Homeoffice-Book II

Day 1 – Was ist heute für ein Tag?

Was ist heut für’n Tag? Genau, heute ist der erste Lockdown-Tag. Geh mas also einfach an, bleib ma a paar Tag brav daham und halt ma fest zsamm. Denn dann dürf ma a bald wieder a bisserl a Hetz ham.  Soweit der zugegeben sehr einfache Reim zum heutigen Tag, der Sie hoffentlich dennoch zum Schmunzeln bringt, denn Lachen hilft bekanntlich gegen jeden Blues. Der 17. November ist übrigens nicht bloß der erste Daheimbleib-Tag unserer zweiten harten Lockdown-Runde. Der Schmalspur-Lockdown der letzten zwei Wochen kann ja nicht mitreden und wird als Rohrkrepierer in die heimische Corona-Geschichte eingehen. Heute ist aber auch sonst nicht bloß irgendein Dienstag im November, der heutige Tag ist gerade touristisch interessant.

Der 17. November ist der 321. Tag im gregorianischen Kalender – in einem Schaltjahr, wie 2020 eines ist – ist es bereits der 322. Tag, somit verbleiben bis Jahresende gerade mal noch 43 Tage. Verfallen Sie bitte jetzt nicht in Stress, weil Weihnachten quasi schon vor der Tür steht und wir jetzt, was das Einkaufen betrifft, ein bisserl limitiert sind. Die Geschäfte sperren bald wieder auf und freuen sich auf Ihr Weihnachtsgeld, das wir heuer bitte besonders bewusst dem regionalen Handel zukommen lassen sollten.

Doch zurück zum Schaltjahr. Diesen einen zusätzlichen Tag in diesem verflixten Corona-Jahr werden wir sicher verschmerzen, aber vielleicht ist doch was dran an dieser uralten Bauernmär, dass Schaltjahre Katastrophenjahre sind und man im Vierjahres-Rhythmus mit dem Allerschlimmsten rechnen muss?  Nein, das wollen wir jetzt nicht glauben, dass dieser Corona ein Schaltjahr-Jünger ist! Vielmehr rührt dieser Aberglaube daher, dass negative und schlimme Ereignisse, die sich in Schaltjahren ereignen, sich halt stärker und länger im Gedächtnis manifestieren. Wird dann über die Jahre dort und da noch ein bisserl was dazu gedichtet, wird aus dem tatsächlichen Geschehen rasch eine ziemliche Legende. Ob Schaltjahr oder nicht, das Jahr 2020 wird definitiv als die weltgrößte Gesundheits- und wohl auch Wirtschaftskrise nach dem zweiten Weltkrieg in die Geschichte – nicht nur der österreichischen – eingehen.

Aber zurück zum 17. November, denn ob Schaltjahr oder nicht, an diesem Tag ist über die Jahrhunderte ganz schön viel mit großer Bedeutung für das Weltgeschehen aber auch Trauriges passiert. Wäre manches so oder gar nicht geschehen, würde es wohl in vielen Ländern oder gar auf der ganzen Welt anders aussehen.

Mit dem Tod von Maria Tudor, auch Maria die Katholische oder Maria die Blutige, von 1553 bis zu ihrem Versterben am 17. November 1558 Königin von England und Irland war es mit den Versuchen, England zu katholisieren, vorbei. Damit begann für England das Elisabethanische „Goldene“ Zeitalter, in dem sich der Protestantismus auf der „Insel“ durchsetzte und manifestierte. 

Ein Stückerl weiter über den großen Teich und ein paar hundert Jahre später tagte im wohl berühmtesten klassizistischen Bauwerk der USA, vielleicht sogar der ganzen Welt, am 17. November 1800 erstmals der Kongress der Vereinigten Staaten. Das Kapitol ist nicht nur Sitz des Kongresses und der Legislative, in dem Sitzungen des Senats und Repräsentantenhauses stattfinden. Vielmehr ist dieses 220 Meter lange, bis zu 107 Meter breite und an seiner höchsten Stelle 88 Meter hohe wahrlich imposante Bauwerk mit mehr als fünf Millionen Besuchern jährlich eines der populärsten Tourismusziele Amerikas.

