Lufthansa

EU-Klimapaket erhöht Kosten deutlich

Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Gesetze zum Klimaschutz führen nach Berechnung des AUA-Mutterkonzerns Lufthansa zu hohen Mehrkosten. Alle drei für den Luftverkehr vorgeschlagenen Maßnahmen des Gesetzespakets "Fitfor55" seien ein enormer Wettbewerbsnachteil für die europäischen Airlines gegenüber Konkurrenten aus nicht-europäischen Ländern.

"Allein für die Lufthansa Group würde das vorgeschlagene Fitfor55-Paket kumulierte Mehrkosten von 15 bis 20 Mrd. Euro bis 2035 bedeuten", erklärte die Lufthansa am Mittwoch in ihrem monatlichen Politikbrief. Mit den Vorschlägen der Kommission werde die Erholung der EU-Netzwerk-Airlines spürbar erschwert und ihre Kreditwürdigkeit geschwächt. Die nächste deutsche Bundesregierung müsse in den Verhandlungen auf eine wettbewerbsneutrale Ausgestaltung der Regeln pochen, forderte die Lufthansa.

Die EU-Kommission hat zum Erreichen der Klimaschutzziele vorgeschlagen, dass Airlines künftig mehr für Kohlendioxid-Zertifikate im europäischen Emissionshandelssystem zahlen müssen. Zudem soll eine Kerosinsteuer eingeführt werden sowie eine Pflicht, schrittweise mehr CO2-freien, aber viel teureren synthetischen Kraftstoff einzusetzen. Die Lufthansa erklärte, sie unterstütze zwar die ehrgeizigen Ambitionen der EU im Klimaschutz. Es müsse aber verhindert werden, dass sich Luftverkehr auf außereuropäische, nicht von Klimaschutzgesetzen betroffene Konkurrenten verlagert, die Flüge dann billiger anbieten können.

Kritisch sind aus Sicht der Airline Langstreckenflüge, die meist mit einem Zubringerflug zu einem Drehkreuz verbunden sind. Nach den geplanten Regeln würden die Klimaschutzauflagen etwa für einen Flug von Lissabon nach Bangkok über Frankfurt gelten, für den über Istanbul aber nicht. Zubringerflüge zu Drehkreuzen innerhalb und außerhalb der EU müssten gleich behandelt werden. Die Beimischungsquote von sauberem Flugbenzin dürfe sich nicht auf das Tanken in der EU beschränken, forderte die Lufthansa weiter. Konkurrenten wie die Golf-Carrier sollten über einen Aufschlag für Flüge nach und von Europa zahlen. Die Kerosinsteuer lehnt die Branche komplett ab. Vielmehr müsse es steuerliche Anreize geben, den teuren nachhaltigen Kraftstoff zu tanken.

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