ECTAA

Gleichgewicht fürs Reiseökosystem

Die wirksame Durchsetzung der Rechte von Reisenden erfordert bessere und kohärentere Rechtsvorschriften, wie der Europäische Verband der Reisebüros und Reiseveranstalter (ECTAA) in einem Positionspapier betont.

Die bisher schwerste Krise für die globale Reiseindustrie, die Corona Pandemie, hat die Unzulänglichkeiten der bestehenden EU-Rechtsvorschriften für den Verkauf von Reise- und Transportdienstleistungen aufgezeigt. Das dürfte auch der Europäischen Kommission klar geworden sein, sie hat bereits für 2021 angekündigt, die bestehende Pauschalreiserichtlinie (PRL) überprüfen und eine mögliche Überarbeitung in Betracht ziehen zu wollen.

Während der Covid19-Pandemie konnten Pauschalreiseveranstalter ihre Kunden nicht entschädigen, da sie nicht in der Lage waren, die Gelder der Reisenden von den Leistungserbringern, insbesondere den Fluggesellschaften, zurückzuerhalten. Diese Situation wirkte sich nachteilig auf die gesamte Wertschöpfungskette aus, insbesondere für Reisende, die ein Reisebüro oder einen Reiseveranstalter nutzen. ECTAA betont daher die Notwendigkeit, die Rechte der Reisenden in jenen Bereichen zu stärken, die in der PTD nicht behandelt werden.

In ihrem Positionspapier zielt die ECTAA auf die beiden wichtigsten Lehren aus der Pandemie ab. So sollen die Schutzstandards anderer Rechtsvorschriften für Reisende (insbesondere der Verordnung über Fluggastrechte) an die PLR angeglichen werden, um widersprüchliche Bestimmungen zu beseitigen. Außerdem sei es wichtig, die Beziehungen zwischen Unternehmen gesetzlich zu regeln, damit das Reise-Ökosystem auch in Stör- und Krisenfällen weiter funktionieren kann.

Appell an die EU-Kommission

Die ECTAA fordert daher die Kommission auf, die Pauschalreiserichtlinie zu überarbeiten. Insbesondere werde die Insolvenzabsicherung von Fluggesellschaften gefordert sowie die Verpflichtung für Dienstleister, die über Vorauszahlungen von Pauschalreisenden verfügen, den Veranstaltern von Pauschalreisen die Beträge rasch zu erstatten, damit diese wiederum ihren Kunden die Beträge rückerstatten können.

„Letztendlich hat die Krise gezeigt, dass der Schutz der Reisenden nur dann verbessert werden kann, wenn das gesamte Reise-Ökosystem harmonisch funktioniert. Deshalb müssen der Schutz der Fluggäste und die Business-to-Business-Beziehungen den Standards für Pauschalreisen entsprechen,“ betont Pawel Niewiadomski, Präsident der ECTAA.

Das Positionspapier der ECTAA ist unter ectaa.org/en/media/position-papers zu lesen.

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