69 Jahre später, am 17. November 1869, wurde der Suezkanal eröffnet. Der schleusenlose Meerwasserkanal war damals eine bauliche Sensation, denn im Gegensatz etwa zum Panamakanal muss der Suezkanal keinen Höhenunterschied ausgleichen und benötigt daher auch keinen ständigen Wassernachschub. Der Qanāt as-Suwais, wie der Kanal auf Arabisch heißt, verbindet das Mittelmeer über die Landenge von Suez mit dem Roten Meer, wodurch sich die Schifffahrt den Weg um Afrika zwischen dem Nordatlantik und dem Indischen Ozean erspart.

1962 eröffnete der damalige US-Präsident John F. Kennedy den Dulles International Airport von Washington. Seit 1984 heißt dieser längst zu den größten Airports der Welt zählende Flughäfen Washington Dulles International Airport und ist das Drehkreuz von United Airlines.

Auch in Österreich ist der 17. November mit der 785 Meter langen und 180 Meter hohen und damit weltgrößten Pfeilerbrücke ein „großer“ Tag. 1963 wird Österreichs größte Brücke, die Europabrücke, als Herzstück der österreichischen Brenner Autobahn ihrer Bestimmung übergeben.

Hätte ein US-amerikanischer Erfinder am 17. November 1970 nicht ein Patent angemeldet, wären wir heute vielleicht „Mouse-less“. Denn ein gewisser Douglas C. Engelbart ist quasi der Vater aller EDV-Mäuse. Danke dafür!

Ja, und dann war da der 17. November 1997 – ein schwarzer Tag für Ägypten und die ganze Welt. In Luxor, vor dem Hatschepsut-Tempel, verlieren 62 Menschen, darunter viele Touristen, bei einem Terroranschlag ihr Leben.

Vor allem aber ist der 17. November ein Geburtstag vieler Menschen und vieler berühmter Köpfe. Stellvertretend für alle, die heute, am ersten Lockdown-Tag der zweiten Daheimbleib-Runde ihren Geburtstag feiern, gratulieren wir herzlichst:

Karl Merkatz: Der österreichische Schauspieler und DER „Mundl“ wird heute 90 Jahre alt.

Hubert von Goisern: Der österreichische Liedermacher und Weltmusiker begeistert mit seinen gehaltvollen Texten und einer Mischung aus Rock- und Volksmusik und wird heute 68 Jahre alt.    

In Memoriam: Auch Toni Sailer – Österreichs Skilegende und mehrfacher Olympiasieger – ist ein Kind des 17. Novembers. Er wäre heute 85 Jahre alt geworden.

Ich hoffe, ich konnte Sie heute ein wenig inspirieren, für die Zeit nach Corona. Ich werde sicher – nämlich dann, wenn wir wieder reisen können – das Kapitol in Washington, den Hatschepsut-Tempel, die Europabrücke und England besuchen und eine Schiffsresie durch den Suezkanal steht ebenfalls schon seit langem auf meiner Bucketlist. Denn die Welt wartet nur darauf bereist und entdeckt zu werden!

Damit bleiben Sie gesund und bitte #stayhome!

Und bitte, richten Sie sich schon mal Toilettenpapier her, mehr dazu am 19. November.

Info-Hotlines

Coronavirus-Hotline der AGES: 0800 555 621
Telefonische Gesundheitsberatung: 1450
Hotline des VKI zu reiserechtlichen Fragen: 0800 201 211
AK/ÖGB-Hotline zu arbeitsrechtlichen Fragen: 0800 22 12 00 80
Wirtschaftskammer: 0590900 4352
Rotes Kreuz: www.roteskreuz.at 

Außenministerium - Online-Registrierung: www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/auslandsservice

WKO_Info-Service für Betriebe: www.wko.at/corona

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