Homeoffice-Book II

Day 2 – Die Viecherl sind nicht schuld!

Das, was Sie heute lesen, ist nicht zum Lachen und hat auch mit unserem „Freund“, dem COVID, zu tun. Was Sie heute lesen, macht sehr nachdenklich und wirft die Frage nach dem „was tun“, nach gesunder und nachhaltiger Veränderung auf. Für die Tiere, für uns und in Summe für das Klima, das ja bereits von den vielen Attacken des menschlichen Komfortlebens ziemlich angeschlagen ist. Und jetzt knallen ihm die Nutztiere – ein ganz wichtiger Bestandteil der menschlichen Nahrungskette – im wahrsten Sinne des Wortes auch noch einen ordentlichen vor den Latz.

Die Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung in der EU machen 17 % der Gesamtemissionen der EU aus, schädigen das Klima damit stärker als alle Autos und Lieferwägen zusammen (656 Mio. Tonnen CO2 jährlich) und sind mehr als die 18fache Emissionsmenge des größten und umweltschädlichsten Kohlekraftwerks Europas, des polnischen Kraftwerks Belchatow (38 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr).

Na bumm! Was Greenpeace hier basierend auf neuen Berechnungen von Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisationen der Vereinten Nationen und weiterer Experten kommuniziert, ist mit geschätzten jährlich 502 Mio. Tonnen CO2 Ausstoß von Tieren in europäischen Betrieben keine vernachlässigbare Größe. Zudem zeigt der Greenpeace-Bericht „Farming for Failure“ zwischen 2007 und 2018 ein jährliches Wachstum der Emissionen aus der Tierhaltung von sechs Prozent. Das entspricht einem Anstieg von 39 Mio. Tonnen CO2, was wiederum umgelegt auf PKWs rd. 8.4 Mio. mehr Autos auf Europas Straßen bedeuten würde. Unter Berücksichtigung der indirekten Treibhausgasemissionen aus Tierfutterproduktion, Landnutzung, Entwaldung und anderen Landnutzungsänderungen entsprechen die jährlichen Gesamtemissionen der europäischen Tierhaltung sogar 704 Mio. Tonnen CO2.

Ja, darüber muss man reden, darüber muss man nachdenken, weil diese Emissionsmenge eine massive Auswirkung aufs Klima hat und die Ziele des Pariser Klimaabkommens – zu den vielen anderen Negativlieferanten - nicht erreichbar macht. Außer man reduziert die Nutztier-Population massiv, wie Greenpeace errechnet hat. Eine Reduzierung der Tierhaltung brächte erhebliches Einsparungs-Potenzial. Eine Halbierung der Tierhaltung in der EU würde das Äquivalent von 250 Mio. Tonnen CO2 einsparen, die kombinierten Emissionen aus allen Sektoren der elf EU-Länder mit niedrigerer Emission sogar eine Reduzierung um 75 % und das Äquivalent von 376 Mio. Tonnen CO2 bedeuten.

Eine geringere und bessere Tierhaltung ist im Kampf gegen den Klimawandel, aber auch für die Verhinderung neuer Pandemien von entscheidender Bedeutung, schreibt Greenpeace. Denn, so die unabhängige globale Kampagnenorganisation: „Gerade viele Pandemien haben mit Mikroben begonnen, die von Nutztieren auf Menschen übertragen wurden. Die industrielle Tierhaltung spielt eine anerkannte Rolle bei der Entstehung und Verbreitung von Virusinfektionen ähnlich wie COVID-19. Schätzungsweise 73 % aller neu auftretenden Infektionskrankheiten stammen von Tieren, und Tierarten übertragen eine außergewöhnliche Anzahl von Viren wie Corona- und Influenzaviren auf den Menschen.“

Ja eh, aber was heißt das jetzt konkret? Waren die Emissionen aus der Tierhaltung nicht immer schon hoch, haben Rindvieh & Co nicht immer schon ihren Flatulenzen ungeniert freien Lauf gelassen? Potenziert sich dieser vermeintlich klimaschädigende „Auspuff“ nicht vor allem deshalb so gefährlich nach oben, weil wir, die modernen Menschen, eben auf alles, was heute unser Wohlbefinden so lebenswert, gemütlich, bequem und genussvoll macht – vom Auto bis zum Smartphone, von der Klimaanlage bis zum Heizschwammerl, vom Laptop bis Tablet und PC – am besten alles in mehrfacher Ausführung – einfach nicht mehr verzichten können. Von wollen kann ja schon lange keine Rede mehr sein …

Sollen wir, die wir als Allesfresser vom lieben Gott designed wurden – wozu hätte er uns sonst ein festes Beißwerkzeug ins Goscherl gebastelt -  wirklich zu Vegetariern und Wurmessern werden, um das Klima, falsch, um uns vor uns selbst zu retten? Macht man sich’s nicht vielleicht ein bisschen zu einfach, indem man den armen Viechern, die mit ihrer natürlichen Pupserei die Umwelt „verpesten“ und uns ohne jeglichen Vorsatz mit Viren, Bazillen und Bakterien „versorgen“, den Schwarzen Peter zuschiebt? 73 % aller neuen Infektionskrankheiten – auch dieser lästige COVID – werden von Tieren übertragen, das ist keine Kleinigkeit. Nur, kann die logische Schlussfolgerung wirklich nur heißen: Weg mit den Viechern, dann ist alles wieder gut? Macht man sich’s da nicht zu einfach? Liegt’s nicht vielmehr am Menschen, an seiner nicht mehr vorhandenen Robustheit, daran, dass wir längst zu einer Kunststoffgeneration mutierten?

Aktuell ist die EU mit der Entwicklung eines neuen Klimagesetzes befasst, aktualisiert ihre Klimaziele und entscheidet über die Agrarpolitik der EU für die nächsten sieben Jahre. Man wird sehen, was mit Kuh & Co passiert. Wohl nicht heute und wohl auch noch nicht morgen, was die Sache nicht besser macht …

Damit bleiben Sie gesund und bitte #stayhome!

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AK/ÖGB-Hotline zu arbeitsrechtlichen Fragen: 0800 22 12 00 80
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