Homeoffice-Book II

Day 13 – Es wird still am Berg

Das war’s dann also mit Weihnachten – zumindest mit dem, was wir bis dato darunter verstanden. Denn bis auf die Öffnung des Handels am 07. Dezember – das „fröhliche“ Weihnachtsshopping fällt also nicht aus – bleibt in diesem „anderen“ Winter nicht viel übrig von unseren traditionellen vorweihnachtlichen Vergnügungen. Kein Bummeln über glitzernde Christkindlmärkte, keine picksüßen Punsch- und Glühwein-Zusammenkünfte – dafür wohl weniger Kopfweh und Führerscheinabnahmen – und auch keine fröhlichen Weihnachtsfeiern in fein dekorierten Restaurants und Hotels. Der Advent und der Corona-Winter 2020 sind bescheidener und gerade für Österreichs Hotellerie und Gastronomie eine bittere Erfahrung.

Ja, Herr Innenminister, Corona zipft uns an. Uns, die einfachen Bürger, Österreichs Wirtschaftstreibende, die vielen Unternehmen und Betriebe und die österreichische Hotellerie und Gastronomie besonders. Denn ihnen hat man nun bis 07. Jänner 2021 den Stecker rausgezogen, womit es jetzt auch in Österreichs Wintersport-Hotspots über Weihnachten und Neujahr ziemlich finster und still wird. Ein bisserl Skifahren, ein bisserl Rodeln, ein bisserl Schneewandern – die Pisten, die seit Tagen beschneit und präpariert werden – und die Seilbahnen und Liftanlagen, werden in diesen „anderen“ Tagen nur den Einheimischen gehören, was ihnen auch von Herzen gegönnt ist. Nur, wenn man halt weiß, dass gerade die Zeit über Weihnachten und Neujahr für den heimischen Wintertourismus die umsatzstärkste Saison ist und man auch weiß, welche Mühen und vor allem Kosten die Betriebe in den letzten Monaten auf sich genommen haben, um dem Gast einen nahezu hundertprozentig sicheren Urlaub zu gewährleisten, schmerzt die Lockdown-Verlängerung doppelt.

Weil man aber Weihnachten leider nicht verschieben kann, muss man jetzt also die sprichwörtliche „Krot“ schlucken. Und die sollte mit entsprechenden Hilfen wie einem 50prozentigen Umsatzersatz für Dezember und der Weiterführung der Kurzarbeit auch nicht im Hals stecken bleiben. Wenn, wie ÖHV Präsidentin, Michaela Reitterer, sagt: „Am wichtigsten ist, dass wir alle die Maßnahmen ernstnehmen. Wenn wir zu Neujahr kein unschönes Erwachen erleben, haben wir eine gute Chance auf eine schrittweise Rückkehr zur Normalität und damit die Rettung vieler Arbeitsplätze und Existenzen.“ Weil niemand wollen kann, dass sich die rasante Talfahrt der Beherbergungsbetriebe mit einem schon jetzt bezifferten, voraussichtlichen sechs Milliarden Euro Einnahmenverlust bzw. 45 % Minus weiter fortsetzt.

Bleibt also zu hoffen, dass der 07. Jänner 2021 hält, denn darauf fokussiert die Branche. Und eben diese Planungssicherheit gibt in dieser prekären Situation den Unternehmen eine hoffnungsvolle notwendige Perspektive. „Man kann aktiv etwas tun,“ so Mag. Susanne Kraus-Winkler wie von der Fachverbands-Obfrau Hotellerie wie auch von Mario Pulker, Obmann Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKO, immer betont wurde, dass ein Öffnen unter zu rigorosen Einschränkungen für die Branche wirtschaftlich nicht tragbar ist. „Es ist zu hoffen, dass die nun verlängerte Schließung die virologische Situation soweit verbessert, dass eine Wiederöffnung der Betriebe unter halbwegs normalen Rahmenbedingungen möglich sein wird. Dass dann auch der Wellnessbereich geöffnet werden kann oder es eine spätere Sperrstunde gibt,“ argumentieren die beiden Branchensprecher.

Tja, und was sagt der liebste Nachbar und der wichtigste Gästebringer – Deutschland – zu diesen Richtlinien und was vor allem Bayerns Ministerpräsident, der ja in den letzten Tagen ziemlich vehement gegen Skiurlaub in Österreich opponierte? Er zeigt sich zufrieden und lobt die neuen Wintertourismus Corona-Regeln der österreichischen Regierung als „richtig und verständlich“. Denn so Markus Söder auf twitter: „Auch wenn es schwer fällt, Sicherheit geht vor. Ferien dürfen nicht zu einem Risiko werden.“ Das gilt hoffentlich vice versa und in alle EU-Richtungen, denn nur Österreich zum bösen Buben zu stempeln, wenn allerorts die Zahlen steigen, ist im Sinne einer weiter harmonisch funktionierenden Gemeinschaft weder zielführend noch gewünscht.

Die Schließung der österreichischen Hotellerie ist kein Kniefall vor den Kollegen aus der EU – aus Italien, Frankreich oder Deutschland. Sie ist, auch wenn sie schmerzt, der Vernunft und Sicherheit geschuldet, denn wem hilft’s auf Biegen und Brechen zu öffnen, wenn uns das Virus weiter unberechenbar im Genick sitzt, die zweite Welle noch rollt und das Spitalsystem weiter hart am Kollaps schrammt? Da kann dann ein einziger Skiunfall einer zu viel sein.

Info-Hotlines

Rotes Kreuz Stopp Corona App: www.roteskreuz.at/index.php?id=67933

Corona Testzentrum Mariahilfwww.check-corona.at
Infos/Anfragen per E-Mail: office@check-corona.at

Österreichische Online Shopping-Plattformenwko.at/regionaleinkaufen 

Kaufhaus Österreich: https://www.kaufhaus-oesterreich.at/alle-produktkategorien.html

Coronavirus-Hotline der AGES: 0800 555 621
Telefonische Gesundheitsberatung: 1450
Hotline des VKI zu reiserechtlichen Fragen: 0800 201 211
AK/ÖGB-Hotline zu arbeitsrechtlichen Fragen: 0800 22 12 00 80
Wirtschaftskammer: 0590900 4352

Rotes Kreuz: www.roteskreuz.at/home

Außenministerium - Online-Registrierung: www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/auslandsservice

WKO_Info-Service für Betriebe: www.wko.at/corona

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter

Mit nur einem Klick zur Anmeldung für Newsletter und E-Paper. Immer up2date in der Touristik mit dem traveller.

Anzeige

Aktuelles E-Paper

Anzeige
Anzeige