Eurowings

Kein Aus mit roten Zahlen

Die Lufthansa-Tochter Eurowings wird voraussichtlich auch im nächsten Jahr noch keine Gewinne machen. Damit bleibt sie das Sorgenkind des deutschen Luftfahrtkonzerns, dem in Österreich auch die AUA (Austrian Airlines) gehört. Aber die fehlende Profitabilität bei Eurowings ist nicht das einzige Problem des Kranichs.

Eurowings hat sich mit Pünktlichkeit von Anfang an nicht gerade einen Namen gemacht. Immer wieder gab es Probleme mit ausufernden Verspätungen auf der Langstrecke. Auch vergangenen Sommer stockte es wieder ordentlich. Im Juni verkündete Lufthansa dann: Eurowings habe sich in Sachen Pünktlichkeit deutlich verbessert und sei im ersten Halbjahr eine der pünktlichsten Airlines in Europa gewesen.

Mit dem Abflugzeiten scheint es jetzt zu klappen. Dafür verfehlt die Lufthansa-Tochter einen anderen Termin: Den Abflug aus den roten Zahlen. Den Konzernplänen zufolge soll Eurowings erst im Jahr 2021 wieder die Gewinnschwelle erreichen - was eigentlich schon für 2019 geplant war. Innerhalb von Eurowings wird die Betriebsplattform Eurowings Europe mit Sitz in Wien geführt.

Angeblich soll bei den Flugbetriebsstationen gespart werden. Dem deutschen "Handelsblatt" zufolge ist vor allem die Reduzierung auf eine Betriebsplattform (AOC) eine gewaltige Herausforderung. In deutschen Arbeitnehmerkreisen wird befürchtet, dass dieses AOC das von Eurowings Europe in Wien sein soll. Es gelte innerhalb von Eurowings als die "Produktion" mit den geringsten Kosten.

Die Lufthansa-Billigtochter steckt jedenfalls tief im Minus. Die Kampfpreise, mit denen der britische Billigflieger Easyjet sowie die irische Ryanair samt ihrer Tochter Laudamotion (Lauda) um Passagiere buhlen, hinterlassen bei Eurowings tiefe Spuren in der Bilanz.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte schon mehrmals angekündigt, bei der Preisschlacht nicht mitzumachen und kritisierte diese Woche erneut die Kampfpreise der Konkurrenz: "Nicht nur, weil Fünf-Euro-Tickets das System verstopfen, sondern auch, weil Fünf-Euro-Tickets uns angreifbar machen für Kritik - und die vielen nachhaltigen Dinge, die wir tun als Branche, in Frage stellen."

Nun steuert Spohr bei Eurowings auch intern gegen: Die Langstrecke bleibt künftig bei der Mutter, die belgische Brussels Airlines wird doch nicht Teil der Billigmarke, sondern soll stärker an die Netzwerk-Airlines andocken, ein Ausbau des Flugangebots wurde bereits abgeblasen. Eurowings-Chef Thorsten Dirks soll die Kosten kräftig senken. Die angedachte Übernahme der Thomas-Cook-Tochter Condor war in dieser Hinsicht auch wieder schnell vom Tisch.

Auch wenn Spohr sich sicher ist, dass der Preiskampf unter Europas Airlines nicht ewig anhält, hat er Mitte Juni die Gewinnziele für den Konzern gekappt. Der Markt ist geprägt von Überkapazitäten und aggressiver Konkurrenz. Die Fluggesellschaft leidet zudem unter dem Konjunktureinbruch. Aber auch steigende Treibstoffpreise und die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China tragen ihren Teil dazu bei, dass es bei Deutschlands größter Airline nicht rund läuft.

Besonders Geschäftsreisen gehen in solchen Zeiten zurück, beziehungsweise werden verschoben. Auch das Frachtgeschäft lässt bei einem nachlassenden Welthandel nach. So ist die Frachtauslastung im Juli erneut deutlich zurückgegangen.

2017 war im Zuge der Air-Berlin-Pleite für die Lufthansa-Aktie ein Spitzenjahr. Anfang 2018 erreichte das Papier dann sein Rekordhoch mit 31,26 Euro. Seitdem befindet sich der Kurs - unterbrochen von einigen Hüpfern nach oben - stetig im Sinkflug und hat sich mehr als halbiert. Ende vergangener Woche sackte die Lufthansa-Aktie dann auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren ab: 12,58 Euro. Im laufenden Jahr verlor das Papier bereits rund ein Drittel an Wert. Das ist die zweitschlechteste Entwicklung unter allen Dax-Werten. An diesem Mittwoch notierten die Lufthansa-Titel zuletzt 0,8 Prozent im Plus bei 13,17 Euro.

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