GCB

Veranstaltungsmarkt erneut gebremst!

Nach dem Neustart der deutschen Tagungs- und Kongressbranche im Sommer wird sich die Erholung des Marktes durch den  zweiten „Lockdown light“ weiter verzögern. Im Auftrag des GCB (German Convention Bureau e.V.) und des Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren e.V. untersuchte das Europäische Institut für Tagungswirtschaft (EITW) die Auswirkungen der Corona-Krise. Innovative Konzepte schaffen trotzdem eine gute Grundlage für die Zukunft des deutschen Tagungs- und Kongressstandortes.

Neustart der deutschen Veranstaltungswirtschaft im Sommer 2020

Laut Ergebnissen der EITW-Befragung hatten 87,3 Prozent der Tagungsstätten ihren Betrieb nach dem Lockdown vom Frühjahr wieder aufgenommen.

„Veranstalter, Location-Betreiber, Hoteliers und Dienstleister haben dabei mit überzeugenden Hygienekonzepten Verantwortung übernommen und gezeigt, wie sicheres Tagen unter Pandemie-Bedingungen möglich ist“, sagt Matthias Schultze, Managing Director des GCB. „Insbesondere hybride Veranstaltungsformate, die Präsenz- und Online-Teilnahme verbinden und eine große Vielfalt neuer Technologien einsetzen, haben sich in den letzten Monaten sehr stark entwickelt und verbreitet.“

Tagen unter neuen Bedingungen

Nach dem Restart haben sich die Kapazitäten und die Buchungslage deutlich verändert. Zur Einhaltung von Mindestabständen hat sich das durchschnittliche Sitzplatz-Angebot der Tagungshotels, Kongresszentren und weiteren Locations von je 936 auf 230 Plätze um rund 70 Prozent verringert. Dadurch sind eindeutig die kleinen Formate als Gewinner zu sehen. An fast dreiviertel der Tagungen, Kongresse und Seminare nach dem Neustart haben 20 bis 50 Personen teilgenommen. große Veranstaltungen fanden eingeschränkt bis gar nicht statt.
Insgesamt hätten ohne dem neuen „Lockdown light“ im Jahr 2020 ca. 30 Prozent der Veranstaltungen mit ca. 25 Prozent der Teilnehmer gegenüber 2019 stattgefunden. Die aktuelle Buchungslage zeigt für die Monate Oktober bis Dezember 2020 ungefähr ein Drittel des Veranstaltungsvolumens des Vorjahres 2019 (Achtung: Befragungszeitpunkt war vor den neuerlichen Beschränkungen).

„Ein wirtschaftlicher Veranstaltungsbetrieb ist aufgrund der stark eingeschränkten Kapazitätsauslastung und der Corona-bedingten Mehrkosten nicht möglich. Für die Betroffenen, die Vielzahl der stark unter Druck stehenden Unternehmen und die Fachkräfte der Branche, sind deshalb die finanziellen Hilfsmaßnahmen unerlässlich“, so Ilona Jarabek, Präsidentin des EVVC. „Der Neustart der Veranstaltungswirtschaft im Sommer war zudem wichtig, um dem Bedürfnis der Menschen nach persönlicher Begegnung nachzukommen. Daran gilt es, so bald wie möglich wieder anzuknüpfen – mit Konzepten zu sicherem und verantwortungsbewusstem Tagen in den Veranstaltungsstätten.“

Veränderte Ausgangslage für die Zukunft

Die Daten der neuen Meeting- & EventBarometer-Sonderausgabe zeigen, dass sich die Veranstaltungswirtschaft eher über die Marathon- als über die Sprint-Distanz erholt. Der Tagungs- und Kongressstandort Deutschland befindet sich in einer guten Ausgangslage wie die jüngste Erhebung von IPK International im Auftrag der Deutschen Zentrale für Tourismus DZT zeigt. Im internationalen Vergleich genießt das Land höchstes Vertrauen in Zeiten der Pandemie. Auch im Anholt-Ipsos Nation Brands Index belegt Deutschland im jüngsten Ranking ebenso wie in den Vorjahren Rang 1 für das weltweit beste Image

Über das Meeting- & EventBarometer Deutschland

Das Meeting- & EventBarometer ist die einzige Studie, die den gesamten Veranstaltungsmarkt – sowohl den Kongress- als auch den Eventbereich – in Deutschland untersucht und ein aussagekräftiges Bild dieser Branche zeichnet. Initiatoren sind der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC), das GCB German Convention Bureau e.V. und die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT). Bereits 14 Mal wurde das  Europäische Institut für TagungsWirtschaft (EITW) beauftragt, den Veranstaltungsmarkt zu beleuchten.
Für die zusätzliche Befragung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie im Oktober 2020 wurden deutschlandweit ca. 3.100 Veranstaltungsbetriebe mit einer Kapazität von mindestens 100 Sitzplätzen im größten Saal kontaktiert. 

Weitere Informationen unter www.gcb.de/de.html

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