Lufthansa Group

Ergebnisse bleiben im Minus

Die Lufthansa Group verzeichnete im dritten Quartal bei der Ergebnisentwicklung weiterhin negative Zahlen. Dank Kosteneinsparungen und einer Ausweitung des Flugplans in den Sommermonaten konnten die Verluste zumindest ein wenig verringert werden. Der Umsatz ging auf 2,7 Mrd. Euro zurück, das bereinigte Ergebnis beträgt minus 1,3 Mrd. Euro. Die operativen Aufwendungen gingen aufgrund deutlich geringerer Treibstoffaufwendungen, Gebühren und anderer Kosten um 43 % zurück, durch die Nutzung von Kurzarbeit konnten die Fixkosten um mehr als ein Drittel gesenkt werden.

„Mit strikten Kosteneinsparungen und der Ausweitung unseres Flugprogramms konnten wir die operativen Mittelab­flüsse im dritten Quartal im Vergleich zum Vor­quartal deutlich senken. Dazu hat auch Lufthansa Cargo mit einer starken Perfor­mance und einem positiven Ergebnis von 169 Millionen Euro beigetragen. Diesen Weg verfolgen wir mit aller Konsequenz weiter. Im Laufe des kommenden Jahres wollen wir zu einem positiven operati­ven Cashflow zurückkehren. Dazu treiben wir die Restrukturierung im gesamten Konzern voran und machen die Lufthansa Group in allen Bereichen nachhaltig effizienter“, sagt Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzen­der der Deutschen Lufthansa AG.

Erste neun Monate 2020

Die Lufthansa Group erzielte in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Um­satz von 11 Mrd. Euro (Vorjahr: 28 Mrd. Euro). Das Adjusted EBIT lag in diesem Zeitraum bei minus 4,1 Mrd. Euro (Vorjahr: plus 1,7 Mrd. Euro). Das Konzernergebnis betrug minus 5,6 Mrd. Euro (Vorjahr: plus eine Mrd. Euro). Das Ergebnis wurde durch nicht-zahlungswirksame Sondereffekte belastet. So wurden unter anderem Wertberichtigungen in Höhe von 1,4 Mrd. Euro auf 110 Flugzeuge oder Nutzungsrechte vorgenommen, für die eine Wiederaufnahme der operativen Tätigkeit nicht mehr geplant ist.

Cashflow- und Liquiditätsentwicklung

Der Lufthansa Group standen Ende September liquide Mittel in Höhe von 10,1 Mrd. Euro zur Verfügung. Darin enthalten sind noch nicht abgerufene Sta­bilisierungsmaßnahmen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien in Höhe von insgesamt 6,3 Mrd. Euro.

Der um den IFRS-16-Effekt bereinigte Free Cashflow lag im dritten Quartal bei minus 2,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 416 Mio. Euro), vor allem aufgrund der Rücker­stattung von Ticketkosten an Kunden aufgrund von Corona-bedingten Flugstrei­chungen in Höhe von zwei Mrd. Euro. Demgegenüber standen vor allem Mittel­zuflüsse aus der Ausweitung der Flugaktivitäten im Juli und August, die von kurz­fristigen Buchungseingängen getragen wurden. In den ersten neun Monaten war der Free Cashflow deutlich weniger negativ als das operative Ergebnis. Er sank auf minus 2,6 Mrd. Euro (Vorjahr: plus 685 Mio. Euro). Der Rückgang der In­vestitionen um 63 % auf eine Mrd. Euro (Vorjahr: 2,8 Mrd. Euro) leis­tete dazu einen wesentlichen Beitrag.

Die Nettokreditverschuldung lag am Ende des dritten Quartals bei 8,9 Mrd. Euro (31. Dezember 2019: 6,7 Mrd. Euro). Die Eigenkapitalquote ist gegen­über Jahresende 2019 um 15,4 Prozentpunkte auf 8,6 % gesunken (31. De­zember 2019: 24 %).

Geschäftsfelder

Das Adjusted EBIT der Network Airlines betrug in den neun Monaten -3,7 Mrd. Euro. Eurowings verzeichnete einen Verlust von 466 Mio. Euro.

