Homeoffice-Book II

„Nichts wird schlechter, nur anders!“

Das war ja klar, das musste ja so kommen, jetzt haben wir den Salat – wir könnten heute über Unvernunft, Wut, Ärger, Ernüchterung, Sinnlosigkeit, Dummheit, Angst, wirtschaftlichen Druck und politische Präpotenz, über Ignoranz, Schuldzuweisungen, wirre Spekulationen und bizarre Verschwörungstheorien fabulieren. Wir könnten über angespannte Nervenkostüme, Perspektivenlosigkeit, Vereinsamung sowie über eine gestohlene Kindheit und Jugend und natürlich über Auf- und Zusperren und das große Tal der „Corona-Tränen“ sinnieren. Kurzum, wir könnte das tun, was gerade voll im Trend liegt: Destruktiv über eine Tatsache, die uns alle gewaltig anzipft, laut sudern und jammern. Nur, es würde nichts an den unverrückbaren Tatsachen ändern und uns würde es um keinen Millimeter besser gehen. Also lassen wir’s und öffnen lieber wieder unser Homeoffice-Book, in das wir für die Zeit des zweiten harten Lockdowns viel Faszinierendes, Inspirierendes, Lust- und Genussvolles, aber auch das eine oder andere Kapitel zum Nachdenken schreiben wollen. Denn: „Nichts wird schlechter, nur anders“, und damit hat Gregor Demblin völlig recht.

Kennen Sie Gregor Demblin? Nein, dann wird es Zeit, denn der 42jährige Wiener und Gründer der auf Inklusionsthemen spezialisierten Sozialberatung myAbility und des auf Exoskelette fokussierten Startups Tech2People, sitzt seit einem Badeunfall während seiner Maturareise querschnittgelähmt im Rollstuhl und zeigt dennoch, dass es im Leben immer einen Plan B gibt. Auch und gerade in Krisen- und Pandemiezeiten. Man muss die neuen Lebensrealitäten nur annehmen, auch wenn es sich wie bei Gregor Demblin um einen Einschnitt ins Leben handelt, der alles, wirklich alles, von jetzt auf gleich verändert hat. Gegen diese Lebensveränderung fühlt sich das, was wir gerade alle als unzumutbar und unerträglich empfinden, wie ein laues Frühlinglüftchen an. Denn, bis auf einen temporären Verzicht, eine zeitlich begrenzte Einschränkung unseres gewohnten Alltags und Lebens, fehlt uns kein Bein, kein Arm, kein nichts. Aber ja, natürlich, es ist alles eine Sache des Blickwinkels, wer mag schon gerne aus seiner Komfortzone geworfen und dabei von „oben“ diktiert werden?

Das weiß auch Demblin, wie er in seinem aktuellen Buch „Wie ich lernte, Plan B zu lieben“, schreibt. Dass man nämlich unveränderbare Themen und Realitäten am liebsten ignorieren möchte und man sich nichts sehnlicher wünscht, als die Rückkehr in die gewohnte Normalität. Geht uns doch gerade auch so, oder? Auch wir möchten den blöden Mr. C ignorieren, auch wir möchten wieder zurück in unsere gewohnte Normalität, nur wohin uns dieses Nichtwissen, dieses Ignorantentum führt, bekommen wir gerade mit dem zweiten harten Lockdown erneut deutlich zu spüren.

Warum machen wir’s nicht so, wie auch Demblin in seinem Buch schreibt: Dass es nämlich in jeder Situation Chancen gibt, man muss sie nur suchen und nutzen. Jede Veränderung, jeder Absprung aus dem gewohnten Leben braucht Mut, auch Mut zum Scheitern. Aber durch das Fallen lernen wir, aufzustehen und weiterzugehen. Dieser Zugang passt doch auch auf unsere aktuelle Situation, denn auch wir wünschen uns nichts sehnlicher, als den Weg zurück in die gewohnte Komfortzone, in unser altes Leben. Aber was tun wir dafür? Wir jammern, sudern, ignorieren die Realität und haben null Plan. Ja, wir wollen den Plan A und stehen uns bei der Umsetzung und Zielerreichung ziemlich gekonnt selbst im Weg. Ganz schön blöd, oder?

Dabei ist’s einfach: Seien wir konstruktiv und produktiv anstatt dauer-destruktiv und lernen wir – ähnlich wie Gregor Demblin nach 20 Jahren im Rollstuhl wieder die ersten 400 Schritte machte – mit dem Virus endlich umzugehen und zu leben. Denn Mr. C wird – auch mit Impfung – noch länger bleiben. Ein ständiges „Mühle auf – Mühle zu-Spiel“ werden wir weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich aushalten.

„Krisen gehören zum Leben. Die Tiefpunkte in unserem Leben sind das Salz in der Suppe – sie ermöglichen, glückliche Phasen überhaupt zu erkennen. Viele Dinge in unserem Leben können wir nicht verändern. Aber es liegt an uns, sie richtig einzuordnen und zu überwinden. Das können wir nur selbst leisten. Wir müssen aufhören, uns an den Zustand zu klammern, sondern das Alte abhaken und das Neue akzeptieren. Dann müssen wir uns neu orientieren. Wichtig ist, möglichst schnell wieder ins Tun zu kommen, in die Aktivität“, schreibt Demblin in seinem Epilog. Und, dass er das glücklichste Leben hat, das man haben kann und dass er mit niemandem tauschen möchte. Damit ist eigentlich alles gesagt …

Bleiben Sie bitte gesund und bitte #stayhome!

Leseempfehlung
Gregor Demblin: „Wie ich lernte, Plan B zu lieben“ – ein Buch über Resilienz für Anfänger
ISBN 978-3-903715-02-8

Info-Hotlines

Coronavirus-Hotline der AGES: 0800 555 621
Telefonische Gesundheitsberatung: 1450
Hotline des VKI zu reiserechtlichen Fragen: 0800 201 211
AK/ÖGB-Hotline zu arbeitsrechtlichen Fragen: 0800 22 12 00 80
Wirtschaftskammer: 0590900 4352
Rotes Kreuz: www.roteskreuz.at 

Außenministerium - Online-Registrierung: www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/auslandsservice

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