Coronavirus

Italiens Tourismus befürchtet schwere Verluste

Italiens Touristikbranche rechnet nach der Verbreitung des neuen Coronavirus mit schweren Rückgängen. Wegen der Epidemie drohe dem italienischen Tourismus ein Umsatzrückgang in Höhe von 1,6 Mrd. Euro, außerdem ein Minus von 13 Mio. Übernachtungen, sagte Vittorio Messina, Präsident des Verbands der italienischen Touristiker Assoturismo Confesercenti, laut Nachrichtenagentur ANSA.

Assoturismo rechnet mit einem 30-prozentigen Rückgang bei der Zahl chinesischer Touristen. Dies entspricht einem Minus von 1,6 Mio. Personen. Bei anderen ausländischen Touristen erwartet sich der Verein einen Rückgang von sechs Prozent, das wären 11,6 Mio. Touristen weniger als im Vorjahr. Die Auswirkungen des Tourismusrückgangs werden laut dem Verband vor allem die Regionen Lombardei, Venetien, Toskana und Latium zu spüren bekommen, in denen sich 80 % aller chinesischen Besucher aufhalten.

Viele Hotels in Italien seien mit Stornierungen und Absagen konfrontiert, vor allem von Gruppen und Pauschalreisenden. Für Italien gehört der chinesische Markt zu den wichtigsten im Tourismusbereich. Chinesische Touristen gaben 2018 nach Daten des Ministeriums 650 Mio. Euro in Italien aus, rund 5,3 Mio. Übernachtungen von Chinesen zählte das Land im gleichen Jahr. Für den Sektor hat Italien ein großes Wachstum vorausgesagt.

Die Regierung in Rom bemüht sich um die Eingrenzung der Coronavirus-Epidemie. Auf den Flughäfen Rom Fiumicino, Mailand Malpensa und Cagliari wurden am Mittwoch erstmals Kontrollen mit Thermoscannern für Passagiere aller internationalen Flüge eingeführt. Damit wird die Temperatur der Reisenden gemessen. Die Kontrollen betrafen auch Passagiere, die mit europäischen Flügen in Italien landeten. Auf 30 Flughäfen wurden zusätzliche Kontrollen eingeführt, um Personen mit Symptomen des Coronavirus zu identifizieren.

Im römischen Krankenhaus "Lazzaro Spallanzani" befindet sich weiterhin das am Coronavirus erkrankte chinesische Touristenpaar. Weitere elf Chinesen stehen unter Beobachtung. Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza forderte indes ein Treffen mit den Amtskollegen aus den anderen EU-Ländern. Ziel sei es, eine Task Force einzurichten, um Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Epidemie zu ergreifen.

Weitere Informationen zum Coronavirus finden Interessierte auch auf der Homepage des ÖRV unter https://www.oerv.at/de/index.php?mact=News,cntnt01,detail,0&cntnt01articleid=162&cntnt01lang=de_DE&cntnt01returnid=15

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