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NEOS

Forderung einer Coronastrategie für den Tourismus

Die NEOS rufen die Bundesregierung und vor allem Tourismusministerin von Elisabeth Köstinger (ÖVP) dazu auf, bei den Coronatests im Tourismus "Lehren aus den vergangenen Tagen zu ziehen. Besonders muss man sich auch jetzt schon etwas für den Winter überlegen", fordert Wirtschaftssprecher Josef Schellhorn im APA-Gespräch. Vom Ministerium brauche es "endlich einen Leitfaden für das Vorgehen".

"Köstinger soll endlich eine einfache, ehrliche und nachvollziehbare Containment-Strategie (Eindämmungsstrategie, Anm.) vorlegen", fordert Schellhorn. "Die Unsicherheit bei den Betrieben ist sehr hoch. Wohl auch daher wurden die bisherigen Tests nicht so recht angenommen." Trotz manch gegenteiliger Ansagen und Handlungen fürchteten Hoteliers, dass ihr Haus bei einem positiven Fall gesperrt werden könnte. "Es geht um ein klares 'was passiert wenn'."

"Im November ist es zu spät. Es braucht jetzt eine Arbeitsgruppe." Eine solche solle aus Vertretern der Hotellerie, Gastronomie, der Lift- und Seilbahnwirtschaft, Gesundheitsfachleuten, Verbänden und der Politik bestehen um Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten. Denn im Winter könne sich die Corona-Lage verschlechtern, spielte der Oppositionspolitiker auf die tiefen Temperaturen und das touristische Indoor-Geschehen an.

In diesem Zusammenhang bekräftigt Schellhorn den Ruf nach einer sogenannten "Freeze-Lösung". Da viele Betriebe derzeit - und auch dann im Winter - rein aus betriebswirtschaftlichen Gründen der Fixkostendeckung aufsperrten, brauche es eine solche. Kreditraten, Zinszahlungen und Steuern sollen Betrieben für ein Jahr ausgesetzt werden, wenn sie nicht aufsperren.

So entstünden weniger potenzielle Corona-Herde. Es geht Schellhorn nämlich "eher um das Forcieren von Präventivmaßnahmen und die Aufklärung, als die vielen Testungen, weil schlussendlich ist man mit denen auch nicht sicher". Ein Test gebe nur zwei, drei Tage Sicherheit, dann sei er eigentlich veraltet, betont der NEOS-Mann immer wieder. Unfair sei, dass derzeit Gastronomie und Jugendherbergen die Tests selber bezahlen müssten. Schellhorn macht das bei seinem Gastrobetrieb in Salzburg trotzdem und benötigt dafür "rund 3.000 Euro wöchentlich".

Die Präventivmaßnahmen (Mund-Nasenschutzmasken, Hygiene, Abstand), um die es für Schellhorn vor allem geht, würden die Hotels und deren Mitarbeiter jedenfalls ernst nehmen und vollziehen. Das zeigten auch die bisher bekannten Infektionszahlen in St. Wolfgang, bei denen so gut wie keine Gäste sondern vor allem Mitarbeiter betroffen seien.

Von der Österreich Werbung fordert Schellhorn ein PR-Krisenmanagement. "Solche Schlagzeilen, wie zuletzt von der Bild-Zeitung zu einem zweiten Ischgl können wir uns kein weiteres Mal leisten", sagt Schellhorn der APA. Das Sonderbudget von 40 Mio. Euro für zusätzliche Werbung in der Coronakrise könne dafür leicht herhalten. Die Bundesregierung habe bei der Präsentation ihrer Coronastrategie für den Tourismus schließlich betont, Österreich solle das sicherste Reiseland sein und als solches punkten.

Die Tourismussprecherin des ÖVP-Koalitionspartners, die Grüne Barbara Neßler, forderte indes im "Standard" (Dienstagsausgabe), dass rund um die Coronatests im Tourismus "die Rolle von McKinsey und anderen an 'Safe A' Beteiligten offenzulegen" sei. Das fordert die Opposition bereits seit einigen Tagen. "Was wir an Ischgl und St. Wolfgang schmerzhaft sehen, ist, dass eine Tourismusstrategie, die auf Quantität und zu wenig auf Qualität setzt, in einer Krisensituation, wie wir sie nun haben, scheitert", so Neßler.

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