Laudamotion

Von Ryanair-Streik betroffen

Der Streik der deutschen Ryanair-Piloten, der am Freitag massive Flugausfälle und Verspätungen verursachen wird, trifft auch die österreichische Tochter Laudamotion: Mehr als 20 Flüge ab Deutschland, die Ryanair für Laudamotion durchführt, werden am Freitag gestrichen. Österreich-Verbindungen seien nicht betroffen, heißt es von Laudamotion zur APA. Die betroffenen Passagiere seien informiert worden.

Bisher betonte der NIKI-Nachfolger stets, dass die europaweiten Streiks bei Ryanair keine Auswirkung auf Laudamotion-Flüge hätten. Nun kündigten aber erstmals die deutschen Piloten an, am Boden zu bleiben – das trifft die zehn Boeing-Maschinen inklusive Ryanair-Besatzung, die im Rahmen eines Wetlease-Vertrags für Laudamotion fliegen.

Europas größter Billigflieger steht vor dem härtesten Streik seiner Geschichte: Insgesamt mussten für Freitag europaweit rund 400 von 2.400 Flügen abgesagt werden. 250 davon entfallen auf Deutschland. Auch in Belgien, Irland, Schweden und den Niederlanden sind Ausstände geplant. Rund 55.000 Kunden müssten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen, erklärte Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs gestern. Eine Liste der gestrichenen Flüge will Ryanair aber nicht herausgeben.

Die irische Ryanair streitet mit ihren Crews um die Gehälter und Arbeitsbedingungen. Die Airline hatte Gewerkschaften erst im vergangenen Dezember anerkannt und verhandelt seitdem europaweit über Kollektivverträge. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren aber den Verhandlungsstil der Iren. Im Zuge der Streikwelle im Juli hat Ryanair-Chef Michael O'Leary angedroht, Jobs zu verlagern.

Auch für die Belegschaft bei Laudamotion, rund 650 Mitarbeiter, wird über einen Kollektivvertrag verhandelt. Zu einem Abschluss soll es in den nächsten Wochen kommen.

Die Piloten des irischen Billigfliegers Ryanair bekommen unterdessen Rückendeckung von anderen Gewerkschaften für ihre Streiks. Der Europäische Gewerkschaftsbund sprach am Donnerstag von einem "guten Signal". Der Streik sei "für viele auch ein Zeichen in anderen Unternehmen, wo Arbeitnehmer gegeneinander ausgespielt werden", so EGB-Vizegeneralsekretär Peter Scherrer dem Sender rbb.

Außerdem könnten Unternehmen "gewerkschaftliche Rechte nicht mehr einfach ignorieren", wenn sich Arbeitnehmer in verschiedenen Ländern zusammenschlössen, sagte der Gewerkschafter. Sollten die Gewerkschaften bei Ryanair und "vielleicht auch bei Amazon" Erfolg haben, werde das zu einem Umdenken führen, fügte er mit Blick auf den Onlinehändler hinzu, dessen Angestellte auch immer wieder die Arbeit niederlegen, um für bessere Bedingungen zu demonstrieren.

Auch die deutsche Flugbegleiter-Organisation Ufo begrüßte den Arbeitskampf. "Ufo unterstützt den Streik der Kollegen der VC als legitimes letztes Mittel, den Arbeitgeber zu substantiellen Zugeständnissen zu bewegen", sagte Vorstandsmitglied Christoph Drescher den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag.

Ufo fordert ebenfalls bessere Arbeitsbedingungen bei Ryanair und will bis zum Monatsende Verhandlungen mit dem irischen Billigflieger aufnehmen. Bisher zeige sich Ryanair als "sachlicher" Gesprächspartner, sagte Drescher. Nach Gewerkschaftsangaben beschäftigt Ryanair an seinen deutschen Basen rund 500 Flugbegleiter.

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