Nachhaltig Reisen

Wie geht das überhaupt?

Das Wort „Nachhaltigkeit“ ist mittlerweile in unserem Wortschatz kaum mehr wegzudenken. Ob bei der Ernährung, dem Lebensstil oder Kleidung, nahezu jeder achtet darauf, seinen ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Doch wie funktioniert eigentlich nachhaltiges Reisen? Sechs Tipps für nachhaltigen Urlaub!

Für einen spontanen Wochenendtrip Flüge zum Schnäppchenpreis buchen oder um die halbe Welt fliegen, um neue Orte zu erkunden – Fakt ist, wir haben es vermutlich alle schon einmal getan. Natürlich schlagen sich diese Urlaube auf unsere Klimabilanz. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie nachhaltig er seinen Alltag und seine Reisen gestalten möchte. Es gibt jedoch ein paar einfache Tricks, wie du unseren Planeten besser schützen und in Folge weniger belasten kannst. Denn um die Erde mit all ihren Facetten länger bewohnbar zu machen und sie vor Klimakatastrophen zu schützen, können wir alle einen großen Teil dazu beitragen. Eines sei vorab schon gesagt: Ein sparsamer Umgang mit Ressourcen schont nicht nur die Umwelt, sondern oftmals auch die Geldbörse. Diese sechs Tipps versprechen ein nachhaltiges Urlaubserlebnis. 

Tipp 1: Wähle ein klimaschonendes Fortbewegungsmittel

Es ist allgemein bekannt, dass Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe nicht die umweltfreundlichsten Transportmöglichkeiten sind. Eine gute Alternative, sofen die Wunsch-Destination es ermögicht, ist der Zug. Eine Fahrt im Zug bietet viele Vorteile: Zum einen ist eine Zugfahrt ein stressfreies Erlebnis, zum anderen kann im Vorbeifahren die Umgebung bestaunt werden. Langeweile ist hier ein Fremdwort. Außerdem kannst du nach einer bequemen Nacht im Reisezug ausgeschlafen in den ersten Sightseeing-Tag starten. 

Wenn es doch einmal das Flugzeug ist 

Sind wir mal ehrlich: Wer Städte wie New York oder Hong Kong besuchen möchte, muss ins Flugzeug steigen. Ein guter Tipp ist darauf zu achten, dass du einen Direktflüge buchst.  Start und Landung verbrauchen nämlich das meiste Kerosin. Um sein Gewissen zu besänftigen, bieten viele Reiseunternehmen mittlerweile eine CO2-Kompensation an. Man kann sich also im Handumdrehen den Ausstoß an CO2 seines Fluges ausrechnen und eine Kompensationszahlung tätigen, welche Umweltprojekten zugutekommt.

Kompensationszahlung im Detail 

Würde man also einen Hinflug von Wien nach New York in der Economy Class buchen, liegt die Kompensationszahlung bei „www.myclimate.org“ bei 27 Euro. Ein Economy-Class Ticket ist nicht nur besser für unsere Umwelt, (je mehr Menschen in ein Flugzeug passen, desto besser für das Klima), sondern auch für das Urlaubsbudget. Beachte, dass dein Gepäck so leicht wie möglich ist und packe für deine Reise nur das Notwendigste ein. Ja, wir neigen alle dazu, Szenarios im Kopf durchzuspielen und Gründe dafür zu suchen, warum fünf Paar Schuhe und 15 verschiedene Outfits wirklich unbedingt nötig sind. Doch brauchen wir das wirklich? Wenn wir ehrlich sind, wohl kaum. Jedes Kilo weniger spart Treibstoff für die Flugmaschine, folglich wird weniger CO2 ausgestoßen. 

Auch unsere Nachbarn haben Tolles zu bieten: „Vom Garten auf den Tisch“ – Sloweniens nachhaltige Gastronomie

Ein Engagement für Nachhaltigkeit in allen Bereichen hat dazu geführt, dass Slowenien zur Europäischen Region der Gastronomie 2021 ernannt wurde und als eines der aufregendsten neuen kulinarischen Zentren Europas gilt. Die kulinarische Philosophie Sloweniens basiert auf dem Prinzip "vom Garten auf den Tisch". Diese spiegelt sich in den engen Beziehungen zwischen Köchen und lokalen Erzeugern sowie in der engen Verbindung zwischen der slowenischen Landschaft und den traditionellen kulinarischen Erfahrungen wider.

