Linz Tourismus

Vom Aufzählen zum Erleben

Die Menschen und nicht die Häuser machen eine Stadt aus, das wusste schon Perikles. Nach diesem Motto beschreitet der Tourismus in Linz neue Wege und stellt beim Angebot Menschen und echte Erlebnisse deutlich stärker in den Vordergrund.

In Linz will man einen Tourismus ohne Touristen. Damit gemeint ist, dass Gäste Bewohner auf Zeit sind, die eine Destination nicht nur besichtigen, sondern authentisch erleben. Dieses hohe Ziel hat sich der Linz Tourismus samt seinen Partnern auf die Fahnen geheftet. Das Modell eines nachhaltigen Tourismus hat ein gutes Miteinander der Bewohner, Betriebe und Touristen im Fokus. Linz Tourismus entwickelt dazu Angebote, Trendtouren, die hinter die Kulissen führen, und schafft mittels digitaler Hilfsmittel Anreize für Gäste, Neues zu erleben.

Den Tourismus heilen

Der Weg in die touristische Neuorientierung wurde in Linz lange vor der Pandemie eingeschlagen, die Qualität und ein nachhaltiges Wirtschaften im Tourismus sollen die Maßgabe sein. „Der Tourismus war schon vor Corona krank“, betont Tourismusdirektor Georg Steiner. Der reine Besuch von populären Sehenswürdigkeiten sei zu oberflächlich geworden, die Gäste wollen echte Begegnungen und nicht nur einem „Wikipedia auf zwei Beinen“ gegenüberstehen. Die Rezeptionisten in den Hotels sollen wieder mehr Concierge und weniger Technokraten sein, die Rechnungen ausstellen und Zimmerschlüssel ausgeben, wie Steiner in einer Online-Pressekonferenz zur Vorstellung des Konzepts betont.

Manfred Grubauer, Aufsichtsratsvorsitzender des Linz Tourismus, ergänzt: „Jene werden nach Corona erfolgreicher sein, die ein ganzheitliches Stadterlebnis realisieren. Was touristisch angeboten wird, ist vielfach zu statisch an Programmen und Abläufen orientiert und zu wenig mit Erlebnissen verbunden. Außerdem ist die Digitalisierung im Tourismus zwar im Marketing und in den Buchungssystemen angekommen, aber noch nicht in der Information an Ort an Stelle.“ 

Weil der Mensch zählt

Die Entwicklung und das Angebot von echten Erlebnissen, die Integration der Betriebe und Bewohner sowie ein konsequenter Einsatz von digitalen Hilfsmitteln stehen zukünftig im Mittelpunkt aller Bemühungen. „Aber immer, um den Menschen Unterstützung zu bieten“, konkretisiert Steiner. Das wachsende Verlangen, als Reisender in der Fremde nicht mit einem Standardprogramm abgespeist, bespaßt und bewirtschaftet zu werden, schließt die Sehnsucht nach Begegnungen mit Menschen am Reiseziel ein. Der Linz Tourismus stellt daher zum Beispiel jene Menschen vermehrt in den Mittelpunkt, die in der Stadt aktuell Ideen und Projekte vorantreiben. Menschen und Begegnungen sind es, an die man sich auch noch Jahre später erinnert und nicht Sehenswürdigkeiten.

Erste Erlebnisse sind bereits buchbar und werden laufend erweitert. Etwa ein kulinarischer Verkostungspass mit zehn gastronomischen Partnern, der die Schwellenangst vorm Probieren nehmen soll. Ebenso buchbar sind neue Special-Interest-Touren, die Besucher mit besonderen Interessen „abholen“. So können sie bei den „Start-up your Mind“-Touren in die kreative Szene der Stadt eintauchen, bei den „Das gute Leben spüren“-Angeboten nachhaltige Konzepte kennenlernen. „In einem Museum zu sein ist per se noch kein Erlebnis“, betont Steiner, der mit dem neuen Konzept alte Strukturen aufbrechen will.

Zum Restart der Tourismus empfängt Linz seine Gäste dann nicht nur mit Erlebnissen, sondern auch verstärkt mit Empfehlungen für Outdoor-Aktivitäten. Es gibt ein breites Angebot an neu beschilderten Wanderwegen, Routen für Radfahrer und Mountainbiker vom Stadtzentrum weg und verschiedene Möglichkeiten für Wassersport auf der Donau. 

Digitalisierung vorantreiben

Viel Energie steckt der Linz Tourismus gleichzeitig auch in die Möglichkeit einer künftigen digitalen Buchungsplattform, die noch im ersten Halbjahr 2021 zur Verfügung stehen soll. Dabei ist die Kooperation mit der Firma Cube Tech von Rudi Tucek weit fortgeschritten.

Digitale Lösungen sind dazu da, Abläufe zu vereinfachen und Zeit für das wirklich Wichtige zu schaffen. Die Visit-Linz-App verfolgt konsequent den Ansatz, die Destination spielerisch erlebbar zu machen. Neben umfassenden Informationen über die Stadt wird das Spiel mit der Erkundung von Linz verknüpft. Aus touristischer Sicht ist sie gleichzeitig ein gutes Hilfsmittel für die Lenkung der Besucher zu bestimmten Orten und die Vernetzung mit den Betrieben. 

Mithilfe der Visit-Linz-App finden die User spannende Hardfacts über die Stadt, die sie auch spielerisch erkunden können. Bei Quizzen, Schnitzeljagden oder der Augmented-Reality-Jagd nach Linzer Torten sammelt der Nutzer Bonuspunkte. Die gesammelten Punkte werden bei Partnerbetrieben in der Stadt eingetauscht – gegen Vergünstigungen, kostenlose Speisen oder Getränke.

Bewohner und Betriebe „mitnehmen“

Ein künftiger Erfolgsfaktor im Tourismus wird nach der Einschätzung des Linz Tourismus auch die Beteiligung der Bewohner sein. So soll es einen „Tag der Einheimischen“ geben. Dabei wird Linzern die Möglichkeit gegeben, ihre Stadt aus der Perspektive von Besuchern zu sehen: Als Stadtführungsteilnehmer, als Museumsbesucher, als Kiebitze hinter den Theaterkulissen und in den Zimmern der Linzer Hotels. Außerdem wird es auch für Betriebe Angebote geben, sich stärker einzubringen. Bei der ohnehin schon etablierten Abstimmung des Tourismuskonzepts können sich alle Verantwortlichen mit ihren Ideen einbringen. Als weitere Möglichkeiten stehen die Linz Academys zur Verfügung, sogenannte Think Tanks sollen außerdem entwickelt werden.

Für eine zusätzliche Attraktivierung der Linzer Innenstadt hat die Stadt Linz mit der Beteiligung des Tourismusverbandes Linz eine eigene Gesellschaft, die City Management Linz GmbH, gegründet. Kernaufgaben werden die Bespielung des öffentlichen Raumes, das Flächenmanagement und die digitale Weiterentwicklung sein.

Das Tourismuskonzept des Linz Tourismus können Sie hier lesen bzw. downloaden:
https://www.linztourismus.at/assets/Uploads/Tourismuskonzept-Linz-2021.pdf

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