Kommentar

Bringt SCREEN FATIGUE die Rückkehr von Print?

Corona hat die Digitalisierung beschleunigt, seit knapp 15 Monaten konnten wir in allen Lebensbereichen eine beschleunigte Digitalisierung erleben. Homeoffice, Online-Kurse, digitale Amtswege, Fernunterricht und Videokonferenzen haben den Alltag stark bestimmt. Doch nun macht sich ein neues Phänomen bemerkbar: „SCREEN FATIGUE“.

Darunter versteht man die Bildschirmmüdigkeit, die zusehends den digitalen Wandel in seine Schranken weist. Zeitungen, gedruckte Bücher und Kataloge sowie Hörbücher feiern gerade eine „Wiederauferstehung“. Wurde vor wenigen Monaten den analogen Produkten noch ein Ende vorausgesagt, zeigt sich nun, dass diese ein starkes Comeback erleben. Jüngste Studien und Umfragen aus England, Deutschland und der Schweiz untermauern besagtes Ergebnis. Eine Studie des Marktforschungsinstituts Intervista AG im Auftrag der Schweizer Post zeigt, dass Printmedien wieder mehr beachtet werden. 57 % der Befragten gaben an, dass sie sich von „analogen Werbeformen“ am ehesten zum Kauf inspiriert fühlen. Zum Vergleich: Werbung in digitalen Medien - auf Websites und Suchmaschinen - wird nur noch von 19 % wahrgenommen.

Wie kam es dazu, dass digitale Produkte in der Wahrnehmung zusehends verlieren und gedruckte Werbung sowie analoge Medien ein derart starkes Revival erleben? Nun, das hängt laut jüngsten Studien direkt mit der Pandemie zusammen! So geben mehr als die Hälfte der 18 bis 29-Jährigen an, sich öfters bildschirmmüde zu fühlen. Auch in den weiteren Altersgruppen wird dieses Phänomen zusehends beobachtet. Mit der voranschreitenden Digitalisierung hat, so das Ergebnis, der Stellenwert von analogen Medien wieder zugenommen.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für die Reisebranche? Screen Fatigue führt dazu, dass analoge Produkte im Vertrieb und Marketing wieder stärker gefragt sind. Die ständige Bildschirmarbeit in immer mehr Lebensbereichen sorgt nicht nur für digitale Müdigkeit, sondern kann auch immer seltener Emotionen erzeugen. Printprodukte hingegen werden mit allen Sinnen wahrgenommen – denn sehen, riechen und fühlen sind wesentliche Reize, die auf unser Gehirn einwirken. Neuroforscher sehen für Reisekataloge und Magazine eine gute Ausganslage nach Corona! Denn über Anfassen, Riechen (Druckerfarbe, Papier) und Fühlen werden weitere Anreize und Emotionen erzeugt, die digitalen Medien nicht bewirken können.

Zusammengefasst gibt es also starke Gründe, warum Printprodukte wieder stärker gefragt sind und somit auch in Zukunft Reisekataloge einen festen Platz in der Touristik einnehmen werden.

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