ÖLFV

Reine Stimmungsmache gegen die Luftfahrt

Der Österreichische Luftfahrtverband kritisiert den von Greenpeace veröffentlichten Report zum Verbot der Kurzstrecke und hält der NGO eine "bewusste Stimmungsmache gegen die Luftfahrt" vor. 

Die Luftfahrt kämpft bereits seit Jahren mit einem schlechten Image, wenn es um die Dekarbonisierung der Mobilität geht. Wenig Investitionen und ungenügende Erfolge in der Dekarbonisierung rufen nachhaltige NGOs, wie Greenpeace, regelmäßig auf den Plan. 

Der Österreichische Luftfahrtverband setzt sich dem jedoch zur Wehr und fordert "einmal mehr eine Diskussion auf Faktenebene". Laut ÖLFV-Präsident Peter Malanik mache der Report eine sachliche und klimapolitisch sinnvolle Diskussion um die Dekarbonisierung der Luftfahrt unmöglich. 

„Die Behauptungen von Greenpeace, 80 % aller Kurzstreckenflüge könnten durch die Bahn ersetzt werden beruhen bestenfalls auf grundlegender Unkenntnis davon wie der Luftverkehr funktioniert; im schlechteren Fall handelt es sich um bewusst irreführende Stimmungsmache“, hält ÖLFV-Präsident Peter Malanik fest.

Hauptargument seien die vielen Umsteigepassagiere auf den Kurzstrecken. "In praktisch allen Fällen würden diese Passagiere ohne Kurzstreckenflüge daher entweder mit dem Auto zu einem Flughafen fahren, von dem sie ihre Enddestination direkt erreichen oder mit dem Flugzeug einen alternativen Umsteigeflughafen nützen, der dann jedoch weiter entfernt ist."

In den Fällen wo die Bahn in der Lage ist, ein guter Zubringer für einen Flug zur Enddestination zu sein, wird das Bahnangebot auch genützt werden. Dies unter der Voraussetzung, dass die Bahnverbindung direkt zum Flughafen besteht, Gepäck durchgecheckt werden kann, ein Tarifverbund mit den Fluggesellschaften hergestellt wird und die gesamte Reisezeit für die Passagiere nicht signifikant länger ist als bei der Nutzung eines Zubringerfluges.

Weiters bleibt jedoch auch der Luftfahrtverband wenig sachich und wirft der NGO eine bewusste Stimmungsmache gegen die Luftfahrt vor. „Die Behauptung von Greenpeace spiegelt deutlich eine unsachliche Grundhaltung wider, die nicht auf Vermeidung von CO2 Emissionen sondern auf Vermeidung von Luftverkehr an sich ausgerichtet ist." Man fordere deshalb die Förderung von CO2 neutralen Kraftstoffen, dessen Vertrieb und Produktion allerdings noch in den Kinderschuhen stecken und ebenfalls wie der Ausbau der Bahn enorme Geldsummen benötige. 

"Polemische Beiträge wie von Greenpeace verhindern eine sachliche Diskussion und lassen den Eindruck entstehen, dass weniger an ökologischen Lösungen zur Mobilitätssicherung als an einer Umerziehung der Gesellschaft Interesse besteht.“, folgert Peter Malanik.

Betrachte man den weltweiten CO2-Ausstoß der Luftfahrt, ist dieser mit 2,7 % trotz Passagier-Wachstum vergleichsweise gering, wird sich bei gleichbleibendem Verhalten aber auch nicht verringern. Langfristig gesehen schneidet die Bahn deutlich besser ab, vor allem wenn die Enddestination auf der Kurzstrecke liegt, sollte auf das Flugzeug verzichtet werden. Für Umsteigepassagiere müssten bessere Angebote sowie deutlich schnellere und vernünftig getaktete Verbindungen geschaffen werden. 

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter

Mit nur einem Klick zur Anmeldung für Newsletter und E-Paper. Immer up2date in der Touristik mit dem traveller.

Anzeige

Aktuelles E-Paper

Anzeige
Anzeige