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Lufthansa

Neue Plattform bringt weitere Billigjobs

Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wehrt sich weiterhin gegen eine teilweise Umorganisation des Lufthansa-Flugbetriebs. Der deutsche AUA-Mutterkonzern will künftig ein dezidiert touristisches Programm auf einer neuen Plattform mit dem Namen "Ocean" organisieren, bei der nicht die Bedingungen des Konzerntarifvertrags gelten sollen. Bei der österreichischen Lufthansa-Tochter AUA (Austrian Airlines) sei das kein Thema, hieß es dort auf Anfrage.

Starten sollen die Ferienflieger solcherart frühestens ab 2021 auf der Lang- und Kurzstrecke von den Drehkreuzen München und Frankfurt, die bisher weitgehend der Stammgesellschaft Lufthansa vorbehalten sind.

Der Präsident der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit, Markus Wahl, kritisierte das aus seiner Sicht "unglückliche und fragwürdige Timing" des Projekts in der Corona-Krise.

"Die Frage stellt sich schon, ob die Lufthansa mitten in der größten Krise seit dem 11. September so viel Geld in die Hand nehmen muss, um den ohnehin schon angeschlagenen Carriern Condor und TUI Konkurrenz im Touristikgeschäft zu machen. Wir gehen von jahrelangen Anlaufverlusten aus", erklärte Wahl am Donnerstag in Frankfurt.

Die VC kritisierte zudem, dass die Arbeitsplätze neu ausgeschrieben werden sollten. Bisher werden ähnliche Flüge unter der Marke Eurowings von Besatzungen der Fluggesellschaften SunExpress und Lufthansa Cityline geflogen. Auch für sie galten die Bestimmungen des Konzerntarifvertrags nicht.

"Ocean" gilt als Haupthindernis für ein langfristiges Sanierungsabkommen zwischen Lufthansa und VC in der Corona-Krise. Die Gewerkschaft fürchtet einen Ausbau der günstigeren Plattform zu Lasten der etablierten Lufthansa-Piloten. Tarifvorstand Marcel Gröls forderte das Unternehmen auf, mit der VC einen Tarifvertrag für Ocean abzuschließen. Wenn das Projekt nur zu untarifierten Bedingungen möglich sei, werde es nicht nachhaltig erfolgreich sein. Die VC werde "beizeiten" für eine Tarifierung sorgen.

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