ECTAA

Forderung nach gerechter Steuerpolitik

Die geltenden Mehrwertsteuerregeln sind nicht für das digitale Zeitalter geeignet, das bestätigt die Bewertung der Mehrwert-Sonderregelung für Reisebüros durch die EU-Kommission. Ein beschleunigter Prozess zur Überarbeitung lautet daher die Forderung des Verbands der europäischen Reisebüros und Reiseveranstalter (ECTAA) an die Kommission, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Reiseunternehmen zu sichern.

Die ECTAA begrüßt den Abschluss der von der Europäischen Kommission durchgeführten Evaluierung der Mehrwertsteuer-Sonderregelung für Reisebüros. Diese hat einerseits gezeigt, dass die Sonderregelung ihre Ziele, nämlich die Vereinfachung für Unternehmen und die gerechte Aufteilung der Mehrwertsteuereinnahmen zwischen den Mitgliedstaaten, effizient erfüllt hat, andererseits wurden zahlreiche Schwachstellen deutlich:

  • Ungerecht: In Bezug auf die mehrwertsteuerliche Behandlung von Nicht-EU-Unternehmen wird die Wettbewerbsfähigkeit der EU und der EU-Mehrwertsteuereinnahmen gefährdet
  • Ineffizient: In Bezug auf die Nichtabzugsfähigkeit der Vorsteuer für B2B-Reisebüros
  • Veraltet: In Bezug, wie Reiseleistungen online verkauft werden
  • Wettbewerbsfähigkeit wird nicht sichergestellt: Benachteiligung von Reisebüros im Vergleich zu Anbietern außerhalb der Regelung
  • Keine Klarheit und Harmonisierung: keine klare Definition von Reisedienstleistungen, was unter bestimmten Umständen zu Doppel- oder Nichtbesteuerung führt

Die ECTAA hat in den letzten 20 Jahren die Überarbeitung der Mehrwertsteuer-Sonderregelung gefordert, die Mitgliedstaaten konnten bis dato jedoch keine Einigung zur Überarbeitung der Regelung erzielen, was dazu führte, dass die Kommission diesen 2014 zurückzog.

„Es ist an der Zeit, die aus dem Jahr 1977 stammenden Regeln zu überprüfen. Der Markt für Reisedienstleistungen hat sich enorm gewandelt. Die Regeln müssen diese Veränderungen widerspiegeln, damit Reiseunternehmen unter gleichen Bedingungen operieren können, und sie müssen Sicherheit bezüglich der geltenden Regeln bieten, die in der EU sehr unterschiedlich sind,“ so der ECTAA-Präsident, Pawel Niewiadomski.

Laut Evaluierungsbericht fordern die Interessengruppen klarere, einfachere und harmonisiertere sowie flexiblere Regeln für Reiseveranstalter.

Da der Tourismus von allen großen Wirtschaftssektoren am stärksten von der Corona-Krise betroffen ist, erachtet die ECTAA „eine Maßnahme der Kommission im Bereich der Steuerpolitik, um Reiseunternehmen zu unterstützen und ihnen zu ermöglichen, die Krise zu bewältigen, als dringend notwendig."

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