Italien

Tourismus bangt um russische Gäste

Die schon von der Coronakrise hart getroffene italienische Tourismusbranche befürchtet negative Auswirkungen wegen des Ukraine-Konflikts. Während immer mehr Länder ihre Reisebeschränkungen lockern und der italienische Fremdenverkehr nach zwei schwierigen Pandemiejahren auf einen Neustart gehofft hatte, wirft der Ukraine-Krieg einen dunklen Schatten der Unsicherheit auf die nächsten Monate.

Allein die Stadt Rom rechnet mit Verlusten von 150 Millionen Euro wegen des Ausfalls russischer Touristen im Frühjahr. In Rom geben russische Urlauber circa 15 % ihres Budgets für Italien-Reisen aus. 2019, dem Jahr vor der Pandemie, hatte Rom eine Million russische Touristen empfangen, die sich durchschnittlich vier Tage in der Stadt aufhielten und oft in Luxushotels logierten.

Starke Umsatzrückgänge wegen der Ukraine-Krise befürchten die Badeorte an der Adria, die bei russischen Touristen besonders beliebt sind. Der Flughafen "Federico Fellini" in Rimini rechnet mit dem Rückgang von etwa 300.000 Touristen wegen der Krise.

Der Krieg in der Ukraine droht sich auch negativ auf den Tourismus auf Sardinien auszuwirken. Der russische Markt hat einen Wert von 40 Millionen Euro allein für Hotelübernachtungen. "Es ist zu früh, um zu verzweifeln, die Sorge ist jedoch real: Es ist unvermeidlich, dass die Besucherzahlen zurückgehen werden", beklagte sich der Präsident des Hotelierverbands Federalberghi auf Sardinien Paolo Manca. Circa 220.000 Russen pro Saison besuchen Sardinien. Der Verlust russischer Touristen sei besonders schmerzhaft, da Russen normalerweise viel ausgeben.

"Der Konflikt könnte starke Auswirkungen auf den Tourismussektor haben, der bereits massiv von der Pandemiekrise betroffen ist. In diesem Klima der erneuten Ungewissheit und ernsten Besorgnis wird die Regierung den Fremdenverkehr unterstützen", erklärte Tourismusminister Massimo Garavaglia. Der Minister schließt weitere Stützungsmaßnahmen für den Tourismussektor nicht aus.

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