KISS 3

Neue Flotte der WESTbahn

Zehn Jahre nach der ersten Fahrt der WESTbahn, am 11. Dezember 2011, mit Garnituren des Typs „KISS 1“ präsentierten die WESTbahn-Anteilseigner die jüngste WESTbahn-Flotte: „KISS 3“.

Die dritte Zugflotte mit insgesamt 15 sechsteiligen Triebzügen zu je 506 Sitzplätzen, gefertigt beim Schweizer Hersteller Stadler, ist gleichzeitig die erste, die mit einer Zulassung der European Railway Agency in Österreich unterwegs ist. Bemerkenswert ist nicht nur der rasche Ablauf, von der Bestellung vor zwei Jahren über die Zulassungsverfahren bis zur Inbetriebnahme in diesen Tagen, sondern auch der Umstand, dass die ersten Garnituren schon im fahrplanmäßigen Betrieb zwischen Wien und Salzburg unterwegs sind. 17 Garnituren der beiden ersten Generationen wurden bereits an die Deutsche Bahn verkauft und werden nach und nach ausgeliefert. 

Streckenschonende & fahrgastfreundlich

Für die neue Flotte konnte das bewährte Alu-Leichtbaukonzept weiter optimiert werden: Das Garniturgewicht wurde trotz erweiterter technischer Ausstattung um zwei Tonnen verringert, wodurch der KISS 3 für die Strecke Wien – Salzburg etwa 25 Prozent weniger Energie verbraucht, als andere Flotten auf dieser Strecke. Darüber hinaus sind die KISS 3 auch „streckenschonend“ auf der Infrastruktur unterwegs, da die maximale Achslast bei rund 18,5 Tonnen liegt und damit etwa 3,5 Tonnen unter anderen gängigen Fernverkehrs-Zügen. Die Ausstattung der Garnituren mit dem derzeit modernsten Zugsicherungssystem ETCS Level 2 - Baseline 3 bringt mehr Ausfallssicherheit und übersichtlichere Informationen für die Triebfahrzeug-Führer. 

Verbesserungen für das Wohlbefinden der Reisenden, wie die stärkere Druckertüchtigung der Züge, die für angenehme Tunnelfahrten bei Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h sorgt, Anpassungen bei der Klimaanlage und ein optimiertes WC-System mit Desinfektionsmittelspender runden die baulichen Fortschritte bei KISS 3 ab.  

Mit der neuen Flotte führt die WESTbahn auch eine neue Klasse ein: Es wird vom Zwei- auf ein Dreiklassenkonzept erweitert, zwischen der 2. Klasse (neue Bezeichnung: Standard Class, Farbe Orange) und der 1. Klasse (neue Bezeichnung: First Class, Farbe Gelb) wird im KISS 3 die Comfort Class 2+ (Farbe Petrol), mit Vierersitzen und großen Tischen, angeboten. „Beinahe könnte man glauben, wir haben 2019, vor zwei Jahren, bereits gewusst, dass heuer das Klimaticket eingeführt wird,“ meint Dr. Hans Peter Haselsteiner schmunzelnd. „Jedenfalls sind wir überzeugt, dass der Zeitpunkt für die Erneuerung unserer Flotte geradezu ideal ist. Einerseits, um den erwarteten neuen Bahnkunden modernere Züge anbieten zu können, andererseits, weil mit dem Klimaticket in Österreich erstmals diskriminierungsfreies Wirtschaften angepeilt wird. So werden wir für Reisende mit dem Klimaticket den gleichen Tarif pro Kilometer pro Fahrgast abgerechnet bekommen wie die ÖBB.“ 

