Italien

Hunderte Flugabsagen nach Streiks

Verspätungen, abgesagte Flüge und Streiks: Italien erlebte am Sonntag erhebliche Schwierigkeiten im Flugverkehr. Wegen eines vierstündigen Streiks der italienischen Piloten und Flugbegleiter von Ryanair, Volotea Malta Air und Crewlink wurden hunderte Flüge gecancelt. Auch ITA Airways, Nachfolgegesellschaft des Ex-Monopolisten Alitalia, musste 122 Flüge streichen.

"Nach den Arbeitsausständen am 8. und 25. Juni hat Ryanair noch keinen Dialog mit den Gewerkschaften über die Probleme aufgenommen, unter denen die Besatzung seit Monaten leidet", kritisierten die Arbeitnehmerorganisationen. Sie beklagten unter anderem die schlechten Arbeitsbedingungen des Flugpersonals an Bord von Langstreckenflügen. Die Verbraucherverbände Codacons, Unc und Assoutenti drohen, Beschwerden und Klagen zum Schutz der Flugpassagiere einzureichen.

"Wir hoffen, sobald wie möglich konkrete Antworten zu erhalten, um den Arbeitnehmern menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu gewährleisten und weitere Unannehmlichkeiten für die Passagiere in diesem Sommer zu vermeiden", betonten die Gewerkschaftsverbände Filt Cgil und Uiltrasporti. Auf den Flughäfen Mailand Malpensa, Bergamo Orio al Serio, Pisa und Rom Fiumicino kam es zu Sitzstreiks des Flugpersonals.

Entscheidung bei SAS naht

Hoffnung auf eine Einigung gibt es hingegen laut Reuters bei der skandinavischen Fluglinine SAS. Bei der angeschlagenen Fluggesellschaft setzen am 14. Streiktag Pilotengewerkschaften und Airline ihre Gespräche fort. "Wir haben heute Nacht verhandelt und machen weiter", sagte der Vertreter der norwegischen Pilotengewerkschaft Roger Klokset am Sonntag in einer Gesprächspause. Die Parteien hätten sich womöglich angenähert. "Aber ich weiß noch nicht, ob es eine Einigung geben wird", fügte er hinzu.

Die meisten SAS-Piloten in Schweden, Dänemark und Norwegen hatten am 4. Juli die Arbeit niedergelegt, nachdem Gespräche über Bedingungen rund um den Rettungsplan der skandinavischen Fluglinie gescheitert waren. Die Konfliktparteien kehrten dann am Mittwoch in Stockholm an den Verhandlungstisch zurück.

Größte SAS-Eigner sind Schweden und Dänemark mit Anteilen von jeweils 21,8 Prozent. Die Airline erklärte am Donnerstag, der Streik habe zu 2.550 Flugausfällen geführt, von denen 270.000 Passagiere betroffen waren und die sie zwischen 94 und 123 Millionen Dollar (bis zu 122 Mio. Euro) kosteten. Für Sonntag wurden laut der Flugverfolgungsplattform FlightAware 164 SAS-Flüge gestrichen und damit 62 Prozent der geplanten Flüge. Die Piloten von SAS Link und SAS Connect sind nicht im Streik. Die Flugzeuglenker der 75 Jahre alten Tochtergesellschaft SAS Scandinavia hatten jüngst eingeräumt, sie seien zu begrenzten Lohnkürzungen und ungünstigeren Bedingungen bereit. Aber die Airline hatte betont, die angebotenen Zugeständnisse reichten nicht aus, um einen im Februar angekündigten Rettungsplan umzusetzen.

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