Deutschland

Verdi bläst erneut zum Warnstreik

Flugpassagiere müssen sich an diesem Dienstag erneut auf erhebliche Behinderungen einstellen. Im Tarifkonflikt der Flughafen-Sicherheitsbranche ruft die Gewerkschaft Verdi zu einem nahezu flächendeckenden Warnstreik in Deutschland auf. Am Dienstag sollen an den Flughäfen Frankfurt, Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Düsseldorf und Köln/Bonn die Kontrolleure den ganzen Tag die Arbeit niederlegen.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt werden wegen fehlender Kontrollen erneut keine Passagiere zusteigen können, wie der Betreiber Fraport am Montag mitteilte. Lediglich Transitreisende würden abgefertigt.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Verdi zeitversetzt an mehreren Flughäfen ganztägige Warnstreiks durchgezogen, was zu Protesten bei den Flughäfen und Airlines führte. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen, die Verdi aktuell mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) führt. In der vergangenen Woche blieben die von den Warnstreiks begleiteten Tarifgespräche ohne Ergebnis, ein erneuter Verhandlungstermin ist für diesen Donnerstag vereinbart.

Die Gewerkschaft fordert, die Gehälter in den Luftsicherheitsdiensten um mindestens einen Euro pro Stunde zu erhöhen. Wesentlich kostspieliger für die Unternehmen könnten regionale Angleichungen sowie vereinheitlichte Tarifgruppen werden, die laut den Arbeitgebern für einzelne Beschäftigte bis zu 40 % mehr Gehalt bringen würden. Der BDLS habe bis zu 22 % angeboten, hatte BDLS-Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser am vergangenen Donnerstag in Berlin erklärt. Lediglich der ebenfalls beteiligte Beamtenbund (dbb) habe seine Forderungen leicht reduziert. Friebertshäuser hielt Verdi vor, den Konflikt in die Osterreisezeit verlängern zu wollen.

Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper bezeichnete das neue Angebot als unzureichend, da es die Preisentwicklung nicht aufgreife und Nullmonate vorsehe. Man sei bei der Angleichung der regionalen Löhne und der Angleichung Ost an West weitergekommen. "Aber bei der Lohnerhöhung sind die Arbeitgeber mit ihrem Angebot weit unter der Forderung der Beschäftigten geblieben."

Der Flughafenverband ADV forderte die Gewerkschaft auf, eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden, anstatt erneut zu streiken. Die Fluggäste könnten den Streiks nicht ausweichen, sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Er kritisierte auch den grundlegenden Kurs bei Verdi: "Streiks an den Flughäfen sind längst keine Ausnahme mehr. Stattdessen sind Arbeitsniederlegungen zu einem leichten Mittel der Wahl geworden, um Partikularinteressen unerbittlich durchzusetzen."

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