Hofreitschule

Lipizzaner reisen nach Abu Dhabi

Die Lipizzaner gehen auf Fernreise: Im Februar 2019 machen sich die berühmten Pferde auf in die Vereinigten Arabischen Emirate. Denn in der Hauptstadt Abu Dhabi gibt die Spanische Hofreitschule erstmals ein Gastspiel, wie das Geschäftsführer-Duo Erwin Klissenbauer und Elisabeth Gürtler ankündigte. Das soll helfen, den arabischen Raum zu erobern.

"Überseereisen sind sehr schwer zu organisieren", gab Gürtler in ihrer Abschiedspressekonferenz zu bedenken. Bekanntlich wird sich die Chefin nach elf Jahren an der Spitze der Spanischen Hofreitschule zurückziehen. Denn die Tiere müssten per Flugzeug verschickt werden, was sehr teuer sei. "In diesem Fall übernimmt aber ein Sponsor einen Teil der Transportkosten", die sich laut Gürtler allein für den Flug auf 350.000 Euro belaufen.

Bis zu 28 Lipizzaner werden für die Show in der Metropole am Persischen Golf auf Reisen gehen – und zwar alle in einer Maschine. Deshalb müsse der Aufsichtsrat die "Vernachlässigung der Risikostreuung" genehmigen, so die scheidende Geschäftsführerin. Das Vorhaben sei so gut wie fix, "nur der Vertrag ist noch nicht unterschrieben". Gürtler räumte ein, dass man unterhalb der üblichen Gage auftreten werde, dafür aber eine "Markteroberung versuchen" werde: "Wir hoffen, dass wir damit eine Welle auslösen können." Laut Klissenbauer treten die weißen Pferde zum ersten Mal im Nahen Osten auf.

Grundsätzlich stand beim Medientermin freilich der anstehende Abschied Gürtlers im Fokus. Wobei zugleich betont wurde, dass die Nachfolgefrage Sache des Landwirtschaftsministerium sei und man dazu keine Auskunft geben könne. Die Bewerbungsfrist ist vor kurzem ausgelaufen, eine Entscheidung soll es Anfang 2019 geben. Fix ist jedenfalls, dass Co-Chef Klissenbauer bleibt.

Gürtler selbst erinnerte sich heute an die nicht einfachen Anfangsjahre ihrer Ära. Denn damals habe die Hofreitschule jährlich ein ordentliches Minus eingefahren. Vor allem das steirische Gestüt Piber, wo die weltbekannten Pferde gezüchtet werden, schlage mit 10.000 Euro pro Tag zu Buche: "Pferdezucht ist nie ein Geschäft, das Gewinn macht." Ziel sei es gewesen, mehr Umsätze bei gleichbleibender Qualität zu lukrieren, um diese Abgänge zu kompensieren: "Das ist uns auch gelungen." Dank Mehreinnahmen und einer Zuchtförderung des Bundes bilanziere man seit einigen Jahren ausgeglichen – bei einem Eigendeckungsgrad von rund 90 Prozent.

Die Noch-Chefin verwies darauf, dass man dank zweier Equipen die Anzahl der jährlichen Vorführungen von 40 auf 90 erhöhen konnte. Außerdem sei es dadurch möglich geworden, Tourneen zu machen, ohne die Winterreitschule zwischenzeitlich schließen zu müssen. Gürtler hat zudem die Hofreitschule für Frauen geöffnet und nach viereinhalb Jahrhunderten nach der Gründung mit Hannah Zeitlhofer die erste Bereiterin an das Haus gebunden. Außerdem hat die frühere Opernball-Organisatorin die Spanische Hofreitschule zur Eventlocation ausgebaut und mit der "Fete Imperiale" 2010 einen jährlichen Sommerball ins Leben gerufen.

Diesen wird es bekanntlich im kommenden Jahr nicht geben. Ob die Veranstaltung später ein Comeback feiern könnte, ließ Klissenbauer heute offen: "Ich möchte nicht ausschließen, dass es die Fete 2020 wieder geben wird." Zugleich betonte er, dass die Organisation des Großevents das Haus allerdings "an den Rand der Belastbarkeit" gebracht habe. Pläne für 2019 hat man aber trotzdem. So wird der Bereich oberhalb der Parterreloge in Absprache mit dem Bundesdenkmalamt um zusätzliche Sitzplätze erweitert. Die Arbeiten dafür sollen im Jänner starten, sagte Klissenbauer.

Gürtler selbst begründete ihren Abschied mit der "sehr aufreibenden" Doppelbelastung, da sie schließlich auch noch ein Hotel in Seefeld (Tirol) führe. "Früher war ich belastbarer und man wird nicht jünger", sagte die 68-Jährige. Sie werde als Pferdeliebhaberin der Hofreitschule aber jedenfalls weiterhin sehr verbunden bleiben, kündigte sie an. Klissenbauer bedankte sich bei seiner langjährigen Gefährtin und fand dafür ein durchaus dem Metier entsprechendes Bild: "Wir waren ein sehr gutes Gespann."

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