Gallup

Führt die Pandemie zu Flugangst?

Eine neue Studie des globalen Beratungsunternehmens Gallup setzt den Fokus auf US-amerikanische Reise- und Gastgewerbekunden und zeigt, dass 82 % der Passagiere fürchten dem Coronavirus an Bord eines Flugzeuges ausgesetzt zu sein. Viele dieser Bedenken beziehen sich auf ein mangelndes Vertrauen in Mitreisende, die Regeln und Empfehlungen einzuhalten. Führt die Corona-Pandemie also zu einer globalen Flugangst oder kann dem mit entsprechenden Maßnahmen entgegengewirkt werden?

Angst zu fliegen? 

Die neue Reisestudie von Gallup Deutschland zeigt einen dramatischen Vertrauensverlust der Verbraucher in den Flugverkehr. Befragt wurden 15.211 Personen in den USA zwischen Juni und Juli. Ganze 68 % der potenziellen Passagiere geben an, dass sie in den nächsten Monaten nicht an Bord eines Flugzeugs gehen werden. Ähnliche Befürchtungen zeigen sich bei einem Aufenthalt am Flughafen (77 %) und bei Hotelaufenthalten (63 %), 54 % der potenziellen Gäste planen, Hotels für die nächsten sechs Monate ebenfalls zu meiden. Grund für das fehlende Vertrauen seien vor allem Bedenken in Bezug auf Mitreisende, die Regeln und Empfehlungen nicht befolgen. 

Unter Geschäftsreisenden, die in den nächsten sechs Monaten nicht reisen wollen, gaben 50 % an, dass sie anderen Gästen nicht trauen, Hygiene- und Sicherheitsrichtlinien zu befolgen. Unter Geschäftsreisenden, die in den nächsten sechs Monaten mindestens eine Reise planen, ist das Vertrauen etwas höher: nur 37 % geben an, dass sie ihren Mitreisenden nicht vertrauen.

Das Vertrauen unter den Freizeitreisenden ist sogar noch geringer. Von denen, die keine Reisepläne in den nächsten sechs Monaten haben, glauben 56 %, dass sich die anderen Gäste nicht an die Regeln halten werden. Für diejenigen, die eine Reise planen, sinkt dieser Wert auf 43 %.

Gallup befragte potenzielle Reisende außerdem nach ihrer Meinung zu Maßnahmen, die Fluggesellschaften, Flughäfen und Hotels ergreifen könnten, um das Vertrauen wiederherzustellen. Hygienemaßnahmen, wie die Bereitstellung von ausreichend Desinfektionsmittel und die Durchführung einer regelmäßigen Grundreinigung, haben für die Befragten hohe Relevanz, werden aber inzwischen als Mindestmaßnahmen angesehen. Auch regelmäßige Corona-Tests für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Einsatz berührungsfreier Technologien und Prozesse haben für die Studienteilnehmer und -Teilnehmerinnen einen hohen Stellenwert ebenso, wie die klare Kommunikation dieser Maßnahmen.

Angesichts des geringen Vertrauens in andere Passagiere und Gäste sind das Tragen von Masken, das Einhalten des Mindestabstands sowie regelmäßige Corona-Tests des Personals wichtige Treiber für das allgemeine Vertrauen. 75 % der Befragten gaben an, dass, wenn Flughäfen von allen Fluggästen verlangen würden, Masken zu tragen, und das Personal dies und andere Maßnahmen wie beispielsweise die Einhaltung des Mindestabstandes aktiver durchsetzen würde, sie eher gewillt wären, zu fliegen. Der gleiche Prozentsat (75 %) sagte dasselbe über Fluggesellschaften – eine klare Einhaltung und Durchsetzung der Regeln würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie eine Flugreise antreten.

Neben allen Maßnahmen ist es vor allem eine klare Kommunikation, die den Ruf von Fluggesellschaften und Hotels deutlich erhöhen kann und die Reputation ist für die Reisewilligkeit ein wichtiges Kriterium. 80 % der Befragten gaben an, dass sie bereit wären zu fliegen, wenn die Fluggesellschaft, die sie nutzen würden, einen guten Ruf hätte. Ein gutes Image ist dabei wichtiger, als bereits zuvor mit dieser Fluggesellschaft geflogen zu sein. Auch für Hotels ist ein gutes Ansehen von entscheidender Bedeutung: 87 % der Studienteilnehmer und -Teilnehmerinnen gaben an, dass sie eher in einem Hotel bleiben würden, wenn dieses einen guten Ruf hätte.

Reduzierte Preise und die Mitgliedschaft in Treueprogrammen wirkten sich viel weniger auf die Flug- und Übernachtungsbereitschaft der Passagiere und Gäste aus.

Marco Nink, Regional Lead Research and Analytics EMEA bei Gallup, kommentierte„Das Vertrauen der Verbraucher in den Reise- und Gastgewerbesektor wurde durch das Coronavirus deutlich gehemmt. Während Reisebeschränkungen und Quarantänerichtlinien derzeit den größten Einfluss auf die Reisebereitschaft haben, gibt es Schritte, die Fluggesellschaften, Flughäfen und Hotels ergreifen können, um das Vertrauen der Verbraucher wiederzugewinnen. Ein Hinderungsgrund ist, dass Reisende ihren Mitreisenden und Gästen nicht vertrauen. Neben der Wichtigkeit von Hygiene und Reinigung sollten Fluggesellschaften, Flughäfen und Hotels außerdem alles, was sie tun, sichtbar machen und klar kommunizieren. Und neben den Empfehlungen zu Masken und Mindestabstand sollten sie diese Maßnahmen auch aktiv durchsetzen. Diese Schritte, mehr als günstige Flüge und Zimmer, können das Vertrauen der Verbraucher stärken und mehr Passagiere und Gäste früher in den Reisesektor zurückbringen."

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