Flughafen Salzburg

2021 glich Totalausfall

Das Jahr 2021 war für den Flughafen Salzburg quasi ein Totalausfall. Mit nicht ganz 300.000 Passagieren wurde gerade einmal ein Sechstel der Fluggäste aus Vor-Corona-Zeiten abgefertigt.

Die Pandemie ist die schwierigste Zeit für den Flughafen seit der Gründung 1926. Von den üblichen 1,8 Mio. Passagieren mussten für 2021 große Abstriche gemacht werden, wie die Geschäftsführerin des Flughafens, Bettina Ganghofer, berichtet. Im vergangenen Jahr konnten gerade einmal 299.846 Passagiere bei 3.677 Flugbewegungen abgefertigt werden. Seit 21 Monaten befinden sich zudem die Mitarbeiter des Flughafens in Kurzarbeit. Um den Personalbedarf an den Spitzentagen, also den Samstagen im Winter, zu decken, würden derzeit auch die Mitarbeiter der Verwaltung auf dem Vorfeld eingeteilt.

Die Krise hat sich freilich schon 2020 in die Bilanzen eingraviert. Zwar konnte damals die Wintersaison bis zum abrupten Ende am 15. März noch weitgehend abgewickelt werden, dafür fiel der Sommer ins Wasser, sodass letztlich nur mehr 669.790 Passagiere in der Jahresstatistik aufscheinen.

Im Jahr 2021 konnte man nach dem Totalausfall im Winter erst wieder Mitte Juni loslegen. Der Cashcow Wintertourismus, normal 40 % des Jahresgeschäftes, ging 2021 die Milch völlig aus: Statt der üblichen gut 800.000 Passagiere waren es nur mehr rund 3.000, sagte Airport-Sprecher Alexander Klaus.

Im gesamten Jahr wurden lediglich 21.140 Charter-Touristen (2020: 169.999) abgefertigt, das sind deutlich weniger als an einem einzigen Wintersamstag in früheren Zeiten: "An Spitzentagen waren es bis zu 30.000", so Klaus. Weniger stark war der Rückgang im Linienverkehr. Nach 499.402 Passagieren 2020 waren es im Vorjahr noch 278.546. Sichtbar wird der fehlende Tourismus auch bei den Flugbewegungen (Starts und Landungen zusammen). Von den 3.677 Bewegungen im Vorjahr entfielen nur noch 256 auf den Charter-Bereich.

Relevant ist für den Flughafen aber in erster Linie das Höchstabfluggewicht (Maximum Take Off Weight, MTOW), weil dieses die Basis für die Gebühren ist. 2018 betrug dieses noch 540.232 Tonnen, 2021 waren es nur mehr 125.028 Tonnen.

Über den Sommer hinweg gab es dann ein buntes und vielfältiges Destinationsangebot ab Salzburg. Die Nachfrage war gut, aber die gewohnten Frequenzen fehlten. Ständig wechselnde Einreiseverordnungen machten Reiseplanungen schwer bis unmöglich. Lichtblicke gab es mit der Einführung der neuen Flugverbindung nach Dubai sowie der Sommerverbindung Amsterdam. 

Für den Jahresanfang 2022 hat der Flughafen mit einem "mehr oder weniger normalen Winter" geplant. Die angemeldeten Flugbewegungen lagen bei rund 80 % des Vor-Krisen-Niveaus. Die Maschinen aus den starken touristischen Herkunftsländern Großbritannien, Niederlande, Deutschland und Skandinavien würden jetzt auch kommen, sie seien aber nur zu 40 bis 60 % belegt, das heißt die Flieger kommen halbleer.

Die endgültige Bilanz des Flughafens wird noch erstellt und vermutlich gegen Jahresmitte vorliegen.

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