ECTAA

Airlines sind mit Rückerstattungen säumig

Ein Bericht des Europäischen Rechnungshofs (European Court of Auditors, ECA) bestätigt in einem am 29. Juni 2021 veröffentlichten Sonderbericht, dass viele Fluggesellschaften trotz massiver staatlicher Beihilfen keine Rückerstattungen leisten.

Der Branchenverband für technologische Reisedienstleistungen, eu travel tech und der europäische Verband der Reisebüros und Reiseveranstalter, ECTAA, haben mehrfach auf die anhaltende Nichterfüllung der gesetzlichen Rückerstattungsverpflichtungen durch europäische Fluggesellschaften während der COVID-19-Pandemie hingewiesen – zum Nachteil des gesamten Reise-Ökosystems und der Kunden gleichermaßen. Nun hat der ECA dieses systemische Versagen bestätigt, eu travel tech und ECTAA unterstützen die Aktivitäten des ECA in dieser Hinsicht und fordern die Europäische Kommission (EK) auf, sich diesem Problem anzunehmen.

Trotz mehr als 25 Mrd. Euro an direkten staatlichen Beihilfen, die alleine die Fluggesellschaften in der EU erhalten haben, sind viele Airlines wiederholt ihrer Verpflichtung zur rechtzeitigen Rückerstattung an die Kunden (innerhalb von sieben Tagen) nicht nachgekommen oder haben Gutscheine anstelle von Rückerstattungen angeboten, entweder direkt oder über Reisebüros. Somit waren die Kunden gezwungen, das Risiko der gesamt ca. 50 Millionen Stornierungen infolge der Krise selbst zu tragen, da es keine verpflichtende Insolvenzabsicherung für Fluggesellschaften gibt, wofür sich eu travel tech, ECTAA aber auch die europäischen Branchenverbände wie DRV, SRV, ÖRV, ÖVT seit vielen Jahren einsetzen. Das Fehlen eines solchen Schutzes und die daraus resultierenden negativen Folgen für die Reisenden werden in dem ECA-Bericht hervorgehoben. eu travel tech und ECTAA unterstützen daher auch die Empfehlung der ECA, die staatlichen Beihilfen für Fluggesellschaften direkt an die Rechte der Passagiere zu koppeln – ein Vorschlag, den die Vermittler bereits zu Beginn der Pandemie unterbreitet hatten.

Nehmen, aber nicht geben

eu travel tech und ECTAA unterstützen ein koordiniertes Vorgehen zwischen der Europäischen Kommission und den nationalen Durchsetzungsstellen (NEBs) in Bezug auf den Umgang der Fluggesellschaften mit Flugannullierungen. Diese Aktion sollte jedoch zu klaren Verpflichtungen der Airlines führen, ihre Missachtung der gesetzlichen Rückerstattungspflicht gemäß der EU-Passagierrechtsgesetzgebung unverzüglich zu beheben.

„Fluggesellschaften, die nicht wie in der Fluggastrechteverordnung vorgeschrieben erstatten, schaden den Verbrauchern in ganz Europa. Gleichzeitig werden die Unternehmen, über die die Tickets verkauft werden, auch finanziell massiv geschädigt,“ erklärt der Generalsekretär der ECTAA, Eric Drésin. Viele Reiseunternehmen warten immer noch darauf, dass die Fluggesellschaften die Erstattungen für ihre Kunden bearbeiten.

Dies setzt die Reiseunternehmen nicht nur finanziell, sondern auch reputationsmäßig unter Druck, da die Reisenden ihre Erstattungen oft über sie einfordern. „Die Verbraucher sollten nicht durch die Weigerung der Fluggesellschaften, Rückerstattungen zu bearbeiten, geschädigt werden, insbesondere in Anbetracht der großen Mengen an staatlichen Beihilfen, die sie erhalten. Daher unterstützen wir die jüngste Aufforderung der EU-Kommission an die Fluggesellschaften, sich vor dem 01. September an das Gesetz zu halten, betonen aber, dass sofortige Maßnahmen zur Entlastung der Kunden notwendig sind. Zu viele Passagiere warten immer noch auf ihr Geld, wir fordern die EK und die Mitgliedsstaaten auf, dieses Problem schnell zu lösen, bevor sie in den kommenden Monaten die Rechte der Passagiere stärken,“ so Emmanuel Mounier, Generalsekretär von eu travel tech.

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