Croatia Airlines

Staatliche Kapitalspritze erhalten

Die staatliche kroatische Fluggesellschaft Croatia Airlines bekommt finanzielle Unterstützung vom kroatischen Staat. Die Regierung in Zagreb gewährte der nationalen Fluglinie 88,5 Mio. Kuna (11,7 Mio. Euro) Staatshilfe, um die Folgen der Coronakrise zu bewältigen. Darüber hinaus ist eine Kapitalerhöhung von 350 Mio. Kuna geplant.

Mit der direkten Beihilfe, für die bereits Budgetmittel reserviert wurden, werden laut Medienberichten die Verluste gedeckt, die während der ersten Welle der Coronapandemie von März bis Juni eingeflogen wurden. In den ersten neuen Monaten 2020 hat die Fluglinie laut Medienberichten einen Nettoverlust von 243,5 Mio. Kuna verzeichnet, die Passagierzahlen gingen im Vergleich zur gleichen Vorjahresperiode um 70 % zurück.

Über die Kapitalerhöhung mittels Ausgabe neuer Aktien wird formell Mitte Dezember bei einer Aktionärsversammlung entschieden. Den Plänen zufolge soll die gesamte Neuemission von 35 Mio. Aktien vom kroatischen Staat gezeichnet werden, geht aus der Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung hervor. Croatia Airlines steht bereits zu fast 100 % im Staatsbesitz, eine Kapitalaufstockung wurde bereits im Vorjahr angekündigt.

Das jüngste EU-Land scheint bei der Kapitalerhöhung die neue Flexibilität innerhalb der EU-Regeln für staatliche Beihilfen zu nützen. "Das ist eine der finanziellen Unterstützungsmaßnahmen, die Kroatien auf der Grundlage des befristeten Rahmens für staatliche Beihilfen zur Unterstützung der Wirtschaft angesichts des Ausbruchs von COVID-19 ergriffen hat", hieß es dazu aus der Fluglinie. Mit der Kapitalerhöhung soll das Kapital der Fluggesellschaft auf das Niveau vor der Coronakrise zurückzugebracht werden.

Bereits im vergangenen Herbst wurde der Fluggesellschaft eine staatliche Kapitalspritze von 250 Mio. Kuna für die Stabilisierung ihres Geschäfts gewährt. Die erste Rate über 100 Mio. Kuna wurde aus dem Budget des Vorjahres bezahlt, der Rest in diesem Jahr. Zunächst wurde die Kapitalspritze als eine Vorschusszahlung für die künftige Kapitalerhöhung gehandelt, später änderte die Regierung sie in ein Aktionärsdarlehen mit einer zweijährigen Laufzeit ab. Der kroatische Staat hat bereits 2012 der nationalen Fluglinie mit 862 Mio. Kuna unter die Arme gegriffen. Deshalb dürfte es nach den ursprünglichen EU-Regeln für Staatsbeihilfen bis 2022 keine neue Kapitalaufstockung geben.

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