Ischgl

Seilbahnpionier Parth zieht sich zurück

Seilbahnpionier Hannes Parth zieht sich nach 36jähriger Tätigkeit für die Silvrettaseilbahn AG mit Ende des Jahres als Vorstand zurück. Er verantwortete Investitionen mit einem Volumen von mehr als 700 Mio. Euro, in seiner Ära erfolgte die internationale Positionierung der Tourismusdestination Paznaun-Ischgl. Mit Jahresbeginn übernimmt nun Neo-Vorstand Günther Zangerl das Zepter.

"Die Wehmut ist gering, denn es ist ein wohlüberlegter Schritt", sagte Parth im Gespräch mit der APA. Einer, den er selbst gesetzt habe. Denn eigentlich laufe sein Vertrag bis 2021. Als Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Samnaun sowie als Obmannstellvertreter der Fachgruppe der Tiroler- und im Fachverband der Österreichischen Seilbahnen werde er der Seilbahnwirtschaft aber erhalten bleiben.

Ferner will er mit dem von ihm maßgeblich initiierten Verein "Vitalpin", dem er als Obmann vorsteht, Imagepflege für den Tourismus betreiben und den abgelegenen Seitentälern des Alpenraums mehr Gewicht in der öffentlichen Diskussion geben. "Es gibt eine Unzahl an Umwelt-NGOs, die sich bemüßigt fühlen, irgendwelche Einschätzungen über unseren Lebensraum abzugeben", so Parth: "Auf der anderen Seite hat der ländliche Raum mit dem Tourismus als einzig zukunftsfähigem Wirtschaftszweig kein Sprachrohr". Dafür will er die Interessen aus Industrie, Handel und Banken bündeln. Ohne Tourismus würde der Großteil der Arbeitsplätze verloren gehen und die Infrastruktur wegbrechen. "Der Bezirk Landeck ist ein Paradebeispiel in Sachen Tourismus-Abhängigkeit - 74 Prozent der Wertschöpfung würden ohne ihn verloren gehen", so Parth.

In den 36 Jahren seiner Tätigkeit habe sich viel verändert. Zu Beginn war es positiv, wenn überhaupt gebaut wurde. Zudem war der bürokratische Aufwand viel geringer. "Früher hat es gereicht, wenn man neue Anlagen präsentiert hat", resümierte der 63-Jährige: "Heute ist die Marke sehr viel wichtiger geworden, um im internationalen Markt mitzumischen." In Ischgl sei man den Weg der Qualität gegangen. Daher habe man laufend in die Infrastruktur investiert, aber auch Restaurants massiv ausgebaut. Etwa habe man auf Bedienungsrestaurants gesetzt, die kaum wirtschaftlich zu führen seien, aber eine gehobene Gästeschicht anziehen. "Mit Lech sind wir der führende Ort, was die Qualität im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich anbelangt. Dadurch können wir einen vernünftigen Preis halten", erklärte der Seilbahnmanager.

Zudem sei die Konstruktion der Silvrettaseilbahn AG ein "Glücksfall". "Zu Beginn war kein Investor bereit, uns Geld zu geben, da viele Gutachten negativ ausfielen. Es hieß, aus Ischgl wird so und so nie ein Skigebiet", erzählte Parth. Daher nahmen in den 60er-Jahren Bauern Geld auf, um sich an der Seilbahn zu beteiligen. Die Folge ist, dass die Einheimischen nach wie vor Herr im Haus seien, so Parth: "Wir schütten keine Dividenden aus, sondern alles fließt als Reinvestitionen in die Infrastruktur. Davon profitieren dann eh unsere Betriebe." In dieser Form kenne er keine andere Konstruktion in Tirol. Im Geschäftsjahr 2017 lag der Umsatz bei 80 Mio. Euro, das EGT bei 24 Mio. Euro und die Eigenkapitalquote bei rund 90 Prozent. Der Jahresgewinn von 18,7 Mio. Euro floss auf das Rücklagenkonto. Für 2018 wird neuerlich eine Steigerung beim Umsatz erwartet.

Der Ausbau in die Infrastruktur war in seiner Ära oberstes Credo. Das gesamte Investitionsvolumen von über 700 Mio. Euro sei neben den über 40 Anlagen vor allem auch in die Infrastruktur geflossen, so der scheidende Seilbahnchef: "Unter anderem haben wir versucht, die Gäste nah an die Seilbahnen zu bringen bzw. möglichst viele Betriebe anzubinden." Auch dürfe man nicht vergessen, dass neben Qualität und Schneesicherheit die Größe des Skigebietes ein wesentliches Kriterium für die Urlaubswahl ist. "Wenn man einer weltweiten Konkurrenz unterliegt, muss man stetig besser werden", so Parth.

Mit Jahresbeginn wird dann Neo-Vorstand Günther Zangerl die Geschicke der Silvrettaseilbahn AG gemeinsam mit dem technischen Vorstand Markus Walser in der Hand haben. In der Amtsführung will er "sehr vieles beibehalten", meinte Zangerl: "Es ist unbestritten eine beispiellose Erfolgsgeschichte." Ohnedies werde es eine sportliche Herausforderung, allein den Status quo und das Niveau zu halten. Das Rad neu erfinden wolle er nicht, denn "die Grundsatzentscheidungen, auf denen unser Wirtschaften beruht, waren goldrichtig", so Zangerl: "Das sind Vorteile, die es kaum sonst wo gibt." Für 2022/23 will das Unternehmen in Kooperation mit der Gemeinde Ischgl und dem Tourismusverband Paznaun-Ischgl ein neues Thermen-Erlebnisbad eröffnen. Laut derzeitigen Schätzungen wird die Umsetzung 60 Mio. Euro kosten. Eine derartige Investition sei wichtig, um den Gästen bei Schlechtwetter Alternativen bieten zu können, hieß es. Zudem komme eine derartige Investition der gesamten Region zugute.

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