Mehr zu Slowenien´s nachhaltiger Gastronomie

Tipp 2: Beachte auch die soziale Nachhaltigkeit

Wenn man über nachhaltiges Reisen spricht, denkt man oft nur an den ökologischen Fußabdruck beziehungsweise an die Verschmutzung des Planeten. Dabei gibt es auch hier noch einen weiteren wichtigen Aspekt. Es gibt nicht nur die ökologische, nein, auch die soziale Nachhaltigkeit. Der Massentourismus trifft nicht nur die Umwelt hart, auch die Menschen, die in der Branche arbeiten, haben damit zu kämpfen. Ein riesiger Hotelkomplex mit einem durchgehend geöffneten, schmackhaften Buffet und Cocktails bis zum Umkippen… ja die Rede ist von All-Inclusive Reisen. Doch leider profitiert nicht jeder von dieser Art von Urlaub - und schon gar nicht das Land selbst. Oftmals gehören diese großen Ketten ausländischen Investoren. Natürlich schaffen internationale Hotelketten Arbeitsplätze für die Einheimischen, jedoch fällt der Lohn für diese harte Arbeit meist geringer aus. Außerdem kommt hinzu, dass die Urlauber das Hotel selten bis gar nicht verlassen.  Umliegende Geschäfte und Restaurants profitieren von diesem Konzept leider nicht. Ein Ziel des nachhaltigen Tourismus ist es, die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern. Dieses Ziel können Touristen durch die Planung eines authentischeren Urlaubs erfüllen. 

Wie soziale Nachhaltigkeit konkret aussieht

In vielen Ländern gibt es die Möglichkeit, sogenannte Homestays zu buchen. Das bedeutet, dass du bei einheimischen Familien unterkommst. Aber auch kleinere Hotels oder Bed and Breakfasts, die von Locals betrieben werden, können dir ganz neue Einblicke in die Kultur des Landes geben. 

Es gibt keine bessere Möglichkeit, Land und Leute näher kennenzulernen. In Österreich gibt es beispielsweise auch eine große Auswahl an Bio Hotels oder nachhaltigen Unterkünften, welche du auf Plattformen wie "bookitgreen" buchen kannst. Bist du in einem fremden Land, dann lass dich kulinarisch überraschen, indem du auch mal kleinere, unscheinbare Lokale besuchst, anstatt bekannte und internationale Fast-Food-Ketten. Schließlich kannst du Schnitzel, Burger & Co auch zuhause genießen. Der Besuch in einheimischen Lokalitäten ist nicht nur ein kulinarisches Erlebnis für dich, nein, auch die Bevölkerung profitiert von diesen Einnahmen. Eine Win-Win-Situation also. Den einen oder anderen Euro mehr beim Trinkgeld dazulassen, ist eine weitere Möglichkeit, die Locals zu unterstützen. Denn hier darf nicht vergessen werden, dass das Grundgehalt in manchen Ländern sehr niedrig und Trinkgeld ein fixer Bestandteil des Einkommens ist.

Tipp 3: Hinterlasse so wenig Spuren wie möglich

Bilder von Traumstränden, überfüllt mit Plastikmüll - das hat keinen Platz auf Urlaubsfotos. Um Länder, welche bereits mit diesen Problemen zu kämpfen haben, nicht weiter zu belasten, achte darauf, dass du so wenig Müll wie möglich produzierst. Und wenn es einmal nicht vermeidbar ist, dann entsorge deinen Müll passend und lasse ihn keinesfalls an Ort und Stelle liegen. So wie zuhause auch, kannst du beispielsweise eine Trinkflasche aus Edelstahl oder Glas mitnehmen, die du dir mit Trinkwasser auffüllen lässt.

So schonst du Ressourcen

Aber auch im Hotelzimmer selbst kann auf die ein oder andere Kleinigkeit geachtet werden. Hierzu zählt der sparsame Umgang mit Wasser und Strom. In Österreich ist sauberes Trinkwasser eine Selbstverständlichkeit, doch dieser Luxus ist auf dem Rest der Welt leider kein Standard. Urlaubern ist oft gar nicht bewusst, dass viele Länder mit Wassernot zu kämpfen haben oder dass Strom aus fossilen Energien gewonnen wird. Deshalb solltest du diesen Verbrauch nicht unnötig strapazieren. Drehe beispielsweise den Wasserhahn während des Zähneputzens ab oder reduziere die Zeit unter der Dusche. Benutzte Handtücher müssen nicht täglich vom Personal gewechselt werden, denn schließlich wechseln wir unser Handtuch auch zuhause nicht jeden Tag, oder? Klimaanlage, Licht und Fernseher im Zimmer dürfen gerne vor dem Verlassen des Zimmers ausgeschalten werden.

Tipp 4: Mach dich mit dem Reiseziel vertraut

Während einer Reise taucht man in eine fremde Kultur ein. Um diese besser zu verstehen, kannst du dich schon vor Reiseantritt damit beschäftigen. Lerne die Traditionen, Verhaltensregeln, Tabus und die Geschichte des jeweiligen Landes kennen. Je besser du ein Land, die Menschen und deren Gewohnheiten verstehst, desto wohler wirst du dich auch auf Reisen fühlen. Gute Reiseführer listen nicht nur die Top-Sehenswürdigkeiten auf, sondern geben auch einen Einblick in die Kultur und in die Lebensweise der Locals. 

