GlobalData

Wackelt Europas Wintersaison?

Nach dem Nicht-Winter des letzten Jahres steht auch die bevorstehende Winter- und Skisaison in Europa auf wackeligen Beinen, wie aus einer Umfrage des Daten- und Analyseunternehmens GlobalData hervorgeht. 
 

Die Nachfrage nach Skireisen in Europa wird in diesem Jahr aufgrund der anhaltenden Pandemie mit stark steigenden Fallzahlen voraussichtlich zurückgehen. Die beliebten Winter-Reiseziele werden bereits im Dezember weniger frequentiert werden, so GlobalData. In der Vergangenheit (vor Corona) reisten bereits im Dezember die ersten Skiurlauber in den europäischen Wintersportgebieten an, was die Verlangsamung des europäischen Reiseverkehrs nach dem Sommer kompensierte. So verzeichnete Europa beispielsweise von November bis Dezember 2019 einen Anstieg der Inlands- und Auslandsreisen um 38,3 %.

„Diese starke Nachfrage nach Urlaub im Dezember spielt den europäischen Skigebieten in der Regel in die Hände, da viele den Dezember als den Beginn der offiziellen Skisaison betrachten. Der übliche Nachfrageschub wird jedoch dadurch beeinträchtigt, dass die Pandemie in den wichtigsten Ski-Quellmärkten und -Destinationen erneut stark Fahrt aufnimmt," argumentiert Ralph Hollister, Travel and Tourism Analyst bei GlobalData.

Laut der GlobalData Q3/2021 Verbraucherumfrage gaben 25 % der europäischen Befragten an, noch immer „äußerst besorgt" über die COVID-19-Pandemie zu sein. Dieser hohe Prozentsatz lässt demnach für GlobalData den Schluss zu, dass viele Europäer, wenn sich das exponentielle Wachstum nicht entsprechend abschwächt, ihre Urlaubspläne aufschieben bzw. absagen werden.

Das "Schlimmste" wird befürchtet

„Skigebiete wie Frankreich, Italien und die Schweiz befürchten das Schlimmste, denn viele Betriebe verlassen sich auf die kommenden Monate, um die Verluste der letzten Saison auszugleichen. Europa befindet sich wieder einmal im Epizentrum der Pandemie - und das genau, wenn die die Skisaison in Schwung kommen sollte“, weiß Hollister. Es wird wohl viel davon abhängen, wie sich die COVID-19 Situation in Deutschland entwickelt, so Hollister. Denn Deutschland verfügt über mehr Wintersporturlauber als jedes andere Land in Europa, was diesen Quellmarkt für Wintersportorte enorm wichtig macht. „Zudem war Deutschland im Jahr 2020 weltweit jener Quellmarkt mit den dritthöchsten Ausgaben im Ausland, was die Kaufkraft und die Bereitschaft zeigt, auch während der Pandemie weiterhin internationale Reisen zu unternehmen", führt Hollister weiter aus.

Nur, ob sich diese schöne Geschichte in Winter 2021 wiederholt, löst beim Blick auf die Zahlen wachsende Skepsis aus, denn auch in Deutschland erreichen die positiven Coronafälle täglich neue Höchstwerte mit bundesweit steigender Siebe-Tage-Inzidenz. „Diese alarmierenden Zahlen in Deutschland geben Anlass zur Sorge für die europäischen Skidestinationen. Reisebeschränkungen werden damit immer wahrscheinlicher, was erhebliche Auswirkungen auf die Umsatzgenerierung der Skigebiete und anderer mit dem Skitourismus verbundener Unternehmen haben wird."

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