Corona

Wie die Tourismusbranche den Lockdown nutzt

Die Zeit während der Schließung nutzen: Viele Hotels, Resorts und auch Reedereien haben im Lockdown Projekte umgesetzt, die während des laufenden Betriebes nicht möglich gewesen wären. So manche haben ihre Räumlichkeiten und Ressourcen auch für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt oder sich besondere Aktionen ausgedacht. Weltweit sind kreative und soziale Ideen umgesetzt worden, um gemeinsam gestärkt aus der Krise zu kommen und bereit für die Gäste zu sein, wenn Reisen wieder möglich sind. Hier eine kleine Auswahl.

Die fliegenden Klassenzimmer im Aparthotel Adagio Vienna City

Angelehnt an den gleichnamigen Roman von Erich Kästner haben Accor und die Bildungsdirektion in Wien eine Initiative zur Unterstützung von Familien gestartet. Bereits seit dem 25. November 2020 haben Eltern und Schüler im Adagio Vienna City die Möglichkeit, die Räumlichkeiten des Aparthotels für Home-Schooling oder Home-Office kostenlos zu nutzen. Das „fliegende Klassenzimmer“ und auch das „fliegende Arbeitszimmer“ wurde ins Leben gerufen, um ein ungestörtes Lernen und genügend Platz in Zeiten der Schulschließungen und des Lockdowns zu gewährleisten. Mit ins Boot geholt wurde das Start-Up „Book Your Room“, über dessen Tool die 124 Apartments von Adagio gemietet werden können. Die Mitarbeiter des Aparthotels haben die Räume mit zusätzlichen Schreibtischen, Flipcharts und Stühlen ausgestattet, um eine ideale Lernatmosphäre zu schaffen. Martina Richard, Geschäftsführerin Adagio Vienna City, freut sich über die rege Nachfrage: „Das Angebot wurde großartig aufgenommen und wir erhalten eine Vielzahl an Anfragen. Es ist uns ein persönliches Bedürfnis, in den schwierigen Zeiten zusammenzurücken und zu helfen. Als verantwortungsvolles Unternehmen wollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten die Gesellschaft und vor allem die lokale Gemeinschaft in Wien in diesen schwierigen Zeiten unterstützen.“ Generell ist Adagio Aparthotels ein engagiertes und soziales Unternehmen – so stellen die Häuser in ganz Europa Apartments beispielsweise für Einsatzkräfte und auch für Menschen in sozialer Not zur Verfügung – so beispielsweise für Opfer häuslicher Gewalt, die sich in schwierigen Zeiten wie diesen verstärkt zeigt. Weitere Informationen und die Buchung eines „fliegenden Arbeitszimmers“ unter https://www.book-your-room.at/fliegendes-arbeitszimmer/ .

Die Hollerhöfe forsten Waldecker Wald auf

Die Inhaber der Hollerhöfe in der Oberpfalz haben zusammen mit tatkräftigen Helfern in der Nähe von Waldeck innerhalb von drei Tagen rund 3.250 Bäume gepflanzt. Zu den Baumarten zählten Traubeneiche, Winterlinde, Bergahorn und Douglasie. „Naturverbundenheit ist uns sehr wichtig. Wir sind froh, dass wir mit dieser Aktion einen Beitrag zum Erhalt des Waldes vor Ort und gleichzeitig zum Klimaschutz leisten können,“ erklärt Elisabeth Zintl, Inhaberin der Hollerhöfe. „Außerdem sind weitere Aktionen geplant, es sollen zukünftig dauerhaft neue Bäume in der Gegend gepflanzt werden.“ Elisabeth Zintl hat mit den Hollerhöfen einen Rückzugsort in der oberpfälzischen Natur geschaffen. Gäste übernachten in den liebevoll restaurierten und teilweise denkmalgeschützten Häusern, die dezentral im Dorf Waldeck verteilt sind. Entschleunigung und Ruhe finden Gäste bei langen Spaziergängen rund um den Schlossberg im EWILPA, dem ersten Essbaren Wildpflanzenpark Deutschlands, den Familie Zintl mitinitiiert hatte. Außerdem haben sie die Naturerlebnis-Akademie ins Leben gerufen und ein Kurs- und Seminarangebot auf die Beine gestellt, welches die beruhigende Wirkung und die Heilkräfte von Kräutern und Pflanzen nutzt. Die Bedeutung der Natur für die Hollerhöfe und seine Gäste hat das Team dazu bewogen, während der temporären Schließung des Hotels einen Beitrag bei der Aufforstung des angrenzenden Waldes zu leisten. Eine einmalige Aktion soll das Pflanzen der Bäume nicht bleiben, weitere Projekte sind angedacht.