Andere Länder, andere Sitten

Begegne Einheimischen stets mit Respekt und auf Augenhöhe. „Hallo“, „Tschüss“ und „Danke“ in der jeweiligen Sprache zu lernen, öffnet oft Türen und Herzen. In Südostasien darf ein Lächeln auf den Lippen genauso wenig fehlen, wie Reis in der Küche. Reist du in ein Land, welches angenehme, tropische Temperaturen bietet, bist du es vermutlich gewohnt, dich so leicht wie möglich zu kleiden. Kurze Hosen oder Kleider gelten bei uns als selbstverständlich, werden in vielen anderen Ländern jedoch als respektlos angesehen. Auch hier gilt: Andere Länder, andere Sitten – oder in diesem Fall: andere Dresscodes. Versuche also, deine Kleidung dementsprechend anzupassen. Möchtest du während deines Urlaubes religiöse Gebäude wie Moscheen oder Tempel besichtigen, dann sollten deine Schultern und Waden bedeckt sein. Genauso wie deine Badehose landet höchstwahrscheinlich auch deine Kamera im Reisegepäck, schließlich müssen die tollen Schnappschüsse später Familie und Freunden präsentiert werden. Bevor ihr aber wild drauflosknippst, gehört es zum guten Ton, die Menschen vor Ort zu fragen, ob du sie ablichten darfst. Denk daran: Defensiv bleiben! Schließlich würdest du es wohl auch nicht wollen, wenn dich jemand ungefragt fotografiert.

Tipp 5: Nutze öffentliche Verkehrsmittel

Auch vor Ort kannst du auf Taxis oder Mietautos getrost verzichten. Gerüche, Menschen und Eindrücke werden am besten zu Fuß wahrgenommen. Entdecke geheimnisvolle Gassen, exotische Geschäfte oder einzigartige Lokale, die du beim Vorbeifahren mit dem Auto nie zu Gesicht bekommen würdest. Aber auch öffentliche Verkehrsmittel bieten dir bei deiner Reise einen authentischen Eindruck des Landes und sind außerdem eine nachhaltige Alternative zu einem Taxi oder Mietauto. Vermeide, wenn möglich, auch Inlandsflüge. Stattdessen kannst du den Reisebus oder den Zug nutzen. Daraus ergeben sich oft tolle Erlebnisse, auf die du nicht verzichten solltest. 

Entschleunigung für Körper und Umwelt

Der Begriff „Slow Traveling“ bedeutet nicht, durch ein Land zu hetzen und möglichst viele Punkte auf seiner To-Do Liste abzuhaken. Ziel ist es, Land und Kultur intensiver kennenzulernen und weniger gestresst auf Entdeckungstour zu gehen. Dieses Konzept ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für deinen Körper und deine Seele – Entschleunigung pur. Solltest du nun doch einmal das Auto nutzen, um von A nach B zu kommen, sind Carsharing-Dienste eine gute Alternative.

Tipp 6: Vermeide Massentourismus

Überfüllte Strände, endlose Schlangen vor berühmten Sehenswürdigkeiten und Touristen, soweit das Auge reicht: Wenn du gerne im Hochsommer deinen Urlaub antrittst, dann sollten dir diese Szenarien bekannt vorkommen. Wenn du nicht darauf angewiesen bist, mitten in den Schulferien zu reisen, solltest du dir überlegen, einen Urlaub in der Nebensaison zu buchen. Doch warum sollte das Reisen in der Hauptsaison eigentlich vermieden werden? Einheimische in der von Massentourismus gebeutelten Lagunenstadt Venedig verlassen beispielsweise tagsüber nicht mehr das Haus, um Menschenmassen zu vermeiden. Riesige Müllmengen sind ebenfalls eine negative Begleiterscheinung dieser alljährlichen Situation. 

Mehr Authentizität in der Nebensaison

Antizyklische Reisen bieten jede Menge Vorteile. Günstigere Preise, weniger Menschen, an denen du dich vorbeidrängen musst, kürzere Wartezeiten und die Chance, spontan im Restaurant zu essen, ohne vorab einen Tisch zu reservieren – um nur wenige davon aufzuzählen. Fazit: Reisen in der Nebensaison bietet nicht nur mehr Authentizität, da das lokale Leben der Stadt besser genossen werden kann, sondern ist auch ein Punkt, der beim Thema „nachhaltiges Reisen“ auf keinen Fall vergessen werden darf. 

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