MSC Cruises

Elisabetta de Nardo – Die Messlatte liegt hoch

Elisabetta de Nardo, Vice President Hafenentwicklung bei MSC Cruises, im Gespräch über die Planung neuer Routen, was dabei wichtig ist und wie die Highlights der kommenden Saison aussehen. 

Was bedeutet eine neu entwickelte Reiseroute für Sie bei MSC Cruises und generell für die gesamte Kreuzfahrtbranche?

Elisabetta de Nardo: Neue Destinationen und neue Reiserouten sind wirklich wichtig, da wir unser Angebot für die Gäste ständig weiterentwickeln wollen. Eine unserer Stärken bei MSC Cruises ist unsere globale Präsenz und das internationale Flair. Neue und inspirierende Reiserouten zu kreieren ist daher unser Ziel und eine permanente Herausforderung für uns. Wir gehen sogar noch einen weiteren Schritt und erschließen komplette neue Regionen, wie aktuell etwa unsere für den nächsten Winter geplanten Kreuzfahrten ab Dschidda in Saudi-Arabien im Roten Meer. Dies zeigt unsere Entschlossenheit, unsere Wachstumsstrategie trotz der schwierigen Zeiten, in denen sich die Branche gerade befindet, fortzusetzen.

Inwieweit glauben Sie, dass sich Kreuzfahrtkunden in der Vergangenheit eher aufgrund der Reiseroute für eine Kreuzfahrt entschieden haben, als aufgrund anderer Faktoren?

Eine Kreuzfahrt ist per Definition ein Urlaub, der die Attraktionen eines gehobenen Hotelresorts, wie etwa eine feine Kulinarik, abwechslungsreiches Entertainment, diverse weitere Bordangebote und ein Spa, mit dem Besuch verschiedener Länder und Highlight-Destinationen kombiniert, ohne dass das Gepäck ein- und ausgepackt werden muss. Zweifellos konzentriert sich die Mehrheit der Gäste in erster Linie auf die Reiseroute, obwohl es natürlich stimmt, dass mit dem Wachstum der Branche erfahrenere Kreuzfahrer sich auch verstärkt auf die neu auf den Markt kommenden Schiffe konzentrieren und einige gezielt die neuen Schiffe ausprobieren wollen. Während die Reiseroute in der Regel ausschlaggebend ist, wird das eigentliche Schiff und alles, was es zu bieten hat, immer ein wesentlicher Faktor bei der Auswahl eines Kreuzfahrturlaubs sein.

Was sind die wesentlichen Bestandteile einer erfolgreichen Reiseroute?

Bei Reiserouten gibt es keine Standards, die für alle Gäste passen. Beliebte Kreuzfahrten beinhalten gerne "Must-See"-Ziele und das Schiff läuft in der Regel jeden Tag einen anderen Hafen an, aber natürlich immer in Kombination mit einer großen Auswahl an Attraktionen an Bord für Seetage. Andere Gäste bevorzugen exotischere Routen oder längere und gemütliche Kreuzfahrten wie unsere Grand Voyages und manche bevorzugen längere Hafenaufenthalte über Nacht und mehrtägige Ausflüge an Land. Unser Erfolgsrezept ist es, ein starkes und breites Angebotsportfolio in den vielen Regionen der Welt anzubieten, in denen wir traditionell aktiv sind.

Glauben Sie, dass der Einfluss der Reiseroute bei Urlaubsentscheidungen in diesem und den nächsten Jahren wichtiger werden wird?

