Lebensträume

Wenn der Zufall tauchen geht!

Wolfgang May gilt als einer DER Pioniere, was den Tauchtourismus auf den Malediven betrifft und kennt die fantastische Unterwasserwelt im Indischen Ozean aus Zeiten, als der Inselstaat noch weit von dem entfernt war, wofür die „the World’s Leading Destination 2021“ heute weltweit steht.

Damals, in den 1970er Jahren steckte die touristische Entwicklung im heutigen Luxus-Sehnsuchts-Traumreiseziel mit mehr als 200 Resorts – Tendenz weiter steigend – von der familienfreundlichen Clubanlage bis zum exklusiven Boutique-Hotel und rd. 650 Guesthouses, noch in den Kinderschuhen. Heute sind von den zirka 1.200 Inseln in 26 Atollen weit mehr als 140 touristisch erschlossen und von der maledivischen Regierung werden aktuell 20 weitere unbewohnte Inseln unter der Bedingung versteigert, ein Hotel mit mindestens 100 Betten zur weiteren Unterstützung des Tourismus zu errichten. Gerade jetzt, in diesen pandemischen Zeiten, erleben die Malediven einen weiteren „Schub“, war die Destination doch eine der ersten, die sich unter Einhaltung strikter Maßnahmen den Reiseströmen wieder öffnete. 

Von Kurumba bis Eriyadu

Vor 50 Jahren sah die Sache jedoch noch gänzlich anders aus, wie Wolfgang May erzählt: „Als ich Anfang der 1970er Jahre auf den Malediven mit dem Tauchen anfing, gab es auf Kuramathi gerade mal acht bis zwölf Bungalows mit Sandboden im Zimmer, alles war sehr ursprünglich.“ Kuramathi, erzählt May, war überhaupt ein Testballon, ob ein derartiges Angebot von den Touristen auch angenommen wird. Denn Ferienflüge bzw. Flugverbindungen von vielen europäischen Hubs, wie man sie heute kennt – auch Austrian Airlines fliegen die Malediven längst ganzjährig und im Winter mit erhöhten Frequenzen an – gab es damals noch nicht. „Man musste über Colombo/Sri Lanka – damals noch Ceylon – fliegen, der Flughafen von Malé bestand noch aus Bretterbuden und die Transfers zu den Inseln waren ausschließlich mit landestypischen Dhonis möglich“, blickt May zurück.

Die kleine Insel Baros im Nord-Malè-Atoll war, bis Wolfgang May auf Kurumba eine Tauchbasis eröffnete, die einzige Insel mit einem Tauchresort. „Eigentlich war alles ein Zufall, aus einer kurzen Vertretung wurden letztlich mehrere Tauchbasen, die ich neben Kurumba auch auf Nakatchafushi – heute Huvafen Fushi Spa Resort – Maayafushi, Dhiggiri, Nika und Eriyadu geleitet habe.“ An Ideen mangelte es nicht, so begann May etwa Tauchsafaris mit einem angemieteten Boot anzubieten und machte „zwischendurch“ in Deutschland den Pilotenschein, um „Fly and Dive“ umsetzen zu können. Und, er macht heute auch kein Hehl daraus, dass er vieles, was damals quasi mit „zum Angebot“ gehörte, nicht mehr machen würde. Wie Haifütterungen, die man für Touristen am berühmten Fish-Head inszenierte und dafür bald kritisiert wurde. „Ich bin damals mit einem abgeschnittenen Skistock tauchen gegangen, was die Presse aus der Ferne, denn live war kein Medienvertreter dabei, als harpunieren ausgelegte. Das stimmte natürlich nicht, aber damals wie heute löst diese Vorgehensweise, zu der es unterschiedliche Standpunkte gibt, Diskussionen aus.“

Wieviel Luxus verträgt das Paradies?

Das letzte Mal war Wolfgang May, der eigentlich aus der Kreuzfahrt- und Hotelbranche kommt und diese Berufung der Unterwasserwelt zuliebe während seiner Zeit auf den Malediven an den Nagel gehängt hat, Anfang der 1990er in den Inselstaat. Und auch wenn sich der Tourismus zu diesem Zeitpunkt bereits weiterentwickelt hat, „eine wirkliche Veränderung konnte ich nicht feststellen, die kam erst später“, sagt May auf die Frage, wieviel Luxus dieses Paradies noch verträgt. „Es stellt sich halt die Frage, was die Touristen mehr wollen: Luxus oder das Robinson- und Romantikfeeling der Anfangszeiten. Denn aufgrund der Struktur und technischen Voraussetzungen ist schwer vorstellbar, wie man dieses enorme Aufkommen alleine an Müll oder die Süßwasseraufbereitung infrastrukturell bewerkstelligen will? Es ist lobenswert und auch gar nicht anders denkbar, dass man versucht, den Müll vor der fachgerechten Entsorgung zusammenzupressen und auf den Inseln einem strikten Umweltmanagement unterliegt, nur ob das bei anhaltend starkem Wachstum reicht?“ 

Aus einer Idee wurde die SEVEN7SEAS

Vielleicht kommt Wolfgang May nochmals zurück an den Ort, wo die Leidenschaft fürs Tauchen ihren Anfang nahm. Die lebt der gebürtige Deutsche heute auf seinem eigenen Luxus-Tauchsafariboot, der SEVEN7SEAS, in Ägypten. Wo er nach den Malediven, Italien und Madagaskar letztlich angekommen ist und – wie fast wie dereinst beim Einstieg auf Kurumba – auch hier aus einer nur als kleine Episode gedachten Idee „sehr viel mehr wurde.“ Nämlich die mehrfach prämierte und unter Tauchern längst zur Legende gewordene „beste Tauchsafariyacht“ im Roten Meer. Fragt man Wolfgang May nach seinem schönsten Taucherlebnis, wird man überrascht. Denn es sind weder die Malediven noch Ägypten, vielmehr kalte argentinische Gewässer, die ihm mit Begegnungen von 16 Meter langen Glattwalen im acht Grad kalten Wasser ein absolut unvergessliches Erlebnis bescherten. 

Informationen zur SEVENSEAS und zu Tauchsafaris im Roten Meer unter: www.seven-seas-online.de/en/

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