ÖBB

Wasserstoffbus erstmalig im Fahrgastbetrieb

Heute starten die ÖBB-Postbus GmbH und Graz Linien einen einwöchigen Testbetrieb eines emissionsfreien Wasserstoffbusses in Graz und Umgebung. Die WasserstoffAntriebstechnologie ist ein Versprechen für die Zukunft: So werden im Fahrtbetrieb keinerlei klimaschädliche Emissionen erzeugt. Ein weiteres Plus für Fahrgäste und AnrainerInnen ist die geringe Lärmbelastung. 

Gemeinsam neue Wege bei klimaschonendem Verkehr

Postbus übernimmt als größtes Busunternehmen in Österreich Verantwortung für die künftigen Generationen. Für die Erreichung der EU-Klimaziele zur Reduktion der CO2-Emissionen, braucht es ein Umdenken im Mobilitätsverhalten und neue Technologien. Nachdem Postbus vergangenen Oktober erstmals einen Wasserstoffbus in Wien getestet hat, wurde mit den Graz Linien ein starker Partner für einen weiteren Test – den ersten in Graz - gefunden. Der Wasserstoffbus wird sowohl im Stadtverkehr als auch im Umland getestet. So können weitere wichtige Schlüsse für einen zukünftigen Regeleinsatz von wasserstoffbetriebenen Bussen gezogen werden.

„Klar ist, dass es für einen Regeleinsatz eine umfassende Anschubfinanzierung braucht sowie Investitionen in Elektrolyseure und in Tankstellen. Jetzt gilt es möglichst rasch in Umsetzung zu gehen. Das sind wir den nachkommenden Generationen schuldig Wir stehen als kompetente Partner auf jeden Fall bereit“, sagt Postbus- Geschäftsführerin Silvia Kaupa-Götzl.

Regionale Leuchtturmprojekte in der Steiermark 

„Das Land Steiermark kann auf echte Leuchtturmprojekte blicken: Rund 90 Mio EUR pro Jahr investiert das Land Steiermark derzeit in den öffentlichen Verkehr der Steiermark. Die Hälfte - rund 45 Mio. EUR - werden für Verkehrsdienste verwendet, 25 Mio. in den Ausbau der Infrastruktur investiert, die verbleibenden 20 Mio. werden für den Verbundtarif aufgewendet. Man bemüht sich auch stets um neue Kunden: So bietet das neue, ganzjährige Freizeitticket um günstige 11 Euro viele Möglichkeiten mit Bus, Bahn und Bim, die Steiermark zu bereisen. Besonders in der Feinstaubsaison hat sich als Einstiegszuckerl die Aktion „Meine Luft - Reine Luft“ bewährt, die Aktion Stundenkarte = Tageskarte am „Freifahrfreitag“ hat sich als unverzichtbare Aktion zur Luftreinhaltung etabliert“, sagt der steirische Verkehrs- und Umweltlandesrat, Anton Lang.

Stadt Graz setzt auf klimaschonenden öffentlichen Verkehr

„Bis 2025 wird die Stadt Graz nur mehr emissionsfreien Öffentlichen-Verkehr betreiben. Bei unseren Neuanschaffungen von Bussen und Straßenbahnen setzen wir auf einen Mix von CO2neutralen Antriebstechnologien. Die Wasserstoff-Technologie scheint hier eine der aussichtsreichsten Lösungen für den Öffentlichen Verkehr der Zukunft zu sein“, sagt der Bürgermeister der Stadt Graz, Siegfried Nagl.

„Neben E-Bussen testen wir nun auch Wasserstoffbusse auf ihre Alltagstauglichkeit im regulären Linienbetrieb. Diese Projekte sind die Basis für die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs in Graz. Auf Basis der Ergebnisse soll dann bei der nächsten Busanschaffung die ökologisch beste Technologie ausgewählt werden“, so die Vorstandsdirektorin der Graz Holding, Barbara Muhr

Daten und Fakten zum Testbetrieb 

Der Bus wird für den Testbetrieb von der Firma Solaris zur Verfügung gestellt. Er wird auf unterschiedlichen Linien in Graz und Umgebung getestet. Zum Tanken greifen ÖBB Postbus und die Graz Linien auf die Infrastruktur der HyCentA Research GmbH in Graz zurück. Diese betreibt aktuell die einzige für Busse benutzbare Wasserstoff-Tankstelle in Österreich (Der Ladedruck bei Bussen ist niedriger als bei PKW). Pro Tankvorgang werden etwa 30 kg Wasserstoff in den Bus getankt. Die HyCentA Research GmbH ist seit 15 Jahren Österreichs einzige außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die sich ausschließlich mit Entwicklungs- und Forschungsprojekten zum Thema Wasserstoff beschäftigt.

Gut für Überlandverkehr geeignet

Auch Wasserstoffbusse sind rein technisch gesehen Elektrobusse. Sie werden aber statt mit Batterien mit Wasserstoff als Kraftstoff betrieben. Der Bus wird mit Wasserstoff betankt und in der im Fahrzeug verbauten Brennstoffzelle erfolgt dann durch Sauerstoffzufuhr eine chemische Reaktion, bei der Energie erzeugt wird. Im Gegensatz zu batteriebetriebenen Bussen, passiert die Stromerzeugung direkt im Fahrzeug. Die Reichweite eines wasserstoffbetriebenen Busses beträgt etwa 350 bis 450 km pro Tankfüllung. Wasserstoffbusse sind daher gut für den Überlandverkehr geeignet. Sie lassen sich außerdem schnell Betanken (10 – 15 Min.) und bestechen durch volle Routenflexibilität, hohe Performance und Sicherheit sowie durch einen hohen technologischen Reifegrad. Einen weiteren Vorteil liefert der Wasserstoffbus im Winterbetrieb: Bei der chemischen Reaktion in der Brennstoffzelle entsteht auch Wärme, die im Winter für die Beheizung genutzt werden kann.

Grüner Wasserstoff: Überschusselektrizität mit Wasserstoff nutzbar machen 

Damit die Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle wirklich nachhaltig ist, sollte die Energie zur Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen wie Solarenergie, Wind- oder Wasserkraft stammen. Da diese Quellen zu bestimmten Zeiten Überkapazitäten produzieren, bietet sich Wasserstoff als willkommener „Energiespeicher“ an, mit dem Überschusselektrizität nutzbar gemacht werden kann. 

Weitere Informationen finden Sie unter www.oebb.at 

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