Die Reiseroute wird auch in Zukunft essentiell sein, da die Menschen auf neuen Wegen die Welt entdecken wollen. Und was wäre da besser als der Seeweg? Bei kurzfristig gebuchten Reisen suchen die Menschen aktuell eher nach Routen mit gut erreichbaren Einschiffungshäfen, die näher an ihrem Zuhause liegen. Da ein Großteil des Tourismus im Jahr 2020 effektiv stillgelegt wurde, wollen die Menschen jetzt wieder verstärkt reisen. Wir haben einige unserer Reiserouten entsprechend auf die aktuelle Situation angepasst. So haben wir beispielsweise Syrakus auf Sizilien und Taranto in Apulien als neue Häfen zu einigen unserer Sommerkreuzfahrten im Mittelmeer hinzugefügt und unser Flaggschiff MSC Virtuosa in Großbritannien für Reisen rund um die britischen Inseln eingesetzt. Langfristig glaube ich aber, dass die Menschen Kreuzfahrten in weiter entfernten Zielen suchen. Da bei den Gästen die Reiseroute sehr wichtig ist, stellen wir fest, dass viele "aufstrebende" Destinationen in der Welt aktiv in das Marketing und die Hafeninfrastruktur investieren, damit Schiffe verschiedener Größen anlegen können. Viele Häfen und Reiseziele haben eine langfristige Entwicklungsvision und einen damit verbundenen Investitionsplan passend zur Zielgruppe, die sie ins Auge gefasst haben, und sind in der Lage, Besucherzahlen zu prognostizieren, so dass der Tourismus nachhaltig geplant und entwickelt werden kann.

Haben Sie Ihre Herangehensweise an die Reiseroutenplanung angesichts der globalen Pandemie geändert?

Die Grundlagen der Reiseroutenplanung bleiben die gleichen - auch wenn es derzeit Routen-Varianten gibt, die von der lokalen Entwicklung der Pandemie abhängen und davon, welche Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen in den Häfen gelten und wie sie sich zu unserem eigenen Protokoll verhalten.  Im Allgemeinen überprüfen wir die Situation in den Quellmärkte der Gäste, in den Heimathäfen, die für die Saison genutzt werden, und in den Häfen, in denen wir ebenfalls einen Passagierwechsel durchführen, sehr genau. Die Durchführbarkeit der Flug-, Auto- oder Bahnanreise zu den Kreuzfahrtterminals ist von entscheidender Bedeutung, denn es wäre natürlich kontraproduktiv, eine schöne Reiseroute zu kreieren, wenn die Schiffe für die Einschiffung nicht leicht erreichbar sind. Und Gabelfüge bieten unseren Gästen immer mehr Möglichkeiten, ihre bevorzugte Reiseroute mit genau den Zielen zu kombinieren, die sie besuchen möchten.

Welchen Häfen und Destinationen haben Ihrer Meinung nach das größte Potential, den Kunden wieder Lust auf eine Kreuzfahrt zu machen?

Während wir in Europa den Kreuzfahrtbetrieb seit August 2020 wieder aufgenommen haben, werden wir in anderen Regionen der Welt den Betrieb nur dann wieder aufnehmen, wenn es die Bedingungen vor Ort zulassen, dies muss und wird in voller Übereinstimmung mit den lokalen Vorschriften und mit Genehmigung der zuständigen Behörden erfolgen. Reiseziele und Regionen auf der ganzen Welt arbeiten daran, ihren Betrieb wieder aufzunehmen, und die erfolgreichsten Häfen sind diejenigen, die auf Zusammenarbeit setzen und bereits ein ähnlich striktes und umfassendes Protokoll wie das von MSC für die Gesundheit und Sicherheit der Gäste und natürlich auch für ihre eigenen Mitarbeiter vorliegen haben. Wir haben intensiv mit den Häfen und den zuständigen Behörden in Europa zusammengearbeitet, die eine wichtige Rolle bei unserem sicheren Neustart gespielt haben. Dies wird auch in anderen Teilen der Welt weiterhin der Fall sein müssen, um unser Programm wieder aufnehmen zu können. Unsere lokalen Reiseveranstalter und Reiseleiter haben die gleichen hohen Gesundheits- und Sicherheitsstandards wie wir an Bord unserer Schiffe, und die Häfen, die wir in Zukunft anlaufen wollen, müssen die gleichen haben.  Es wird hier keinen Spielraum und keine Kompromisse geben. Wir haben die Messlatte sehr hochgelegt, was unsere Gäste und die Destinationen, die wir anlaufen, sehr zu schätzen wissen. Die Häfen, die wir in Zukunft anlaufen wollen, verstehen das und ich bin sehr zuversichtlich, dass sie unseren hohen Standards entsprechen werden.  

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