Die WESTbahn Vorteilswelt

Mit Beginn der Gültigkeit des Klimatickets ab 26. Oktober wird die WESTbahn ihren Fahrplan um acht Zugverbindungen pro Tag ausweiten. Besondere Vorteile genießen jene, die mit ihrem Klimaticket Now beziehungsweise Österreich ab 26. Oktober in den neuen KISS 3-Zügen unterwegs sind: Sie können bei jeder Fahrt mit ihrer Netzkarte in der WESTbahn kostenlos in die Comfort Class upgraden. Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, vorab eine kostenlose Platzreservierung vorzunehmen. Allen Reisenden, egal, mit welchem Ticket sie unterwegs sind, bringt der neue Relax Check-in weitere Vorteile. Wenn man am Handy über die App den eigenen Ticket-QR-Code mit dem neuen Sitz-QR-Code verbindet und sich so für die Fahrt eincheckt, wird das Ticket durch die Crew nicht mehr kontrolliert. Lesen, fokussiert arbeiten oder schlafen ist dann im Regelfall ungestört möglich. Mit jedem Relax Check-in sammeln Reisende WESTpunkte (1 Euro Ticketwert = 1 WESTpunkt), die sie für weitere Tickets oder einen Kaffee bei der nächsten Fahrt am neuen QR/NFC-Zahlungsmodul der WESTcafés einlösen können.

Mit dem Fahrplanwechsel folgt dann der nächste, erstmals auch internationale Schritt der WESTbahn: Ab 12. Dezember 2021 werden mit den neuen KISS 3 täglich bis zu sechs durchgehende Verbindungen pro Tag zwischen Wien Westbahnhof und München Hauptbahnhof angeboten. Durch den Halt in München Ost ist dabei auch der einfache und zeitsparende Umstieg in die S-Bahn zum Flughafen München möglich. „Wir haben berechnet, dass man mit der neuen Verbindung von Wien-Zentrum das Zentrum von München schneller erreichen wird, als über den Luftweg,“ ergänzt Dr. Haselsteiner.

Der KISS 3 bietet einen dreifachen Mehrwert

Eine klimaschonende Neuflotte für das Klimaticket, eine wirtschaftlich kluge Neuflotte für die WESTbahn und eine komfortable und attraktive Neuflotte für alle Reisenden. Auch Generalsekretär Kasser freut sich mit der WESTbahn: „Das Klimaticket Now ist ein unschlagbares Angebot und viele Menschen werden damit eine große Freude haben. Jeder und jede kann damit beim Klimaschutz mithelfen. Es ist bequem, weil man mit einer Karte viele Öffis abdeckt.  Mit den neuen Zügen der WESTbahn wird das Pendeln oder der Ausflug am Wochenende noch bequemer. So gelingt uns der Umstieg – für mehr Klimaschutz und für die Menschen in Österreich mit besseren und bequemeren Öffis.“

Haselsteiner's Visionen

„Wir wollen bald eine wirkliche 'Westbahn' sein und streben eine Verbindung von Wien über Salzburg, München nach Bregenz an. Ohne dabei Tirol und den Arlberg zu passieren. Sobald an der Südstrecke die Tunnelbauten abgeschlossen sind, sind wir auch an der Verbindung von Wien nach Kärnten interessiert. Das aktuelle Geschäftsjahr werden wir wahrscheinlich ohne Cash-Verlust abschließen können, dank staatlicher Corona-Hilfen und trotz deutlicher Rückgänge bei den Fahrgästen. Derzeit streiten wir noch mit der Republik über eine Rückforderung in der Höhe von 50 Mio. Euro von anfänglich deutlich überhöhtem Infrastrukturentgelt. Unsere Forderung ist seit Jahren anhängig und wird eigentlich schon damit legitimiert, dass wir vor der Pandemie deutlich weniger zahlen mussten und auch das künftige Entgelt niedrig bleiben wird.“

Weitere Aufträge in Planung

„CRRC Züge werden in China in einem von Siemens errichteten Werk und mit von Siemens gelieferter Technologie gebaut. Dieses Werk steht unter der Leitung eines Deutschen. Ob vier dieser Züge gekauft und eingesetzt werden können, wird voraussichtlich erst in zirka zwei Jahren entschieden, wenn die Prüfungsverfahren abgeschlossen sind. Prinzipiell glaube ich, dass man sich dem chinesischen Markt nicht verschließen kann.“ 

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