ÖHV

Hoteliervereinigung kritisiert erhöhten Mindestlohn im Bgld

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) hat am Montag den im Burgenland im Landesdienst mit Jahresbeginn bereits eingeführten, höheren Netto-Mindestlohn kritisiert. Burgenlands Tourismus befinde sich zwischen Qualitätsoffensive als Chance und 1.700 Euro netto Mindestlohn als "Standortkiller", so die ÖHV in einer Aussendung.

Optimistisch zeigte man sich hingegen beim Thema Tourismusagenden: Mit dem (am Montag vom Landtag wiedergewählten) Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) als Tourismuslandesrat schlage man "ein neues Kapitel auf", stellte ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer fest. Den Tourismus zur Chefsache zu erklären sei mehr als ein Signal: "Das eröffnet Chancen bei der gemeinsamen Vermarktung von Tourismus und Kultur, Wein und Kulinarik. Damit können wir das Burgenland zur Top-Destination internationalen Formats entwickeln."

Die "massive Erhöhung des Mindestlohns durch Steuergelder" setze Betriebe unter Druck, die nicht einmal im Ansatz über die budgetären Mittel des Landes verfügen würden. "Das kann sich kein privates Unternehmen leisten. Da geht es letzten Endes auch um Landgasthäuser oder Bäckereien, um das gesamte touristische Angebot", warnte Gratzer vor der Gefährdung von Arbeitsplätzen.

Der Mindestlohn im Landesdienst habe weitreichende Folgen für den Wirtschaftsstandort Burgenland. "Hätten die Betriebe so viel Luft nach oben, wären die Löhne überall höher", meinte Gratzer und fügte hinzu, man sei offen für Lösungen. Die Politik müsse für attraktive Rahmenbedingungen und Entlastungen sorgen statt für Belastungen.

Attraktive und höhere Löhne seien ein wichtiger Faktor, das Um und Auf sei allerdings, wie die Erhöhung konkret umgesetzt werde: "Die Freisetzung von Mitarbeitern kann nicht das Ziel sein. Das gilt wohl auch für Preiserhöhungen: Wir müssen die Kaufkraft der Gäste mitdenken", forderte der ÖHV-Generalsekretär. Weniger Steuern auf Arbeit sei ein Hebel, mehr Förderungen der zweite.

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