GlobalData

Air France setzt auf touristische Routen

Air France setzt strategisch auf Freizeitreisen, um bei entsprechend rascher Rückkehr der Reisenden den Turnaround zu schaffen.

Mit der klaren Fokussierung auf Leisuretravel hofft Air France, eine rasche Erholung des Geschäfts zu bewirken. Einer Analyse von GobalData zufolge wird der Anteil der aus Frankreich abgehenden Freizeitflüge bis 2020 auf 74,3 % ansteigen, obwohl die Gesamtzahl der abgehenden Reisen durch Beschränkungen stark reduziert wurde. Das führende Daten- und Analyseunternehmen stellt fest, dass sich die Fluggesellschaft angesichts der gedämpften Nachfrage nach Geschäftsreisen auf die Bedienung von Freizeitrouten mit hohem Volumen sowie den Verkauf von Premium-Tickets an eine zahlungskräftige Klientel konzentrieren muss, um den Tournaround zurück in die Erfolgszone zu unterstützen.

„2019, und damit vor der Pandemie, betrug der Anteil von Freizeitreisen aus Frankreich am internationalen Reisevolumen bereits 72,1 %. Der Anstieg im Jahr 2020 macht zudem deutlich, dass für Freizeitreisen nach den Monaten mit Reiseverbot und Lockdown ein hoher Nachholbedarf besteht,“ resümiert Gus Gardner, Associate Travel and Tourism Analyst bei GlobalData.

Darüber hinaus prognostiziert GlobalData, dass Freizeitreisen aus Frankreich zwischen 2021 und 2025 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 18,9 % aufweisen und bis 2025 34 Mio. internationale Freizeitreisen erreichen werden. Dieses große Potenzial des Freizeitmarkts erklärt die Fokussierung des französischen Flagcarrieres auf dieses Geschäftsfeld, wodurch man auch die Position von Air France stärken will.

Urlauber werden zur Hauptzielgruppe

Zur Aufnahme von Muscat, Sansibar und Colombo ins Streckennetz sowie der Aufstockung der Flüge nach Miami und Papeete (Tahiti) sollen auch die normalerweise nur im Sommer bedienten Verbindungen von Paris Charles de Gaulle nach Sevilla, Las Palmas, Palma de Mallorca, Tanger, Faro, Djerba und Krakau auch im Winter angeboten werden.

„Mit der Ausweitung des winterlichen Streckennetzes auf wärmere Ziele (außer Krakau) reagiert Air France bereits jetzt auf die zu erwartende Nachfrage. Denn einer aktuellen Umfrage von GlobalData zufolge werden sich 41 % der Befragten weltweit für internationale Reisen zu jenen Zielen entscheiden, die sie, sobald die Beschränkungen gelockert werden, schon vor der Pandemie besucht haben. Und da Air France mit der Bekanntgabe von beliebten Ferienflugzielen bereits jetzt die Marktstimmung befriedigt, kann die Fluglinie hoffen, auch von zusätzlichen Einnahmen zu profitierten,“ so Gardner.

Laut der GlobalData Umfrage gaben 28 % der weltweit Befragten an, dass ihr Reisebudget seit Beginn der Pandemie entweder leicht oder stark gestiegen ist. Eben diese Kunden hat auch Air France für ihre Langstrecken-Business Class Flüge im Auge.

„Die Konzentration der Fluggesellschaft auf einige Luxus-Langstreckenziele in diesem Winter bietet eine gute Gelegenheit, die Business Class an zahlungskräftigere Freizeitreisende zu verkaufen. Vor COVID waren Geschäftsreisende das Rückgrat der Premium-Einnahmen, doch angesichts der rückläufigen Nachfrage müssen Freizeitreisende nun zur Hauptzielgruppe werden. Die Business Class sollte von Air France als luxuriöser Beginn und/oder Abschluss eines Urlaubs beworben werden. Durch Upselling an Freizeitreisende könnte die Fluggesellschaft den Rückgang der Geschäftsreisennachfrage abfedern und sich so vor Umsatzeinbußen schützen,“ kommentiert Gardner.

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