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Day 3 – Tag des stillen Örtchens

Es gibt nicht viel, was uns alle – ob Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer, Bettelmann – wirklich gleich macht, was alle Menschen mehrmals täglich im Kleinen oder Großen tun MÜSSEN und wohin auch gekrönte Häupter zu Fuß gehen. Und dennoch gilt der Weg aufs stille Örtchen in Teilen unserer Welt auch heute noch als Tabuthema und als wahrer Luxus, denn sichere sanitäre Einrichtungen sind in unserem hochtechnisierten und vollautomatisierten Zeitalter für viele Menschen bei weitem noch keine Selbstverständlichkeit. Heute ist Welttoilettentag, dem wir hierzulande eher weniger Bedeutung beimessen, der aber seit nunmehr schon 19 Jahren einmal jährlich auf die menschenunwürdigen und gesundheitsgefährdenden Bedingungen in vielen Ländern aufmerksam macht. In Pandemiezeiten kommt diesem Tag eine doppelt wichtige Bedeutung zu.

Während wir in unserer überbordenden Konsumgesellschaft unseren menschlichen Bedürfnissen – wenn uns die Blase oder sonst was drückt – allerorts, selbstverständlich, sauber und sicher die notwendige Erleichterung verschaffen können und unsere größte Sorge dem ausreichenden Vorrat an Toilettenpapier – weich und cosy – gilt, haben noch immer mehr als 40 % der Weltbevölkerung keinen sauberen Abtritt. Das kommt einer Menschenrechtsverletzung gleich, denn sichere sanitäre Einrichtungen sind kein Luxusgut, sie sind ein Menschenrecht. Während also wir in unserer Glitzer-Glamour-Welt in fein polierten Hightech-Varianten unser tägliches Geschäft hinterlassen und ohne viel nachzudenken diese mit trinkbarem Wasser den Gully runterjagen und uns hoffentlich nach der verrichteten „Tat“ artig die Hände waschen – aktuell bitte ganz oft und ganz lange - können das eben ganz viele Menschen auf der Welt noch immer nicht. Genau darum, zur Verbesserung der weltweiten Sanitärversorgung, wurde 2001 von Jack Sim, dem Präsidenten der Welttoilettenorganisation – ein Dachverband nationaler Toilettenorganisationen mit mittlerweile 235 Mitgliedsnationen aus 58 Ländern – der Welttoilettentag ins Leben gerufen. Der im Juli 2013 auch einen anerkannten Status der Vereinten Nationen erhielt und seither jährlich am 19. November mit dem Ziel, Politik und Wirtschaft für die prekäre sanitäre Situation zu sensibilisieren und Tabus zu brechen, begangen wird. 

„Toiletten können buchstäblich Leben retten, dafür setzen wir uns ein. Wir müssen die Stigmatisierung des Themas beenden, niemand sollte zurückgelassen werden. Sichere sanitäre Einrichtungen sind ein Menschenrecht, kein Luxusgut", sagt Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA). Die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie der Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung. Gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, NGOs und Unternehmen setzt die ADA jährlich rund 650 Projekte und Programme mit einem Gesamtvolumen von 500 Mio. Euro um. 2019 wurden zur Verbesserung der sanitären Situationen 10,3 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Wenn man bedenkt, dass noch immer mehr als zwei Milliarden Menschen fäkalverseuchtes Wasser trinken müssen und dass mehr als drei Milliarden Menschen nach dem „Gang“ sich die Hände nicht waschen können, braucht man kein Hochschulprofessor zu sein, um die Folgen dieses dem 21. Jahrhundert unwürdigen Missstandes zu erkennen. Seuchen und Krankheiten, die oft tödlich enden – lt. WHO sterben jährlich mehr als 430.000 Menschen alleine nur an Durchfallerkrankungen, die durch verunreinigtes Wasser und mangelnde Hygiene verursacht werden. Aber scheinbar interessiert das die Industrie mit ihren Luxus-Lokus-Innovationen weniger, denn die „Zielgruppe“ dieses Problems ist die ärmere ländliche Bevölkerung und die Bewohner von Slums. Für die selbst Toilettenpapier in dünnster Ausführung ein oft nicht leistbarer Luxus ist.

Ja, und was machen wir hier in Österreich? Wir kaufen (lt. VKI) alle fünf Wochen eine oder mehrere Packungen Toilettenpapier – außer wir leben in einem Lockdown. Im Jahr kommen wir pro Kopf damit auf rd. 10 Kilo WC-Papier, geben dafür im Schnitt 3,60 Euro aus, was in Summe rd. 30 Euro pro Kopf und Jahr entspricht. Wir falten lieber bzw. wir legen Blatt für Blatt penibel aufeinander, nur wenige machen’s nach dem angelsächsischen Muster und wuzeln das Papier einfach zusammen. Und weil Studien zufolge über die Jahre nicht nur die Rollen, sondern auch die einzelnen Blätter kleiner wurden – von 200 bis 250 Blatt schrumpften die Papierrollen auf 150 bis 200 Blatt - ist damit vielleicht auch die Liebe der Österreicher nach ausreichender Bevorratung erklärt. Jetzt, im zweiten Lockdown war man mit der Häuselpapier-Hamsterei eher zurückhaltend, vielleicht deshalb, weil man vom ersten noch genug am stillen Örtchen liegen hat.

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Vorrat für die aktuelle Quarantäne reicht, der Toilettenpapier-Rechner sagt’s Ihnen ganz genau:  https://www.blitzrechner.de/toilettenpapier/

Damit bleiben Sie gesund und weil’s heut so gut dazu passt: Bitte vergessen Sie nicht aufs Händewaschen und bleiben Sie #stayhome!

Info-Hotlines

Coronavirus-Hotline der AGES: 0800 555 621
Telefonische Gesundheitsberatung: 1450
Hotline des VKI zu reiserechtlichen Fragen: 0800 201 211
AK/ÖGB-Hotline zu arbeitsrechtlichen Fragen: 0800 22 12 00 80
Wirtschaftskammer: 0590900 4352
Rotes Kreuz: www.roteskreuz.at/home

Außenministerium - Online-Registrierung: www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/auslandsservice

WKO_Info-Service für Betriebe: www.wko.at/corona

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