Germania

Insolvenzverwalter hofft auf Investoren

Nach der Pleite der Fluggesellschaft Germania laufen nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg Gespräche mit möglichen Investoren. "Unser vorrangiges Ziel ist es, die Fluglinie betriebsbereit zu halten, um die Start- und Lande-Slots behalten zu können", erklärte Wienberg am Freitag.

"Das ist die Grundvoraussetzung für eine Lösung, die den Geschäftsbetrieb als Teil oder als Ganzes erhält."

In einem ersten wichtigen Schritt ist es seinen Angaben zufolge gelungen, in Absprache mit dem Luftfahrtbundesamt die Betriebsgenehmigung der Germania Technik Brandenburg GmbH aufrecht zu erhalten. Das Unternehmen mit 178 Mitarbeitern betreut überwiegend die Germania-Flotte, aber auch Flugzeuge anderer Airlines.

Damit könnten die Germania-Maschinen weiter gewartet und betriebsbereit gehalten werden, erklärte der Insolvenzverwalter. Parallel dazu liefen "fortgeschrittene Verhandlungen" mit den Leasinggebern, um einen Weiterbetrieb während des vorläufigen Insolvenzverfahrens zu gewährleisten. Mit Interessenten laufen nach Angaben des Insolvenzverwalters Gespräche über "mögliche Konstellationen einer Übernahme".

Die Fluggesellschaft Germania hatte am Montag Insolvenz angemeldet und in der Nacht zum Dienstag den Flugbetrieb eingestellt. Von der Pleite betroffen sind neben zehntausenden Reisenden rund 1.700 Mitarbeiter.

Ihre Arbeitsverträge gelten Wienberg zufolge weiter, Kündigungen wurden nicht ausgesprochen. Je nach betrieblichen Erfordernissen würden die Mitarbeiter auch weiter eingesetzt. Ein Teil des fliegenden Personals - insgesamt rund 400 Piloten und 580 Flugbegleiter - sei derzeit noch damit beschäftigt, die 27 Flugzeuge der Fluglinie abzustellen.

Darüber hinaus müssten die Flugzeuge alle zwei Wochen in die Luft, damit ihre Betriebsgenehmigung nicht verfalle. Auch dafür solle ein Teil der Crews eingesetzt werden.

Fortschritte gibt es nach Angaben Wienbergs auch dabei, im Ausland festsitzenden Passagieren die Rückreise zu ermöglichen. Germania sei dazu in ständigem Kontakt mit den Reiseveranstaltern, um diese bei Umbuchungen zu unterstützen. Pauschalreisende haben Anspruch auf Ersatzbeförderung, die ihr Reiseveranstalter organisieren muss.

Wer direkt bei der Airline gebucht hat, für den gilt eine solche Garantie aber nicht. Im Falle dieser Direktbuchungen habe Germania anderen Fluggesellschaften anonymisierte Listen mit der Zahl der Passagiere, Abflugort und Ziel zur Verfügung gestellt, um diesen die Planung zu erleichtern, erklärte Wienberg. Mehrere Airlines haben angekündigt, betroffenen Germania-Kunden vergünstigte Preise für den Rückflug anzubieten. In Österreich ist von der Germania-Insolvenz vor allem Vorarlberg betroffen. Der Vorarlberger Reiseveranstalter High Life Reisen schätzte zu Wochenbeginn, dass von der Pleite tausende Vorarlberger Urlauber betroffen sind. Germania war auf dem Flughafen Friedrichshafen in Deutschland, den auch viele Vorarlberger nutzen, eine der wichtigsten Gesellschaften des Bodensee-Airports.

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