Mecklenburg-Vorpommern

Mit dem Skywalk in die Zukunft

Wer von der Ostsee träumt, ist gerne Gast in Mecklenburg-Vorpommern. Die Region forciert einen verantwortungsvollen Tourismus und stellt sich den neuen Herausforderungen nach Corona. Tourismusmanager Tobias Woitendorf gab in Wien einen Einblick in die jüngsten Pläne und Entwicklungen dieser Urlaubsdestination. 

Vom 9. Stock des Haas Hauses hat man einen einmaligen Blick auf den Wiener Stephansdom. Doch Laszlo Dernovics, der Leiter der Deutschen Zentrale für Tourismus in Wien, darf diesmal einen besonderen Gast begrüßen, der den Stephansdom unmerklich und doch sehr bestimmt in den Hintergrund rücken wird. Tobias Woitendorf, seines Zeichens Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, skizziert in seiner Präsentation eine Region, die mit ihrer einmaligen Lage an der Ostsee für immer wieder neuen Zauber sorgt. Dieser Zauber muss auch immer wieder neu orchestriert werden. Freilich ist dabei die Ursprungskombination von historischen Ostseebädern, ursprünglichen Fischerdörfern, langgestreckten Naturschutzgebieten und den Sandstrände und Wellen der Ostsee ganz besonders attraktiv.

Wo bleiben die Mitarbeiter?

Tobias Woitendorf ist seit 15 Jahren für Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz und kennt Land und Leute, die Stärken und die Schwächen der Region. Corona ist auch hier über die Lande gezogen und sorgte dafür, dass rund 20 Prozent der Beschäftigten im Tourismus in andere Branchen abgewandert sind. „Einige“, so Woitendorf hoffnungsfroh, „sind ja doch wieder zurückgekehrt.“ Doch das Personalproblem bleibt bestehen. Was auch besorgt, ist die ungebrochene Teuerung, befeuert durch die Inflation sowie Rohstoff- und Energieknappheit auch in Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.

Doch die Gäste werden Meck-Pomm, wie die Region auch liebevoll benannt wird, wohl weiterhin die Treue halten. Jährlich rund 12 Millionen Besucher sorgen für bis zu 60 Millionen Nächtigungen. Wobei 97 Prozent der Meck-Pomm-Fans aus Deutschland selbst kommen. Der Inlandstourismus als untrüglicher Indikator für ein besonders ursprüngliches Angebot. Wobei sich 75 Prozent des Tourismus an der Küste abspielen - und der Rest im Land selbst mit seinen historisch gewachsenen Landstädten und Gutsdörfern und ihren Kulturlandschaften. Die Tourismusintensität ist sehr hoch gemessen an der Einwohnerzahl von 1,6 Millionen.

Rücksicht auf die Natur

Da muss man auch Sorgfalt walten lassen. Darauf hat Woitendorf ein besonderes Auge. Rügen und Usedom an der Pommerschen Ostseeküste sind sicher ein Renner, doch es gibt auch den Zauber von Ostseebädern wie Dierhagen, Wustrow und Ahrenshoop. Auch das wäre ein Angebot für weitere neue Gäste etwa aus Skandinavien, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Die Nachfrage ist hoch, betont Woitendorf, doch mit Rücksicht auf die Natur sei man bestrebt, die bisherigen Besucherströme nach und nach zu entzerren. Und Großprojekte wolle man ohnehin nicht mehr unterstützen. Außerdem möchte man für das Land ein eigenes Tourismusgesetz schaffen, nicht ganz unähnlich den Usancen im österreichischen Föderalismus.

Gibt es überhaupt noch einen so genannten „Geheimtipp“ für einen ganz besonderen Aufenthalt in Meck-Pomm? Oh, ja. Sogar zwei, sagt Woitendorf: Die Feldberger Seenlandschaft und das Sternberger Seenland. Hier verbringt der Tourismusmanager mit seiner Familie und seinem „Corona-Hund“, einem quicken Labrador, erholsame Stunden. Selbst mitten im Sommer könne man sich hier fast allein am Strand oder bei Spaziergängen wiederfinden.

Von Schliemann bis zum Skywalk

Mecklenburg-Vorpommern kann 2022 mit einigen Jubiläen aufwarten. So halten etwa die Hansestädte Wismar und Stralsund seit 20 Jahren ihre Stellung auf der UNESCO-Welterbeliste. Der weltbekannte Archäologe Heinrich Schliemann, Entdecker von Troja, wäre 200 Jahre alt geworden. Dazu gibt es im Museum in Ankershagen in der Mecklenburgischen Seenplatte drei Sonderausstellungen zu seiner Person. Und in der Künstlerkolonie Ahrenshoop auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst blickt man auf 130 Jahre Kunstgeschehen zurück. 

Last but not Least entsteht am Hafen in Altwarp am Stettiner Haff auf einem 18.000 Quadratmeter großen Areal ein neues Resort, das in seiner Art einmalig in Deutschland ist. Das Besondere: Es ist komplett barrierefrei konzipiert. Schwellenlose Zugänge, Bodenmarkierungen und Leitsysteme, akustische und optische Signale, barrierefreie Parkplätze und Küchen mit höhenverstellbaren Arbeitsplatten gehören zur Ausstattung und machen das Resort für Menschen mit und ohne Behinderungen attraktiv. Außerdem sind Assistenzhunde willkommen und eine mobile Pflege vor Ort möglich.

Gerne schließt Tobias Woitendorf seine Präsentation im Angesicht des „Steffl“ mit dem Skywalk. Denn eines der attraktivsten Bauvorhaben ist die Fertigstellung des so genannten Königsweges auf der Insel Rügen. Am Königsstuhl, einem der Wahrzeichen des Landes, entsteht eine barrierefreie und schwebende Aussichtsplattform, die Gästen einen faszinierenden Blick auf die Kreideküste, die Ostsee und den Königsstuhl bieten wird. Mit dem Bau dieses Skywalk wurde im ersten Halbjahr 2021 begonnen. Die Eröffnung ist für den Sommer 2022 geplant. Meck-Pomm hat vor, sich auch weiterhin stets aufs Neue für seine Gäste herauszuputzen.

www.auf-nach-mv.de

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