Wilderness Safaris unterstützt lokale Gemeinden mit Lebensmittellieferungen

In der Krise zusammenhalten: Während zahlreiche Camps von Wilderness Safaris immer noch geschlossen sind, unterstützt der Ökosafarianbieter kontinuierlich lokale Gemeinden in Afrika. Gerade in der Krise ist es dem Unternehmen besonders wichtig, dem schwachen Teil der Bevölkerung zu helfen. Das Coronavirus hat rund 50 Millionen Arbeitsplätze im globalen Reise- und Tourismussektor gefährdet. Seit April wurden über 30.000 Menschen im Rahmen der Conservation Heroes Kampagne von Wilderness Safaris mit Hilfslieferungen unterstützt. Und es geht weiter: Mit Spenden von Gästen können die lokalen Gemeinden während des Lockdowns mit lebensnotwendigen Gütern versorgt werden. Mitarbeiter von Wilderness Safaris verteilen monatlich Pakete unter anderem mit Maismehl, Bohnen und Seife an Haushalte, die dringend Unterstützung benötigen. „Gemeinschaft ist einer der Grundwerte von Wilderness Safaris und wir freuen uns, all diesen Familien helfen zu können – nicht nur in diesen schwierigen Zeiten, sondern auch in den vielen Jahren, in denen wir zusammenarbeiten", so Neil Steedman, Operations Manager von Wilderness Safaris Botswana. Wilderness Safaris setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 1983 für die lokale Bevölkerung Afrikas ein.

Schildkrötenschutz und unterhaltsame Live Sessions bei der Coco Collection auf den Malediven

Die maledivische Coco Collection hat die Zeit des Lockdowns zur Auffrischung der beiden inhabergeführten Luxusresorts und für den fortwährenden Schutz von Schildkröten genutzt. Von Reparatur- und Renovierungsarbeiten über die Erweiterung der Gärten um neue Obst- und Gemüsesorten bis hin zu Schulungen der Mitarbeiter zum Thema Covid-19-Sicherheitsrichtlinien – das Coco Team hat der Wiedereröffnung mit kreativen Neuerungen entgegengefiebert. Auch für die Schützlinge der Resorts stand die Zeit nicht still: Das Schildkrötenrettungszentrum in Kooperation mit dem Olive Ridley Project hat seine wichtige Arbeit zur Behandlung und Rehabilitierung verletzter Meeresschildkröten ohne Unterbrechung fortgesetzt. Gästen und Followern blieb die Coco Collection auch während der Schließung nicht verwehrt. Über die sozialen Medien teilte das Coco Team aufmunternde Geschichten von den Inseln, traditionelle Rezepte sowie Live Sessions zu Yogakursen, Sonnenuntergängen, Cocktailkursen und Schildkrötenfütterungen.

Mitarbeiter von Regent Seven Seas Cruises legen über 16.600 Kilometer zu Fuß und mit dem Rad für den wohltätigen Zweck zurück

Das UK-Team von Regent Seven Seas Cruises hat sich vor kurzem im Rahmen eines Charity-Projekts der Herausforderung gestellt, die Strecke von sieben ihrer Kreuzfahrtrouten innerhalb von zwölf Wochen zu Fuß und mit dem Fahrrad zu bewältigen. Dabei haben sie eine beachtliche Distanz von über 16.600 Kilometern zurückgelegt und mit dieser Aktion Spenden für die Wohltätigkeitsorganisation Murray Parish Trust gesammelt. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die medizinische Versorgung von Kindern im Notfall voranzubringen und sicherzustellen. Kindern, die von einem schweren Trauma betroffen sind, soll somit die beste Notfallversorgung in ganz Südengland ermöglicht werden. Nach erfolgreicher Bewältigung und sogar Überschreitung der ursprünglichen Zieldistanz von 15.348 Kilometern, konnte das Team von Regent 3.300 Pfund (ca. 3.783 Euro) für die wohltätige Organisation sammeln.

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