Klimaticket Now

1-2-3 – Vorbei!?

Bald ist es da, das Klimaticket. Allerdings nicht so, wie von vielen erhofft. Während die Verträge mit sechs Bundesländern stehen, bremst der Verkehrsbund Ostregion (VOR) nach wie vor die Umsetzung des seit 15 Jahren erwarteten "Öffi-Tickets". 

Das Leuchtturmprojekt der Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) soll mit 01. Oktober erhältlich und ab dem 26. Oktober 2021 nutzbar sein – allerdings nur in sechs Bundesländern und vorerst nur das 3er-Ticket (drei Euro pro Tag für alle neun Bundesländer). Während Verträge mit den ÖBB, der Westbahn und Regiojet bereits stehen, sträubt sich der Verkehrsbund Ostregion (VOR), zu dem die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland gehören, gegen die Einführung für alle Verkehrsmittel. Schade, wenn eine sinnvolle Klimaschutzmaßnahme wieder einmal aus Eigensucht der Unternehmen zu scheitern droht. 

"Die Zeit des Wartens ist vorbei", verkündet Gewessler am Donnerstag während der Vorstellung des neuen Klimatickets in Linz. Zuversichtlich sieht sie die VOR noch rechtzeitig bis zum 26. Oktober einlenken, die Verhandungen gestalteten sich aber bisher äußerst schwierig. So fürchtet der Verkehrsbund um Ausfälle bei den Einnahmen – über hundert Millionen Euro gibt das Unternehmen an. Das Ministerium würde 43,7 Mio. Euro als Kompensation für die Region zur Verfügung stellen, den Ländern sei dies aber zu wenig. 

Zudem hat der Verkehrsbund weitere Sonderwünsche. Unter anderem sei eine gleichzeitige Einführung aller Varainten des 1-2-3-Ticktes gefordert, um VOR-Kunden mit einer späteren Einführung des Regionaltickets nicht zu benachteiligen (rund 60 % des öffentlichen Verkehrs bewege sich im Regionalverkehr). Die Bundesländer Niederösterreich und das Burgenland sollen zudem zu einer Region zusammengefasst werden, um Pendler aus dem Burgenland nicht zu benachteiligen, die sonst für drei Bundesländer zu zahlen hätten. 

Eine Einigung über den Zuschuss des Bundes vorausgesetzt, will der VOR im Dezember ab Fahrplanwechsel mit eigenen vier Zonen unterwegs sein: Wien um 365 Euro, Niederösterreich/Burgenland um 550 Euro und alle drei Bundesländer um 900 Euro. Das Drei-Bundesländer-Ticket wäre demnach zum verbilligten Klimaticket um 949 Euro nur marginal billiger und dürfte im Jahr des Starts die Abwanderung zum bundesweiten Klimaticket beschleunigen. (Quelle: Standard)

Den 26. Oktober nimmt man jedoch als fixen Starttermin des Tickets. Damit sind alle Züge der ÖBB inkl. der S-Bahn in Wien, der Westbahn oder Regiojet in der Ostregion inkludiert sowie alle öffentlichen Verkehrsmittel in den übrigen Bundesländern – Salzburg, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg, Kärnten und Steiermark. Unterzeichnen Wien, Niederösterreich und Burgenland die Verträge wird das Ticket auf diese Regionen erweitert – auch nach Kauf bzw. nach dem 26. Oktober. "Das Ticket wird automatisch ein Upgrade bekommen", erläuterte die Ministerin. 

Der Rabatt, den es im Vorverkauf bis 26. Oktober gibt, gilt dann ebenfalls. So kostet das Klimaticket statt den regulären 1095 Euro nur 949 Euro und für alle unter 26 Jahren, Senioren und Menschen mit Behinderung sind es statt 821 Euro mit dem 15 % Rabatt zum Start 699 Euro.

Das KlimaTicket Now wird ab 01. Oktober im Vorverkauf auf www.klimaticket.at, bei allen Schaltern von ÖBB und Westbahn und auch bei allen Vertriebsstellen der teilnehmenden Verbünde erhältlich sein.

Wann kommt das 1er- und 2er-Ticket?

Das Klimaticket um einen Euro am Tag (1er-Ticket um 365 Euro) in einem Bundesland sowie das Ticket um zwei Euro am Tag (2er-Ticket um 730 Euro) in zwei Bundesländern verzögert sich aufgrund der länger andauernden Verhandlungen mit der Ostregion. Mit dieser Zwischenlösung möchte man sich für den Abschluss mit der Ostregion die notwendige Zeit verschaffen, heißt es seitens der Ministerin. 

Einzelne Bundesländer sind bereits jetzt schon mit eigenen regionalen Flächentickets gestartet. So bieten Wien (365 Euro), Vorarlberg (385 Euro), Tirol (509,40 Euro) und Salzburg (595 Euro) eigene Tickets für das jeweilige Bundesland an. Oberösterreich zieht ebenfalls mit 26. Oktober mit einem regionalen Ticket nach. Dieses wird 365 Euro kosten, ausgenommen sind allerdings Linz, Wels oder Steyr. Nimmt man eine dieser Kernzonen dazu, kostet das Ticket jährlich 604 Euro. Das Ticket für das Bundesland plus alle drei Kernzonen wird 695 Euro kosten – und damit verflüchtigt sich schnell das einfache Preismodell mit einem oder zwei Euro pro Tag ins Kleingedruckte. 

Die Umsetzung dieser Tickets steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. „So schnell wie möglich“ sollen auch die restlichen Bundesländerstufen des Klimatickets umgesetzt werden – ein Datum gibt es allerdings noch nicht. In der Steiermark und in Kärnten gibt es noch gar kein Flächenticket. „Hier wird intensiv daran gearbeitet“, sagte die Umweltministerin. Fertig sei das „Klimaticket“ erst, wenn „wir alle Stufen haben“. „Wir werden dieses Versprechen einlösen“, so die Umweltministerin.

Einige Beispiele, für wen sich das 3er-Ticket schon jetzt rentiert, finden Sie unter www.bmk.gv.at

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