Deutschland

Gastgewerbe weiter unter Druck

Für Hotels, Restaurants und Caterer in Deutschland ist im vergangenen Jahr die erhoffte kräftige Erholung vom coronabedingten Einbruch 2020 ausgeblieben. Der Umsatz legte zwar um 2,0 % zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Preisbereinigt (real) stagnierte er jedoch. "Damit waren die Jahre 2020 und 2021 die umsatzschwächsten seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994."

Im Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019 setzte das Gastgewerbe um fast 36 % und real sogar um gut 40 % weniger um. Grund für die Misere sind die Beschränkungen aufgrund der Coronakrise. Die zeitweise geltende Bundesnotbremse mit ihren weitreichenden Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Pandemie etwa brockte der Branche erhebliche Einbußen ein. So bestand zu Ostern ein Beherbergungsverbot zu touristischen Zwecken. "Nach den enormen Umsatzrückgängen im Frühjahr konnte das Gastgewerbe seit den Lockerungen der Coronamaßnahmen im Mai 2021 seine Umsätze erheblich steigern", hieß es.

Aktuell dürfen wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante meist nur Geimpfte und Genesene in Gaststätten (2G-Regel), oftmals ist zusätzlich noch ein Test (2Gplus) erforderlich. Dadurch fiel der Umsatz im Gastgewerbe im November um mehr als 12 % zum Vormonat. "Der Umsatzrückgang dürfte auf steigende Inzidenzzahlen seit Ende Oktober sowie eine verschärfte Coronaverordnung Ende November zurückzuführen sein", so das Statistikamt.

Für viele Betriebe ist das existenzbedrohend. Mehr als die Hälfte fühlen sich einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge in ihrer Existenz bedroht: Restaurants und Gaststätten gaben dies im Dezember zu 52,5 % an (Juni: 55,4 %). In der Beherbergung waren es 58,8 %, nach 52,1 % im Juni. Der Branchenverband Dehoga ruft deshalb nach staatlichen Hilfen. "Viele Betriebe können nicht mehr rentabel arbeiten", sagte ihr Präsident Guido Zöllick. "Um das Überleben der in Not geratenen Betriebe zu sichern, braucht es einen angemessenen Schadensausgleich für alle Unternehmen unabhängig von ihrer Größe und Mitarbeiterzahl."

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