Flughafen Wien

China subventioniert Langstrecke

Günther Ofner, Vorstand des Flughafens Wien, ist zuversichtlich, dass der chinesische Markt wieder gute Geschäfte ermöglicht, auch weil Langstreckenflüge von China aus gewünscht seien und gefördert würden.

Noch sind Langstreckenflüge nach Asien pandemiebedingt nicht möglich, die Öffnung der Routen ist auch noch nicht absehbar. Aber: "China subventioniert alle Langstreckenflüge aus China hinaus, und möchte, dass der Mittelstand Chinas ins Ausland reist, um ihnen zumindest eine Illusion der Freiheit zu vermitteln, damit sie die Totalität des Systems besser ertragen". Das werde auch weitergehen, da gebe es kein Anzeichen, dass das aufhören wird, sagte Ofner am Donnerstag bei der Gewinn-Messe.

Ofner sprach sich einmal mehr gegen ein Verbot für Kurzstreckenflüge in Europa aus. Diese seien als Zubringer zu Langstreckenflügen unerlässlich. Der Großteil der Strecken sei nicht durch die Bahn zu ersetzen. Das gelte in Österreich derzeit auch für die Südstrecke, während die Bahn-Anbindung des Flughafens nach Westen sehr gut funktioniere.

Auch Mindestpreise auf der Kurzstrecke würden nichts ändern, ist Ofner überzeugt, da die Durchschnittspreise der Billigfluglinien wesentlich höher seien. "Es ist ja keine Rede davon, dass man tatsächlich um 9,90 Euro massenweise irgendwohin fliegen kann". Solche Preise seien "ein Marketing-Gag" aber nicht die Realität.

Weltweit rechnet Ofner mit einem weiteren Anstieg des Flugverkehrs von vier bis fünf Prozent in den nächsten Jahrzehnten. Derzeit seien 950 Flughäfen in Bau, "und die werden nicht gebaut, damit sie morgen eingemottet werden". Immerhin seien über 80 % der Weltbevölkerung noch nie geflogen.

Die Pleite des Flughafens Hahn in der Nähe von Frankfurt ist für Ofner "kein generelles Signal, dass Flughäfen untergehen werden", sondern ein Einzelfall. Zugleich strich Ofner hervor, dass von den 300 größeren Flughäfen in Deutschland schon vor der Krise nur 10 ihre Kapitalkosten verdient hätten. Der größte Teil sei auch vor der Krise defizitär gewesen und musste von lokalen oder regionalen Institutionen unterstützt werden. Diese Situation sei durch die Krise massiv verschärft worden.

Der Flughafen Wien erwartet heuer zehn Millionen Passagiere – 2019, vor der Coronakrise, waren es noch 31 Mio. Dennoch werde heuer eine schwarze Null erwartet, auch dank Einsparungen und massiver Hilfe durch Kurzarbeit. In der Kurzarbeit wurden die Bezüge von Vorständen und Mitarbeitern um 20 % gekürzt, so Ofner.

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