DZT

Vier neue UNESCO-Welterbestätten

Mit der Aufnahme vier neuer Kulturerbestätten als UNESCO-Welterbe stärkt Deutschland seine Position als Kulturreiseziel in Europa. 

So zählt ab sofort die Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt zum UNESCO-Welterbe. Die Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen sind zusammen mit acht weiteren Orten als ‚Bedeutende Kurstädte Europas‘ ebenfalls mit dem Welterbetitel ausgezeichnet worden. Und die sogenannten SchUM-Stätten Mainz, Worms und Speyer wurden als eine Wiege des europäischen Judentums sowie im Rahmen des seriellen Welterbes ‚Grenzen des Römischen Reiches‘ der Niedergermanische Limes mit dem Welterbetitel gewürdigt.

Damit tragen nun 50 Natur- und Kulturerbestätten in Deutschland das Qualitätssiegel ‚UNESCO-Welterbe‘. 

Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt 

Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe, 1899 vom damaligen Großherzog Ernst Ludwig gegründet, war von der Jahrhundertwende bis zum Beginn des ersten Weltkrieges eines der wichtigsten Zentren der modernen Kunst und Architektur in Europa und der Welt. Junge Architekten und Kunstschaffende konnten auf diesem Experimentierfeld ihre Ideen verwirklichen und die Brücke vom Jugendstil zur Neuen Sachlichkeit schlagen, die schließlich ein wesentlicher Impulsgeber für die Bauhausbewegung wurde.

Zum Gesamtensemble gehören der vom Architekten Peter Olbrich entworfene Hochzeitsturm – heute Wahrzeichen der Stadt Darmstadt und hervorragender Aussichtspunkt über die gesamte Rhein-Main-Ebene. Im zentralen Atelierhaus werden in einer Dauerausstellung Werke der ehemals 23 Mitglieder der Künstlerkolonie präsentiert. Blickfänge in der weitläufigen Parkanlage mit Platanenhain und zahlreichen Skulpturen sind außerdem die russische Kapelle und das Lilienbecken. Im umliegenden Wohnviertel vermitteln die Villen der Künstler einen Eindruck von der Aufbruchstimmung am Beginn des 20. Jahrhunderts.

Bedeutende Kurstädte Europas

Kurorte rund um Heilquellen haben in Europa weit mehr als eine medizinische Bedeutung: Ihre Hochzeit erlebte die Bäderkultur zwischen 1700 und den 1930er Jahren. Damals entstanden städtebauliche Ensembles, die den architektonischen Rahmen für Erholung, Kultur und gesellschaftliches Leben boten. Elf europäische Orte in sieben Ländern bilden das transnationale Projekt ‚Bedeutende Kurstädte Europas‘, das jetzt als UNESCO-Welterbe anerkannt wurde. Neben den deutschen Kurorten Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen wurden auch Spa, Vichy, Bath, Baden bei Wien, Montecatini sowie Franzensbad, Karlsbad und Marienbad ausgezeichnet. 

Die aktuelle DZT-Kampagne German.Spa.Tradition. rückt die mehr als 350 prädikatisierten Kur- und Heilbäder Deutschlands, ihre kulturelle Tradition und die gesundheitsfördernden Anwendungen sowie Wellbeing-Angebote in den Fokus. Schon in der Vor-Corona-Zeit 2019 verzeichnete Deutschland 8,4 Millionen internationale Übernachtungen in Heil- und Kurorten - neun Prozent des gesamten Incoming-Volumens. Durch die Pandemie ist das Interesse an Wellbeing- und Gesundheitsurlaub deutlich gestiegen. 

SchUM-Stätten Mainz, Speyer und Worms 

Der Verbund der sogenannten SchUM-Städte Mainz, Worms und Speyer – der Name leitet sich aus den hebräischen Anfangsbuchstaben der Städte her – gilt als Wiege des europäischen Judentums. Zu den SchUM-Stätten, die jetzt den Weltkulturerbe-Titel tragen, gehören der Speyerer Judenhof, der Wormser Synagogenbezirk sowie die alten jüdischen Friedhöfe in Worms und in Mainz. Die Geschichte dieser Orte spiegelt das jüdische Leben über die Jahrhunderte wider – vom friedlichen Zusammenleben mit den christlichen Gemeinden, Verfolgung, Zerstörung und Völkermord bis zur heutigen Pflege des Glaubens und der Tradition in den jüdischen Gemeinden. 

Mainz, Speyer und Worms zählen mit ihrer zentralen Lage zwischen Rhein-Main-Gebiet und Rhein-Neckar-Region und einem vielfältigen kulturtouristischen Angebot heute zu den stark gefragten Kulturreisezielen entlang des Rheins.

Niedergermanischer Limes 

Im Rahmen des seriellen Welterbes ‚Grenzen des Römischen Reiches‘ ist jetzt auch der Niedergermanische Limes Welterbe. Das 400 Kilometer lange Teilstück der antiken Grenzbefestigungen verläuft entlang des Rheins vom rheinland-pfälzischen Rheinbrohl durch Nordrhein-Westfalen bis Katwijk an der niederländischen Nordseeküste. Die natürliche Grenze zwischen der römischen Provinz und dem freien Germanien bildete der Fluss. In 44 Ortschaften, Kastellen, Legionslagern und Tempelanlagen spielte sich das römische Leben ab – sie waren zugleich Wurzeln heutiger Großstädte wie Bonn oder Köln. 

Während ein großer Teil der Überreste aus der Antike heute als Bodendenkmal gut geschützt unter der Erde liegt, sind an zahlreichen Orten Ausgrabungen in Museen und Ausstellungen dokumentiert. 

www.germany.travel/de

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