Österreich

Landwirtschaft und Tourismus

Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) will die Kooperation in beiden Bereichen verbessern. Für die heurige Wintersaison erwarte man zwar wieder einen Nächtigungsrekord, doch die Erträge der Familienbetriebe im Tourismus gingen sukzessive zurück. Daher werde man sich bei der Ausarbeitung des Masterplans Tourismus die gesamte Wertschöpfungskette ansehen, so Köstinger.

Zur Halbzeit der laufenden Wintersaison zeichneten sich bei den Gäste- und Nächtigungszahlen österreichweit Steigerungen von über fünf Prozent ab. Es müsse in Zukunft aber stärker um Erträge und Wertschöpfung gehen, erklärte die Ministerin anlässlich ihres Antrittsbesuchs in Vorarlberg. Dazu wolle man im Masterplan ein neues Indikatorensystem installieren, das anzeige, "ob wir am richtigen Weg sind". Die heimischen Tourismusbetriebe verteilten Aufträge bei Investitionen zumeist an regionale Anbieter. Es solle die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigt werden. Viele Synergieeffekte könnten sich etwa bei Tourismus und Landwirtschaft ergeben, was gerade für den ländlichen Raum wichtig sei, sagte Köstinger.

So sei die kürzlich beschlossene Umsatzsteuersenkung auf Übernachtungen auch "kein Geschenk an die Branche", betonte die Ministerin. Man wolle damit die Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusbetriebe stärken, Bürokratie abbauen, aber vor allem die Investitionsbereitschaft erhöhen, denn dann profitierten auch andere Branchen wie Handwerk und Handel. Weitere Schwerpunkte des für Frühjahr 2019 angekündigten Masterplans, in den alle Player, vor allem die Länder, einbezogen werden sollen, werden Finanzierung, Professionalisierung im Marketing und eine Plattform zur Digitalisierung sein.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sprach mit Blick auf die Umsatzsteuersenkung von einem "guten Signal". Tourismuslandesrat Karlheinz Rüdisser (ÖVP) freute sich "nach einer Phase eines deutlich spürbaren Gegenwinds" über "Rückendeckung vom Bund". Beide deponierten jedoch neuerlich den Wunsch nach einer Erhöhung der Drittstaatskontingente, vor allem Köche fehlten in Vorarlberg, sowie eine Regionalisierung der Mangelberufsliste. Die bewilligten 200 Saisonarbeitskräfte aus dem Nicht-EU-Ausland seien für Vorarlberg zu wenig. Die Länder werden bei der nächsten Wirtschaftsreferentenkonferenz mit einer Empfehlung an das Sozialministerium herantreten, so Rüdisser.

Vorarlbergs Agrarlandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) nannte Landwirtschaft und Tourismus "Zukunftszwillinge". Der Kontakt zwischen regionalen Lebensmittelerzeugern und Verantwortungsträgern in den Gastroküchen müsse ausgebaut werden. "Gerade wenn die öffentlichen Töpfe knapper zu werden drohen, muss die Absicherung der Existenz unserer bäuerlichen Familien an erster Stelle stehen, nicht die Unterstützung der Agrarindustrie", stellte sich Schwärzler im Vorfeld der am Freitag in Hittisau (Bregenzerwald) stattfindenden Landesagrarreferentenkonferenz gegen mögliche Kürzungen.

Ministerin Köstinger versicherte, man wolle das kleinteilige heimische Landwirtschaftsmodell "uneingeschränkt absichern" und wolle weg von der Masse, hin zur Qualität. Man müsse über eine gerechtere Zahlungsverteilung in der EU diskutieren, so die Ministerin, "auch wenn das eher einem Kampf zwischen David und Goliath gleicht".

Vorarlbergs Wirtschaftskammerpräsident und Hotelier Hans Peter Metzler erklärte, Tourismus und Landwirtschaft befruchteten sich gegenseitig. "Wir müssen noch viel stärker hineingehen in die Wertschöpfungskreise. Wenn wir einen Euro in die Region bekommen, muss er möglichst oft aufhüpfen", bekräftigte er und erhoffte sich einen "Schub in der Regionalität" im Land sowie weitere Erleichterungen im Tourismus von der Bundesregierung.

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