Flughafen Klagenfurt

Neue Ausbaupläne

Nach groß präsentierten Ausbauplänen im Jahr 2019 mit einem Volumen von einer Milliarde Euro war es in den vergangenen zwei Jahren in Klagenfurt sehr still geworden. Nun gibt es ein adaptiertes Konzept, der Terminal-Neubau ist gestrichen.

2018 hat die Lilihill-Gruppe von Franz Peter Orasch 74,9 Prozent des Flughafens Klagenfurt gekauft, Land Kärnten und Stadt Klagenfurt halten den Rest der Anteile. Das angepasste Konzept für den Ausbau des Flughafens ist nun mit 450 Mio. Euro und damit deutlich kleiner dotiert. Statt eines Messezentrums an der Stelle des bisherigen Terminals sollen lediglich Haustechnik und Sicherheitskonzept des existierenden Abfertigungsgebäudes erneuert und dieses erweitert werden.

Der Neubau des Terminals um 260 Mio. Euro ist gestrichen, 8 Mio. Euro sind für Adaptierungsarbeiten vorgesehen. Ziel sind eine höhere Effizienz, etwa bei der Abfertigungszeit, und niedrigere Kosten. 500.000 Passagiere will Flughafendirektor Nils Witt im Jahr 2026 abfertigen, 180.000 Passagiere sollen es im nächsten Jahr sein. Geplant sind weiters ein Hotel, ein Parkhaus, Photovoltaikanlagen, ein Rechenzentrum, Büros und vieles mehr.

Knackpunkt bei diesen Plänen dürfte aber der von Orasch geforderte Grundstücksverkauf werden. Die für den Ausbau notwendigen Flächen sind "nicht betriebsnotwendig" und gehören der Flughafen Betriebsgesellschaft. Knapp 49 Hektar Grund sollen von der Betriebsgesellschaft an die Lilihill Aviation City GmbH, die Orasch gehört, verkauft werden. Laut einem Gutachten von ÖRAG Immobilien sei das Areal mit maximal 17,8 Mio. Euro zu bewerten. Das Geld soll in die Tilgung von Darlehen von Stadt und Land sowie in die Terminalsanierung fließen.

Das Land ist am Zug

Ob das Land als Minderheitseigentümer dem zustimmen wird - am 16. Dezember ist Generalversammlung - ist offen. Man habe das Konzept am späten Mittwochabend erhalten und daher noch nicht im Detail prüfen können, sagte der zuständige Landesrat Martin Gruber (ÖVP) am Donnerstag. "Grundsätzlich begrüße ich es, dass der Mehrheitseigentümer wie verlangt ein Konzept über seine Investitionspläne vorlegt, ich werde aber keine vorschnelle inhaltliche Bewertung abgeben." Das Ziel des Landes sei klar: der Flughafenbetrieb müsse langfristig gesichert sein und die Interessen der Kärntnerinnen und Kärntner gewahrt bleiben. Unter diesen Gesichtspunkten sei das Konzept zu bewerten, insbesondere in Hinblick auf von Lilihill geplante Grundstücksverkäufe, so Gruber, der Verbindlichkeit der Pläne einfordert.

Orasch will sich eigenen Angaben zufolge vertraglich zum Bau verpflichten. Alle Arbeiten müssten innerhalb von fünf Jahren fertig sein, ansonsten werde eine Pönale vom Vierfachen des Kaufpreises fällig, kündigte er an.

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