren Abstieg fort. Zwar konnten sich beide Länder mit Rang acht in den Top Ten halten, 2015 hatten sie aber noch gemeinsam Platz eins belegt.

Finnland und Italien landeten auf dem vierten Rang mit einer Punktzahl von 188, während Dänemark, Luxemburg und Spanien den fünften Platz mit der Punktzahl 187 hielten. Beständig aufgestiegen sind in den vergangenen zehn Jahren die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) - um ganze 47 Plätze auf nunmehr Platz 18 mit einer Punktzahl von 171 für Visumsfreiheit/Visum bei Ankunft. Afghanistan stellt mit einem entsprechenden Zugang zu 26 Ländern weiterhin das Schlusslicht der Tabelle dar.

Christian H. Kaelin, Vorsitzender von Henley & Partners, wies auf die wachsende Kluft bei der Reisefreiheit hin: "Japanische Reisepassinhaber haben Zugang zu 165 mehr Zielen als afghanische Staatsbürger." Der Index wird von dem Unternehmen seit dem Jahr 2006 erstellt.

"Es gibt eine ausgeprägte Korrelation zwischen Visumsfreiheit und beispielsweise der Investitionsfreiheit", analysierten die Politikwissenschafter Ugur Altundal und Ömer Zarpli von der Universität Syracuse bzw. der Universität Pittsburgh. "Ähnlich verhält es sich mit der Gewerbefreiheit, und europäische Staaten wie Österreich, Malta und die Schweiz, die eine unternehmensfreundliche Umgebung haben, erreichen tendenziell auch in Bezug auf die Wirkmächtigkeit ihrer Reisepässe ein höheres Ranking." Zudem sei eine starke Übereinstimmung zwischen persönlichen Freiheiten wie Identität, Vereinigung und Ausdruck mit der Reisefreiheit feststellbar.

Madeleine Sumption, Director des Migration Observatory an der Universität Oxford, wurde mit den Worten zitiert: "Die Zukunft der Mobilität zwischen Großbritannien und der EU bleibt ungewiss. Die neu gewählte konservative Regierung hat ein Punktesystem nach australischem Vorbild versprochen, das in Bezug auf Nicht-EU-Bürger zwar liberaler als die aktuellen Richtlinien, aber dennoch viel restriktiver als Freizügigkeit wäre." Die EU-Nettomigration in das Vereinigte Königreich sei vor dem Hintergrund des Brexit zwischen 2015 und 2018 um 59 % gesunken, merkte sie an.

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