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Niederösterreich

Fünf skurille Dinge entdecken

Der Großteil der Österreicher wird den Sommer 2020 voraussichtlich im Inland verbringen. Kein Grund zum Verzagen: Wir verraten Ihnen fünf Ausflugsziele, die Sie zum Staunen bringen werden und wo Abstand halten kein Problem ist. Fünf skurrile Dinge, die man während der Corona-Krise abseits der Menschenmassen in Niederösterreich entdecken kann

1. Kirchturmspitze ohne Kirche
Auf drei Etagen fädeln sich rund um einen kleinen Berg 184 ursprüngliche Presshäuser und Keller zu einem lieblichen Zwergerldorf-Collier auf. Weiß gekalkte Häuschen reihen sich nebeneinander, auf manchen Dächern wachsen Blumen und Grünpflanzen. Das einzigartige Ensemble, das sich am sogenannten Galgenberg der Weinviertler Gemeinde Wildendürnbach befindet, wurde 2013 zur schönsten Kellergasse Niederösterreichs gewählt. Das Wahrzeichen des Ortes ist eine Kirchturmspitze ohne Kirche. Sie überstand die Sprengung der baufälligen Petruskirche in den 1970er Jahren unbeschadet und wurde von den Einheimischen 1971 auf dem Galgenberg inmitten der Weingärten aufgestellt. Seitdem ziert sie die malerische Kellergasse wie ein Sahnehäubchen die Schwarzwälderkirschtorte.

2. Wo Mozart ein Örtchen aufsuchte
In einem kleinen Dorf nahe Hollabrunn erzählt man sich seit mehr als vierzig Jahren die Geschichte, dass Wolfgang Amadeus Mozart hier aus der Postkutsche gestiegen ist, um sich zu erleichtern.  Zu diesem Zwecke soll er einen Stein unter einem großen Lindenbaum erwählt haben, um ihn mit seinem Strahl zu veredeln. Der Ort, an dem sich diese bedeutsame Begebenheit zutrug, war das kleine Weinviertler Dorf Raschala nahe Hollabrunn. In den 1070er Jahren stellten die Köllamauna Mozarts Pinkelstein in einer feuchtfröhlichen Nacht an besagte Stelle, damit das Ereignis nicht in Vergessenheit gerät. Die knapp 300 Dorfbewohner erfreuen sich noch immer an dem Denkmal, benannten danach ihre urige Kellergasse und präsentieren ihn seit 1976 mit viel Augenzwinkern der Öffentlichkeit. Gegenüber der ungewöhnlichen Attraktion verführt eine Sitzgruppe unter dem großen Lindenbaum zum Bleiben.

3. Das Jesuskind und der Mohnzuzler
Das Waldviertler Dorf Armschlag im südlichen Waldviertel setzt seit drei Jahrzehnten auf den Anbau und Verkauf von Mohn und hat damit für seine bescheidene Größe einen erstaunlich hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Die eigentliche Hauptattraktion des Dorfes sind die Mohnfelder. Sie blühen allerdings nur wenige Wochen im Jahr, vorwiegend im Juli. Hingegen jederzeit besuchen kann man die barocke Pfarrkirche im Nachbarort Grainbrunn. Sie weist ein besonders regionales Kuriosum auf: Ein Gnadenbild von 1517 zeigt Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm, das wiederum einen Mohnschnuller, oder wie man hier sagt, einen Mohnzuzler in der Hand hält. Das wertvolle Holztafelbild beweist, wie sehr der Mohn im Waldviertel verankert ist. Übrigens: Beim Mohnzuzler handelte es sich um ein Leinensackerl, das mit gemahlenem Mohnsamen befüllt und für Kinder unbedenklich war.

4. Phantasiewelt aus Schrott
Neben einer Landstraße mitten im Waldviertel besiedeln rund 300 mystische Sagenwesen ein Grundstück links und rechts der Verbindungstraße Pehendorf-Schönbach. Die Wiesen sind jederzeit zugänglich und werden von mystischen Sagenwesen bevölkert, etwa vom weiblichen Dämon Succubus, oder Märchenfiguren wie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Der Skulpturenpark „Kunst zwingt Rost“ ist gleichzeitig Galerie und Ausstellungsraum von Schrottkünstler Helmuth Hammel und zählt zu jenen Überraschungsmomenten, die das Fahren auf kleineren Land- und Nebenstraßen so erstrebenswert machen.

5. Eine Kirche für Gott, eine für den Wein
Alfred Komareks Romanfigur Simon Polt, in sechs Filmen brillant verkörpert von Erwin Steinhauer, ist meist mit dem Fahrrad unterwegs und löst seine Fälle durch Beobachtung. Das Weinviertler Pulkautal ist Vorbild für das literarische Wiesbachtal, in dem der Gendarmerie-Inspektor ermittelt. Hier wurden auch die Krimis gedreht, etwa in der Kellergasse von Hadres, die mit 1,5 Kilometern die längste „geschlossene“ Kellergasse Europas ist. Die Landschaft des Pulkautals ist sanft gewellt, in den langgestreckten Straßendörfern trifft man nur wenige Menschen.  Am besten erkundet man die beschauliche Region auf dem Polt-Radweg. Er hat eine Länge von 58 km und führt zu verschiedenen Drehorten, die mit Informationstafeln beschildert sind. Jetzelsdorf ist ein guter Ausgangspunkt für die Tour. Der kleine Ort weist eine Besonderheit auf, nämlich zwei Kirchen. Eine ist Gott geweiht, die andere dem Wein.

Quelle: Alexandra Gruber, Wolfgang Muhr
Auch weitere Tipps gibt es in dem Buch „50 Dinge, die man in Niederösterreich getan haben muss“ von Alexandra Gruber und Wolfgang Muhr, erschienen im Styria Verlag, 2019 - Informationen dazu unter Panoramabox

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