Nationalfeiertage der Welt

Buenos días

Türkises Meer, palmengesäumte Puderzuckerstrände, eine vom blitzblauen Himmel strahlende Sonne und herzliche und lebensbejahende Einwohner – das ist die Dominikanische Republik, die für viele Österreicher längst als Inbegriff des karibischen Traums gilt. Dabei war der Weg zur Unabhängigkeit der einen Hälfte Hispaniolas für das heutige Präsidialregime nach US-amerikanischem Vorbild kein Spaziergang.

Auf der westlichen Seite mit Haiti der kleinere und ärmere Teil und auf der östlichen Seite mit der Dominikanischen Republik der größere, reichere und touristisch verwöhnte Teil – Hispaniola ist heute mit mehr als 21 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Insel der Großen Antillen, wobei alleine die Flächenverhältnisse das Ungleichgewicht und damit die jahrhundertealten Diskrepanzen deutlich machen. 48.730 km² DomRep stehen 27.750 km² Haiti gegenüber – eine Insel und zwei Welten, die konträrer nicht sein könnten. 

Eine Mauer für alte Wunden

Auf der einen Seite ein von „Papa Doc“ und „Baby Doc“, dem korrupten Duvalier-Regime geschundenes und an den Rand der Welt und Gesellschaft gedrängtes Volk, das von Erdbeben und Seuchen noch tiefer in Chaos, Armut und Elend getrieben wird. Auf der anderen Seite ein wohlhabendes Land, das seine Unabhängigkeit und wirtschaftliche Stabilität nach harten Einschnitten erreicht hat und heute zu den beliebtesten Fernreisezielen zählt.

An die acht Millionen Gäste wählten vor der Pandemie den Liegestuhl an den weltberühmten Paradies-Stränden von Punta Cana, Puerto Plata, Samaná, La Romana, Barahona oder Pedernales und genossen das karibische Paradies auf Zeit in herrlichen Resorts und luxuriösen Hotels. 

Während diese Urlaubsidylle langsam wieder an die weißen Puderzuckerstrände der DomRep zurückkehrt, hat man mit dem „Inselnachbar“ weiterhin seine Not und teilt mit so manchem Staat in der alten Welt ein Problem: Illegale Migration. Hoffen doch viele Haitianer über der Grenze auf eine lebenswertere Zukunft und sind gerade für den Tourismus zu wichtigen, weil günstigen Arbeitskräften geworden. Aktuell erreicht eine weitere Flüchtlingswelle einen traurigen Höhepunkt. Tausende Haitianer flüchten aus ihrer immer tiefer im Chaos versinkenden Heimat ins vermeintliche Schlaraffenland, was die Regierung der Dominikanischen Republik zu einem Mittel greifen lässt, das an dunkle Zeiten in Europa erinnert. Eine 170 Kilometer lange, 3,9 Meter hohe, mit 70 Wachtürmen, elektronischer Überwachung, Bewegungssensoren und Drohnen versehene Betonmauer mit Stacheldrahtzaun wird gerade zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik errichtet und soll den illegalen Übertritt verhindern. Denn, so der Präsident der Dominikanischen Republik, man habe immer als erstes geholfen, wenn Haiti in Not war, trotzdem „kann die Dominikanische Republik nicht die Verantwortung für die politische und wirtschaftliche Krise in Haiti übernehmen. Darum müssen sich Haiti selbst und die internationale Gemeinschaft kümmern.“ (Zitat Quelle: KURIER). 

Wäre Kolumbus nicht gewesen …

Eigentlich sind diese jüngsten Ereignisse aber nur ein weiteres Puzzleteil eines Konflikts, der bis in die Kolonialzeit reicht und für den – im weitesten Sinne – Christoph Kolumbus den Grundstein legte. Er machte sich nämlich in den 1490er von der alten Welt Richtung Westen auf, um einen Seeweg nach Indien zu finden und stolperte dabei „rein zufällig“ am 5. Dezember 1492 über jene Insel, die mehr als 600 Jahre später zu einer der beliebtesten Reiseziele in der Karibik werden sollte.

Naja, die eine Seite halt, denn Haiti hatte – nachdem der gute Kolumbus den spanischen Eroberern das Terrain geebnet hatte, mit dem Fort La Navidad auf Hispaniola die erste Kolonie der spanischen Krone in Amerika gründete und sich Spanier und Franzosen über die Jahre dann um das reiche Eiland matchten – viele Jahre die Oberhand. 1804, als erstes unabhängiges Land Lateinamerikas und erster von Sklaven gegründeter Staat, nahm die einstige „Perle der Antillen“ – unter französischer Herrschaft galt Haiti mit immensen Zuckerrohrfeldern als reichste Kolonie Frankreichs - damals auch den von den Spaniern besetzten Nachbarn für sich ein und pfiff sich nicht viel um die Befindlichkeiten der Dominikaner. Damit begannen für die Dominikanische Republik vier Jahrzehnte unter Haitianischer Führung, von der man sich am 27. Februar 1844 befreite und diesen Tag seither als landesweiten Día de la Independenica feiert. 

