Homeoffice-Book II

Day 9 – Es wird stiller

Nun beginnt sie also wieder, die stille Zeit, die in den letzten Jahren – nein, in den letzten Jahrzehnten – gar nicht mehr so still war. Heuer, in diesem anderen Jahr, hat die Vorweihnachtszeit, der Advent, eine besondere, vielleicht wieder ursprünglichere Bedeutung und damit Potenzial, wirklich zur stilleren und nicht mehr nur zu einer rein von Kommerz und Kaufrausch, punschdurchtränkten und picksüßen Zeit zu werden. Vom Adventkranz, dem Nikolo für die Braven und dem Krampus für die Schlimmen, übers Vanillekipferl bis zu Punsch und Bratapfel wird alles dabei sein in diesem Corona-Advent, halt nur der Krise angepasst bescheidener und stiller.

Corona ist nichts Gutes, dieses winzig kleine Virus macht Menschen krank. Die einen nur ein bisserl, die anderen sehr, manche gar nicht und viel zu viele erliegen diesem unberechenbaren Etwas. Das jeden einzelnen von uns, das die ganze Gesellschaft, innerhalb kürzester Zeit verändert hat. Aber vielleicht ist die eine oder andere gesellschaftliche Adaption ja gar nicht so verkehrt. Freiwillig tun wir alle gerade nichts, um aus diesem Dilemma so rasch als möglich wieder rauszukommen, und das, was man uns von „oben“ am Weg zurück zur gewohnten Normalität vorschreibt, gefällt uns nicht. Das wollen wir nicht, wir wollen nur so rasch als möglich zurück in unsere Leben. Logisch, weil wir eben gewohnt sind, so zu leben wie es uns gefällt. Unbeschwert und frei. Dabei würde ein bisserl „down to earth“ nicht schaden. Genau das macht Mr. C gerade mit uns. Er zwingt uns runter von unserem „alles haben und tun können“ Baum. Und damit haben wir ein Problem. Aber ehrlich, irgendwie haben wir im Zeitalter des grenzenlosen Konsums und Perfektionismus, des alles Haben und Tun können, des Drangs nach noch mehr, nach der zigten Bluse, der zigten Handtasche, dem zigten Paar Jeans und Paar Schuhe die Bodenhaftung verloren. Und jetzt, da wir von einem kleinen Virus mir nichts, dir nichts aus unsrem Alltag, unserem gewohnten Leben, aus unserer Komfortzone, einfach rausgekickt wurden, stehen wir an. Bescheidenheit, was ist das?  Aber wir können’s wieder lernen, vielleicht schon jetzt im Advent.

Wenn man, so wie ich, noch die Mutter - schon hochbetagt, aber unverändert aktiv im und am Leben interessiert – hat, hat man Glück. Weil man nämlich über ein lebendiges Regulativ verfügt, über einen Menschen, der eine Zeit er- und überlebt hat, die mit nichts, auch nicht mit dieser Allerweltskrise, vergleichbar ist. Denn wir haben zu essen, wir haben’s warm zu Hause, wir können uns frei bewegen (auch im Lockdown), unsere Infrastruktur ist in Schuss und wir verfügen über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, wenn wir’s jetzt eben nicht überstrapazieren.

Menschen der Generation meiner Mutter haben gelernt, aus Nichts sehr viel zu machen, Jammern und Sudern - wie schlecht es uns doch gerade geht - gehören definitiv nicht zur ihrem Lebens-Repertoire. Bescheidenheit und ein vernünftiger Zugang zu dem, was eben unvermeidbar zu tun ist, schon.

Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen ersten Adventsonntag im Kreise Ihrer Familie. Bleiben Sie bitte gesund und noch ein bisserl daheim. Wir packen das gemeinsam.

Info-Hotlines

Corona Testzentrum Mariahilfwww.check-corona.at
Infos/Anfragen per E-Mail: office@check-corona.at
Österreichische Online Shopping-Plattformenwko.at/regionaleinkaufen 

Coronavirus-Hotline der AGES: 0800 555 621
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Außenministerium - Online-Registrierung: www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/auslandsservice

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