Einen Lichtblick bietet die Entwicklung der Geschäftsfelds Logistik. Trotz eines Rückgangs des Frachtangebotes um 36 %, ausgelöst durch den Wegfall von Ladekapazitäten in Passagierflugzeugen („Bellies“), stiegen die Umsatzerlöse der Lufthansa Cargo in den ersten neun Monaten um vier Prozent. Ausschlaggebend für die gute Entwicklung war der Einsatz der Frachter­flotten mit 13 Boeing B777F (inkl. Aerologic) und 6 MD-11. Weltweit war ein deutlicher Anstieg der Durchschnittserlöse zu verzeichnen, der auf den globalen Wegfall von Fracht­kapazität in Passagiermaschinen zurückgeht. Das Ergebnis nach neun Monaten stieg auf 446 Mio. Euro (Vorjahr: minus 33 Mio. Euro).
Das Ergebnis von Lufthansa Technik ist hingegen im gleichen Zeitraum auf minus 208 Mio. Euro zurückgegangen (Vorjahr: plus 351 Mio. Euro). Auch das Ergebnis der LSG Group wird durch den weltweiten Rückgang des Flugverkehrs und dem damit verbundenen Einbruch der Nachfrage nach Catering belastet und ging in den ersten drei Quartalen auf minus 269 Mio. Euro zurück (Vorjahr: plus 93 Mio. Euro).

Verkehrsentwicklung im dritten Quartal 2020

Im dritten Quartal 2020 beförderten die Airlines der Lufthansa Group 8,7 Mo. Fluggäste und damit 20 % des Vorjahres. Das Angebot verringerte sich auf 22 % des Vorjahresniveaus. Der Sitzladefaktor lag bei 53 % und damit 33 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Das Frachtangebot sank aufgrund fehlender Kapazitäten auf Passagierflugzeugen um 47 %. Der Rückgang der verkauften Frachtkilometer lag bei 34 %. Darin spiegelt sich ein um 14 Pro­zentpunkte höherer Nutzladefaktor von 73 % wider.

Verkehrsentwicklung in den ersten neun Monaten 2020

In den ersten neun Monaten haben die Airlines der Lufthansa Group insgesamt 32,2 Mio. Fluggäste befördert, das entspricht 29 % des Vorjahres. Das Angebot verringerte sich auf 33 % des Vorjahresniveaus. Der Sitzladefaktor ist in diesem Zeitraum mit 68 % um 15 Prozentpunkte niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Das Frachtangebot ist um 40 % zurückgegangen, die verkauf­ten Frachtkilometer um 33 %. Daraus ergibt sich ein um sieben Prozentpunkte hö­herer Nutzladefaktor von 68 %.

Ausblick

“Die Menschen haben weltweit eine große Sehnsucht, bald wieder zu reisen. Wir stehen gemeinsam mit unseren Partnern bereit und tun alles, um diesen Wunsch so schnell wie möglich und mit höchsten Hygiene- und Sicherheitsstandards zu er­füllen. Es muss jetzt darum gehen, Gesundheitsschutz und Reisefreiheit miteinan­der zu vereinbaren, zum Beispiel durch flächendeckende Schnelltests”, sagt Carsten Spohr.

In den kommenden Wintermonaten wird die Nachfrage nach Flugreisen aufgrund des globalen Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Reisebeschrän­kungen voraussichtlich niedrig bleiben. Die Airlines der Lufthansa Group werden dahingehend bis Dezember maximal 25 % der Vorjahreskapazität anbieten.

Zudem werden umfangreiche Restruktukturierungsmaßnahmen in allen Konzernteilen angekündigt, wodurch ein deutlicher Rückgang im Adjusted EBIT erwartet wird. 

Der durchschnittliche monatliche operative Mittelabfluss, ohne Berücksichtigung von Working Capital-Veränderungen, Investitionen und Einmal- und Restrukturie­rungsaufwendungen, soll im vierten Quartal auf rund 350 Mio. Euro begrenzt werden. Der Rückgang des Adjusted Free Cash Flows wird aufgrund des deutlich niedrigeren Volumens von Ticketrückerstattungen im vierten Quartal voraussicht­lich geringer ausfallen als im dritten Quartal.

Die Lufthansa Group erwartet im Verlauf des Jahres 2021 zu einem posi­tiven operativen Cashflow zurückzukehren. Voraussetzung dafür ist, dass die Pan­demielage eine Erhöhung der Kapazität auf rund 50 % des Vorkrisenniveaus zu­lässt.

Für die kommenden Wintermonate wurde ein weitgehendes Herunterfahren des Betriebs beschlossen. Im Winterflugplan werden 125 Flugzeuge weniger einge­setzt als ursprünglich vorgesehen. In administrativen Bereichen werden nur noch betriebsnotwendige, rechtlich vorgeschriebene und im Zusammenhang mit der notwendigen Restrukturierung stehende Aktivitäten stattfinden.

“Wir stehen am Beginn eines Winters, der für unsere Branche hart und herausfor­dernd sein wird. Wir sind fest entschlossen, die notwendige Restrukturierung zu nutzen, um unseren relativen Wettbewerbsvorteil weiter auszubauen. Es bleibt un­ser Anspruch, auch nach der Krise weiter die Nummer eins unter den Airline Grup­pen in Europa zu sein.”, sagt Carsten Spohr.

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