Homeoffice-Book II

Day 14 – Ein Torterl gegen den Blues!

Mit einer süßen Geschichte über eine Wiener Tradition, eine Wiener Spezialität ersten Ranges, beschließen wir, weil ja auch der zweite „harte“ Lockdown bald endet – oder so! – das Homeofficebook II.  Bekanntlich hilft ja Schokolade gegen den Blues, denn Schoki, das ist medizinisch erwiesen, hebt die Stimmung. Und besonders gut geht’s einem – so wissen es die Schokolade-Experten - wenn man sich diesem Genuss so richtig hingibt und den möglichen „Nebenwirkungen“ rund um die Hüften zumindest für den lustvollen Moment keine Beachtung schenkt. Der morgige Krampustag, der 05. Dezember, ist auch internationaler Tag der Sachertorte, also schneiden wir uns doch ein Stückerl dieser lustbringenden „Medizin“ ab.

Es ist die Schokolade, diese ganz besondere Mischung, die der Glasur den unverwechselbaren Geschmack und Glanz verleiht und die das Original von den vielen zugegeben auch nicht schlechten Plagiaten unterscheidet. Ob sich allerdings Franz Sacher, als er 1832 erstmals per Hand dieses Torterl erfand, bewusst war, was aus seinem „einfachen“ Backwerk einmal werden sollte – nämlich ein Synonym für die heimische Mehlspeisküche, das bald als Souvenir vieler Wien-Besucher in die ganze Welt getragen wurde – ist fraglich. Aber irgendeine Ahnung, vor allem aber ein goldenes Zuckerbäckerhändchen, muss der Vater des späteren Hotel-Besitzers, Eduard Sacher, schon gehabt, als er im Metternichschen Auftrag für einen hochnoblen Gästekreis eine Nachspeis erfinden sollte. Dabei sprang Franz Sacher als Lehrling im zweiten Jahr eigentlich „nur“ für den erkrankten Hofkoch ein.  „Und dass er nur ja keine eine Schand‘ mache,“ merkte Metternich vorab auch streng an, doch dieses Gebot war unnötig. Franz Sacher erfreute mit seiner in viel Schoklade getunkten Torte den Gaumen der honorigen Gesellschaft, wie die Geschichte weiterging, ist hinlänglich bekannt. Zwar dauerte es noch ein paar Jahre, auch die K.u.K. Hofzuckerbäckerei Demel spielte noch eine verfeinerte Rolle, bis der Siegeszug der Sachertorte – so wie wir sie heute noch kennen – als Spezialität der Wiener Küche in die Welt getragen wurde, aufzuhalten war er aber nicht mehr.

An der Original-Rezeptur – geheim und sicher in einem Tresor verwahrt – hat sich bis ins 21. Jahrhundert nichts verändert. Die jährlich mehr als 360.000 Torten werden noch immer per Hand nach Franz Sachers Vorgaben gebacken. Dabei spielen nicht nur hochwertige Zutaten und eben besagte Schokolade – reichlich und in sehr guter Qualität – eine wesentliche Rolle, es kommt vor allem auf die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Backstube an, um aus dem feinen Gemisch und einer penibel einzuhaltenden Reihenfolge von 34 Arbeitsschritten bis zur Verpackung in den berühmten Holzkistchen eben die wohl berühmteste Torte der Welt zu machen. Denn auch die Holzschachtel hat durch die 2009 ins Leben gerufene Sacher Artist’s Collection Sammlerstatus erlangt. Seit nunmehr elf Jahren designt nämlich ein namhafter Künstler das Kisterl, so haben etwa Xenia Hausner, Hermann Nitsch oder Gottfried Helnwein der Sachertorten-Verpackung bereits ihren unverkennbaren Stil aufgedrückt. Heuer schmückt ein Motiv aus der kreativen Feder des niederländischen Künstlers Karel Appel das Sacher-Kistchen. Der Erlös der Limited Edition 2020 in Höhe von mehr als 36.000 Euro kommt der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde in der Klinik Favoriten zugute, um mit zwei computerunterstützten Trainings- und Rehabilitationsgeräten Kindern zu helfen, ihre Beweglichkeit zu verbessern und die Funktion ihrer Arme und Hände wiederzuerlangen. Damit wird die Sachertorte, der mit dem 05. Dezember längst auch ein eigener Tag gewidmet ist, zum Genuss für Gaumen, Augen und vor allem für den guten Zweck.

Dem Sachertortentag kommt gerade in Coronazeiten eine besondere Bedeutung zu, durchlebt ja die gesamte heimische Hotellerie und damit auch das Hotel Sacher mit seinem feinen Torterl gerade schwierige Zeiten. Weil bekanntlich wegen dem Covid keine Gäste kommen können – wollen täten sie ja schon - um im zur Leading Hotel of the World Gruppe gehörenden Haus vis-a-vis der Wiener Staatsoper noblen Luxus und ein Torterl mit Schlag zu genießen.  Wie in allen anderen Hotels der Stadt ist es nämlich auch im Hotel Sacher gerade sehr still.

Nicht so in der Backstube, denn die Torte pfeift auf Mr. C und seine Unlustigkeiten und kennt auch im Lockdown keine Pause. Eine Sachertorte to go, das „Sacher Drive-In“ macht‘s möglich, sich diese „Medizin“ im Vorbeifahren – also auf Abstand – fürs Adventjauserl mit nach Hause zu nehmen. „Es hilft doch nichts Trübsal zu blasen,“ sagt Matthias Winkler und da geben wir dem Sacher-Geschäftsführer völlig Recht.

Schneiden wir uns also vom Sachertorterl oder von den vielen anderen heimischen süßen Tortenspezialität und schokoladigen Verführungen ein ordentliches Stück ab und essen uns den Corona-blues einfach weg. Um die paar Kilos mehr auf der Waage – mit 337 Kalorien pro Stück ist die Sachertorte kein Leichtgewicht – kümmern wir uns dann später.

Damit wünschen wir Ihnen einen lustvollen Genuss, bleiben Sie bitte weiter gesund und vergessen Sie bitte nicht: Abstand halten, Maske tragen und Hände waschen mag Mr. C gar nicht!

Info-Hotlines

Rotes Kreuz Stopp Corona App: www.roteskreuz.at/index.php?id=67933

Corona Testzentrum Mariahilfwww.check-corona.at
Infos/Anfragen per E-Mail: office@check-corona.at

Österreichische Online Shopping-Plattformenwko.at/regionaleinkaufen 

Kaufhaus Österreich: https://www.kaufhaus-oesterreich.at/#/

Coronavirus-Hotline der AGES: 0800 555 621
Telefonische Gesundheitsberatung: 1450
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AK/ÖGB-Hotline zu arbeitsrechtlichen Fragen: 0800 22 12 00 80
Wirtschaftskammer: 0590900 4352

Rotes Kreuz: www.roteskreuz.at/home

Außenministerium - Online-Registrierung: www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/auslandsservice

WKO_Info-Service für Betriebe: www.wko.at/corona

 

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