Obwohl, wirklich unabhängig wurde die Dominikanische Republik erst 1865. Denn „aus Angst vor einer erneuten Übernahme des kleinen Nachbarn“ stellte man sich 1861 wieder unter spanische „Schutz“-Herrschaft. Gefeiert werden beide Tage, der Unabhängigkeitstag am 27. Februar wie der Tag der Wiederherstellung am 16. August so, wie man in der Karibik eben Feste feiert. In bunten und schillernden Karnevalsumzügen tanzt die fröhliche hüftschwingende Menge durch große und kleine Ortschaften und feiert ausgelassen ihre Kultur und Identität – und aus Nah und Fern sind alle herzlich eingeladen, mitzufeiern. 

Das gibt es nur in der Dominikanischen Republik

  • An die 3 000 Buckelwale kommen Jahr für Jahr zur Paarung in die Bucht von Samaná und bringen in den warmen Gewässern ihre Jungen zur Welt. 
     
  • Larimar wird in den Bergen von Bahoruco abgebaut. Der blaue Halbedelstein ist nur hier zu finden. 
     
  • Mit dem 3.098 Meter hohen Pico Duarte befindet sich der höchste Berg der Karibik im Gebirge Cordillera Central im Naturpark Parque Nacional José Armando Bermúdez.
     
  • Höhlenmalereien der Taino-Indianer und große Flamingo-Kolonien sind die Besonderheiten im Jaragua Nationalpark.
     
  • Pures Bacardi Feeling gibt es auf Cayo Levantado, dem Drehort zum Werbespot der weltweit exportierten beliebten weißen Rum-Marke. 

Falco, die Dominikanische Republik & Lauda Air

1996 verlegte Falco seinen Wohnsitz in die Hacienda Resorts, wo er mehrheitlich die letzten zwei Jahre seines Lebens verbrachte. Am 6. Februar 1998 verunglückte Falco zwischen Villa Montellano und Puerto Plata tödlich. An Bord einer Lauda Air Boeing 767, mit Freund Niki Lauda als Kapitän, wurde der österreichische Popstar von Weltrang nach Österreich geflogen und am 14. Februar, begleitet von mehr als 4.000 Fans, am Wiener Zentralfriedhof in einem Ehrengrab der Stadt Wien beerdigt. Am 31. Juli 1998 wurde eine neue Lauda Air Boeing 737-800 mit dem Namen „Falco“ am Flughafen Graz getauft.

Außergewöhnliche Hotels

  • Tortuga Bay Hotel: Kein geringerer als der in der Dominikanischen Republik geborene weltberühmte Designer Oscar de la Renta zeichnete für das Design des kleinen Boutique-Resorts verantwortlich. Fern von Hektik und dem Rest der Welt findet man in der Abgeschiedenheit von Cap Cana seine innere Mitte.
     
  • Casa Colonial Beach & Spa: Ein spektakulärerer Blick vom Infinity Pool oder der Badewanne am Balkon seiner Suite – Wohlfühlen wird im Boutique Hotel an der Nordküste bei Puerto Plata mit solch angenehmen Kleinigkeiten „einfach“ interpretiert.   
     
  • Samaná Ocean View Eco Lodge: Atemberaubend, außergewöhnlich und ungewöhnlich - denn geöffnet ist nur bei Reservierung der ganzen Anlage, einen einzelnen der 14 kleinen Bungalows kann man nicht buchen. Somit der richtige Platz für Hochzeitsgesellschaften oder Incentives, die je nach Wunsch und Brieftasche mit allem was das Honeymoon- oder Urlauberherz begehrt – hervorragende kreolische Küche inklusive – verwöhnt. 
     
  • Viva Wyndham Dominicus Palace: In Bayahibe, La Romana, findet man endlos weiße Sandstrände, grenzenloses Vergnügen mit viel Sport, Action, Tanz & Fun und puren karibischen Genuss wie aus dem Bilderbuch.

Tourismus in Zahlen

  • In 2020, dem ersten „Corona“ Jahr verzeichnete die Dominikanische Republik insgesamt drei Millionen Touristen und lag damit nach absoluten Zahlen weltweit auf Platz 54.
     
  • Rechnet man die Anzahl der Touristen auf die Einwohner der Dominikanische Republik um, ergibt sich ein etwa vergleichbareres Bild: Mit 0,25 Touristen pro Einwohner lag die Dominikanische Republik im weltweiten Vergleich auf Platz 84 und in der Karibik hinter Jamaika auf Platz 18.
     
  • Die Dominikanische Republik erwirtschaftete in 2018 allein im Tourismus-Sektor rund 6,4 Mrd. Euro. Dies entspricht 9,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und ca. 20 Prozent aller internationalen Tourismuseinnahmen der Karibik.

Quellennachweise:
https://www.godominicanrepublic.com/
https://www.laenderdaten.info/

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