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INTEGRAL

Große Sorgen um den Zustand der Weltmeere

Das Meer ist faszinierender Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen und mit seinen Stränden Sehnsuchtsort für die Menschen. Doch die Ozeane sind durch Klimawandel und Verschmutzung immer mehr gefährdet. Wie sehr beunruhigt dies die österreichische Bevölkerung? Hat die Corona-Krise Einfluss auf die Problemwahrnehmung? Und welche Umweltprobleme im Meer sind aus Sicht der Befragten die drängendsten? Diesen und weiteren Fragen ist INTEGRAL anlässlich des Welttages des Meeres am 08. Juni in einer Online-Studie nachgegangen.

Besorgtheit steigt mit zunehmendem Alter

Der Zustand der Weltmeere stimmt den Großteil der österreichischen Bevölkerung sorgenvoll, so machen sich drei Viertel der Befragten (76 %) Sorgen um den Zustand der Ozeane. Die Problemsensibilität nimmt dabei mit steigendem Alter zu: Während sich 72 % der 18- bis 49-Jährigen um den Zustand der Meere sorgen, sind es bei den 50- bis 69-Jährigen 82 %. Zudem erwartet eine deutliche Mehrheit der Befragten (63 %), dass sich der Zustand der Meere in den nächsten zehn Jahren verschlechtern wird, nur eine Minderheit (10 %) erwartet Verbesserungen in diesem Zeitraum.

Die Corona-Krise ändert nichts an der Sorge um die Ozeane

Auch wenn derzeit die Corona-Krise das bestimmende Thema in Politik und Medien ist: Für 82 % der Befragten ist der Zustand der Weltmeere aktuell gleich wichtig wie vor der Pandemie, für weitere sechs Prozent ist das Thema sogar wichtiger als vor Beginn der Corona-Krise.

Aufgrund des Corona-Virus und der verhängten Kontakt- und Reisebeschränkungen hat ein gutes Drittel (36 %) der Österreicher einen Urlaub am Meer storniert oder verschoben, zehn Prozent der Befragten halten an ihrem Vorhaben fest und werden trotzdem einen Urlaub an einem Meer machen. Die meisten (51 %) hatten jedoch ohnehin keine Pläne für einen Urlaub am Meer.

Plastik im Meer wird klar als drängendstes Meeresproblem eingestuft

Gefragt nach den drei größten Umweltproblemen im Meer, geben gut vier von fünf Befragten (83 %) Plastik in Ozeanen (z.B. Mikroplastik oder Plastikmüll) als eines der größten Probleme an. Mit deutlichem Abstand folgen Überfischung (39 %) und Klimawandel (36 %) – da dieser einen Anstieg der Wassertemperatur und des Meeresspiegels zur Folge hat.

Großteil der Bevölkerung will Konsumverhalten ändern, um Plastikmüll zu reduzieren

Diese ausgeprägte Problemwahrnehmung spiegelt sich auch im Alltagsverhalten wider. Acht von zehn Österreichern geben an, ihr Konsumverhalten künftig ändern zu wollen, um Plastikmüll in den Meeren zu reduzieren. Personen über 50 und Höhergebildete zeigen sich hier überdurchschnittlich motiviert.

Soziales Milieu bestimmt die Bereitschaft zur Verhaltensänderung

Betrachtet man die Ergebnisse differenzierter nach dem Gesellschaftsmodell der Sinus-Milieus® zeigt sich, dass die Bereitschaft zur Verhaltensveränderung in der Bevölkerung deutlich variiert – allerdings auf hohem Niveau.

„Speziell die verantwortungsbewusste Bildungselite der Etablierten und der Postmateriellen bekundet eine hohe Veränderungsbereitschaft. Dies ist auf ihr ausgeprägtes soziales Gewissen zurückzuführen.“, fasst Martin Mayr, Mitglied der Geschäftsleitung von INTEGRAL, zusammen. „Kritisch ist hingegen, dass die gesellschaftliche Elite der Zukunft nur unterdurchschnittliche Bereitschaft zur Änderung ihres Konsumverhaltens zeigt: Fast ein Drittel (31 %) der Digitalen Individualisten – der urbanen, kreativen und kulturellen Avantgarde – wollen ihren Konsum künftig nicht ändern.“

Fakten statt Mythen: Österreicher unterschätzen die Zersetzungsdauer von Müll im Meerwasser

Die Vermüllung der Meere ist die Folge der sehr langsamen Zersetzung des Mülls im Wasser. Im Durchschnitt schätzen die Befragten, dass 183 Jahre vergehen, bis eine Plastikflasche im Wasser vollständig abgebaut ist. Fakt ist aber, dass sich eine Plastikflasche erst nach 450 Jahren aufgelöst hat. Dies hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in einer Studie 2018 veröffentlicht.

Deutsche schätzen den Zustand der Weltmeere optimistischer

Bezogen auf den Zustand der Weltmeere sind unsere deutschen Nachbarn zuversichtlicher als die Bevölkerung hierzulande: Während 63 % der Österreicher denken, dass der Zustand in den nächsten zehn Jahren schlechter wird, erwarten dies nur 55 % der Deutschen. Das hat das der deutsche Partner von INTEGRAL, das SINUS-Institut, in Kooperation mit YouGov herausgefunden. Die Sorge um den generellen Zustand der Ozeane ist in beiden Ländern ähnlich stark (Österreich: 76 % vs. Deutschland: 78 %). Ebenso versuchen Österreicher und Deutsche in gleichem Maße darauf zu achten, im Alltag Plastik möglichst zu vermeiden (Österreich: 80 % vs. Deutschland: 79 %).

Dies sind Ergebnisse aus der INTEGRAL-Eigenforschung. Im Rahmen einer Online-Befragung wurden im Mai 2020 500 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren befragt.

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